Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 229
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1897/0237
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
229

die die rechte Hand der Göttin zugleich mit dem Griffe des Steuers
umfasst hält und deren Verlauf, im oberen Theile stark verscheuert,
neben dem Rade deutlich zum Vorschein kommt (Abb. 35); ganz un-
gewöhnlich ist das unentblößte Schwert, das die Göttin mit der Linken
gleicherart wie sonst die ^ync, (vgl. z. B. Bullett. municip. IV Taf. V u.
VI n. 8) geschultert hält. Eine Deutung auf letztere ist indes durch die
erhaltenen Reste (den in der Höhlung der Hand sichtbaren Tragring
und das untere Ende der Scheide an der Schulter) ausgeschlossen. Das

nämliche Attribut wiederholt sich, so viel ich finde, nur noch auf dem
der Nemesis regina geweihten Relief von Andautouia des Agramer
Museums, das ich nach einer von Director Brunsmid freundlich zur
Verfügung gestellten Photographie anbei wiedergebe. (Abb. 35«. Ungenau
beschrieben CIL III 4008, danach Posnansky, a. a. 0. S. 129). Für die
Würdigung der Carnuntiner Statue ist es auch sonst von Belang.

In einer aedicula2S) steht die Göttin wiederum in dem Typus
der kurzgeschürzten Artemis. Links zu ihren Füßen das Rad, rechts

22) Die oberhalb der aedicula ganz wie an den Mithrasreliefs erscheinenden Büsten
des Sol und der Luna erklären sich aus Verschmelzung der Nemesis mit der großen

Abb. 35.
loading ...