Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 227
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(Abb. 34 a) gedient hat. Er ist sauber bebauen (40 cm hoch, 55 cm breit
und tief) und trägt an seiner Oberseite eine 3 cm tiefe Einarbeitung,
welche sich auf die vordere Hälfte und einen Halbkreis von 36 cm
Durchmesser erstreckt. Von dem Plafond sind nur einige geriefte
Deckenziegel (mit den zum Eingreifen der T-Nägel angebrachten Gruben)
vorhanden.

Abb. 34a.

Von Kleinfunden sind besonders einige Bruchstücke von Lampen
aus Thon, sowie eine vollständig erhaltene aus Eisen und ein etwa
handgroßes, flaches Stück Glas (Fensterglas?) zu erwähnen.

Im Hypocaustum von X fand sich ein kleines Altärchen aus
Sandstein, das die Aufschrift Vol. Victorinus trägt. Wichtiger erscheint
der Fund einer weißen Marmortafel (aus Raum V, bei 5), deren größtes
Stück (31 cm hoch, 29-5 cm breit oben 6 cm und unten 7-2 cm dick)
etwas weniger als die Hälfte der Inschrift enthalten haben dürfte:

............imp.] Caes. M. Aur. Antonini

...............]us tabidam marmor. cand. d.

Dass unterhalb der für Z. 1 und 2 auf dem erhaltenen Reste vor-
gerissenen Kopflinien und Fußlinien noch eine Linie erscheint, die die
Kopflinie einer dritten Zeile hätte werden können, ist wohl zufällig.

Die Krone der Funde aber bilden Reste von mindestens drei
überlebensgroßen Büsten aus Marmor. Zunächst wurde ein Stück von
Gewandfalten bei y neben der eben erwähnten Marmortafel ausgegraben.
An der Außenseite der Ostmauer von TS fand ich dann bei a eine männ-
liche und eine weibliche Büste, bei an das Postament der männlichen
Büste und 3 m weiter bei ß einen Porträtkopf, der zu einer ähnlichen,
aber nicht wieder aufgefundenen Büste oder zu einer Statue gehörte.
Die Lage, in der die Fundgegenstände a, av ß, f und 8 (auf eine durch
Thcilchen von Holzkohlen geschwärzte Humusschichte von 20 cm gebettet)
sich zeigten, gestattet die Annahme, dass sie an der Innenseite der
Ostmauer von T gestanden und mit ihr nach außen abgestürzt sind.

TRAGAU.

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