Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 235
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B. Epigraphische Funde.

Bei der Aufdeckung des nördlichen Theiles des östlichen Lager-
walles, über die oben S. 183 ff. berichtet ist, sind zwei inschriftliche
Bruchstücke und zwar zufällig gleichzeitig, am 14. September 1896,
aber in geraumer Entfernung von einander gefunden worden.

Das eine, von dem auf S. 196 eine Umschrift gegeben ist,
wurde im Wallgraben unterhalb des Thurmes I aufgelesen. Es ist ein
auf allen vier Seiten gebrochenes Stück von dem 0-14 m dicken Schafte
eines Altars aus Sandstein; größte Höhe jetzt 0"26m, größte Breite
0-18 m. Darauf mit Buchstaben, die in Z. 1 0-058m, in Z. 2 0-051 m
hoch sind:

Nach den Baumverhältnissen scheint es sicher, dass diese Beste
zu folgendem Anfang der Aufschrift eines Altars zu ergänzen sind:

Das zweite, oben S. 199 in Facsimile wiedergegeben, rührt, wie
der Augenschein lehrt, von dem linken unteren Ende des Fußes eines
Altars aus Sandstein her. Die linke Seitenfläche und die Grundfläche
sind großenteils erhalten, die Bückfläche und die rechte Seitenfläche
weggebrochen; jetzt größte Höhe 024?», größte Breite 0-16«?, größte
Tiefe 022 m. Erhalten sind auf dem Stück iu 0.037?». (Z. 1) und
0*032m (Z. 2) hohen Buchstaben die folgenden Anfänge der beiden
letzten Zeilen des Altars:

Zweifellos stand hier die Datierung mit den Namen von zwei
Priestern; also säc(erdotibus), dann ein Cognomen im Ablativ und in
der folgenden (letzten) Zeile et und beispielsweise Ve[recundo. Gleich-
artig ist der Schluss eines 1885 im Lager gefundenen Altars (diese

HERCVLI-A V G
S A C R V M

Hcrculi Aug(usto)
sacrum
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