Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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II. Westthor des Amphitheaters und Nemesisheiligthum

zu Carnuntum.

Dem Ostthor des Amphitheaters Abb. 16 (s. Arch.-epigr. Mitth. XII
= Vereinsbericht 1887—1888, Taf. VIII) ist das Westthor (Taf. IV u. V, A
und Abb. 17) ähnlich, sowohl im Pfeilerbau als in der Dreitheilung; nur
dienen beim Ostthore die Seitentheile innerhalb desselben unmittelbar
den Zwecken, denen am Westthore größere gesonderte Räumlichkeiten
bestimmt sind. Die Orientierung dieser Räume ist bei beiden Thoren
dieselbe: der Zwinger nördlich, die dem Götterculte gewidmeten Bauten
südlich.

Abb. 17.

Die das Westthor (Taf. IV u. V, A) beiderseits einfassenden Mauer-
strecken sind 0 97—1-00 m stark und durch Pfeiler abgefasst, wovon der
nördliche des Außcnportales auf einer Gussplatte fundiert und aus
Quadern errichtet, deren noch vier vorhanden sind. 1*52:2*004» misst.
Die Fluchten der Wandungen richteten sich gegen den Centraipunkt der
Arena. Die gleiche radiale Richtung nehmen (mit einer noch zu erwäh-
nenden Ausnahme) sämmtliche westöstlich orientierten Mauerzüge der
außen am Westthore angebauten Localitäten: die des Nemesisheilig-
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