Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Z7 wie zwischen W und X bloße Stützmauern waren, ob also nicht
etwa T und D beziehungsweise W und X je einen einheitlichen Raum
bildeten. Die Böden der Räume 0 und S sind unter dem gleichen
Winkel wie die Straßenrampen vor ihnen abgeschrägt und mit dem
gleichen Kalkguss gedeckt und somit in gewissem Sinne eine Fort-
setzung derselben. Allenthalben weisen Reste von Marmortafeln und viel-
leicht auch einige wenige (vier oder fünf) Mosaikstifte aus Glas auf
reichere Ausschmückung. Herr königl. Rath Karrer hatte die Güte,
einige der Marmorstücke schleifen zu lassen. Er constatierte Proben von
Cipollino (wahrscheinlich aus euboeischen Brüchen), Fior di persico und
weißem Marmor. Von letzterer Art sind zahlreichere und größere Stücke
vorgefunden worden, die meisten aber hatten durch starke Glut so
gelitten, dass sie nach ihrer Auffindung zerbröckelten.

Abb. 34.

In die Nordwestecke von S ist eine oben offene kreisrunde
Mauerung (Abb. 34) von 2-4m im Durchmesser (lichte Weite 1*5 m) gesetzt.
Da die oberen Bruchsteinschichten durchglüht sind, die Bindung Lehm,
nicht Mörtel ist und die Lehmsohle mit vielen Stücken von Holzkohle
durchsetzt ist, glaube ich, dass sie für die Feuerung unter einem Kessel
bestimmt war; übrigens halte ich diese Rundmauer für einen späten
Zubau. Nicht zu deuten vermag ich den Zweck, dem ein in die Mitte
der Westmauer desselben Raumes einige cm tief eingelassener Stein
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