Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Heiligthum das im Jahre 1892 einige Schritte nördlich von demselben
gefundene Bruchstück einer marmornen Statuette, Herakles mit Telephus
auf dem linken Arm darstellend (Abb. 24 a nach der Zeichnung vom Herrn
E. Wielsch). Das Vorhandene erlaubt den Schluss, dass der Raum mit
Weihgeschenken ganz angefüllt war. Vielleicht um die anwachsende
Fülle derselben unterzubringen, wurde der Cella in späterer Zeit die
Vorhalle D (Taf. IV und V) angebaut. Als Anbau erweist sich dieser
Raum dadurch, dass seine Nordmauer mit derjenigen der Cella nicht

Abb. 24 a.

gebunden und aus kleineren Steinen errichtet ist. Auch ist sie um 025 w
weniger tief fundiert und nur O40m dick, während die Cellawand
0-60m stark ist. An zwei Wandseiten linden sich bankartige Vor-
richtungen (vgl. Abb. 17) aus Quadern, vor denen Bruchstücke von
Weibgeschenken lagen, die zweifellos hier aufgestellt waren, weil sie
in der Cella nicht Platz fanden. Es waren Stücke von wenigstens drei
Xemesisfiguren aus Marmor und Sandstein, eine marmorne Victoria
(Abb. 25), die Ferse einer Marmorstatue, Stücke von weißen und rüth-
lichen Marmortafeln und allerlei Reste von wenigstens vier bis fünf
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