Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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durchaus möglich, dass diese Statue auf der sich mit mäßigem Zwischen-
raum weiter links anschließenden, an der linken (östlichen) Ecke auf-
gestellten, oben abgebrochenen Basis stand, die, wie oben S. 211 an-
gegeben, mit der Inschriftseite gegen die Wand gekehrt aufgefunden
wurde. Dieselbe ist auf allen vier Seiten profiliert; ihre größte Höhe
beträgt jetzt etwa VOAm, Breite und Dicke des Schaftes 0"52m. Ich setze
die Zeichnung Tragaus (Abb. 39) und meine Abschrift nebeneinander:

Abb. 39.

_______zrxrnx

C A T I V)
C A S T vC^^
>-LEG-XIIIW\
5 EX-IVSSV-POS
MAR VLLO ■rE*
ELIAN-COS 184 D-°hr-

Von Zeile 3 an ist die Lesung
klar: Oatiu[s] (eher als C. Atiu[s],
ein Punkt scheint zwischen C und A
nicht gestanden zu haben) Castu[s]
(centurio) legiionis) X1III gieminae)
ex iussu pos(uit) Marullo et Elian(p)
co(n)s(ulibus).

Die letzten Zeilen bezeichnen das Jahr 184, in dem L. Cossonius
Eggius Marullus und Cn. Papirius Aelianus Consuln waren.

Zum Schluss von Z. 1 scheint DI sicher, der Rest j vorher
könnte der Form nach zu einem D oder einem O gehören; es wird
also, da D ausgeschlossen scheint, odi zu lesen sein. In Z. 2 ist zu
Anfang M wohl sicher, nach den folgenden schwachen Spuren an der
zweitfolgenden Stelle die Ergänzung eines X sehr wahrscheinlich, zwei
Stellen weiter die eines V oder M möglich. Dass vor der jetzigen Z. 1
eine größere Zahl von Zeilen verloren gegangen sei, ist nach den Maß-
verhältnissen wenig glaublich. Eine einigermaßen befriedigende Ergän-
zung zu finden ist mir nicht gelungen. Da cust]odi m[a]x[imo] mit vorauf-
gehendem Götternamen in der Masse der Weihinschriften keine Analogie
findet, so ist das odi wohl vielmehr als das Namensende des damals
regierenden Kaisers aufzufassen. Und wenigstens der Erwägung wert
scheint mir die Ergänzung Victoride oder Genio Comm]odi m[a]x(imi)
[Auff(usti)], obwohl bisher bei Commodus die Bezeichnung maximus
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