Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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nur als Zusatz zu einem andern Beinamen, wie Sarmaticus sich ge-
funden hat. Von der Statue, die, wie angegeben, vielleicht auf dieser
Basis stand, sind erhalten die beiden beschuhten Füße, daneben rechts
zwei Vogelklauen, wohl von einem Adler, und weiter rechts anscheinend
ein in einen Thierkopf auslaufender Fuß eines Klappstuhls. Die Reste
passen wohl eher zur Darstellung eines Kaisers als, wie man anfangs
annahm, zu der des Juppiter. Übrigens erscheint es durchaus glaublich,
dass das Umkehren der Basis, wodurch die Inschrift für die Beschauer
unsichtbar wurde, nach der damnatio memoriae des Kaisers Commodus
(193 n. Chr.) erfolgte und damals oder später die besprochene Statue
statt der früher darauf befindlichen aufgestellt wurde.

Vor dieser Basis stand noch eine kleine, die Symmetrie störende
und wohl in späterer Zeit aufgestellte ohne Inschrift. Außerdem war
innerhalb der Nische noch ein Altar, der der eben besprochenen
Basis gegenüber stand und die rechte (westliche) Ecke abschloss. Es
ist ein etwa O70 m hoher Altar aus Sandstein, dessen Schaft etwa
0-27 m hoch, 0-30 m breit, 0-28 m tief ist. Auf der oberen Fläche ist

eine Patera zwischen zwei gerieften
Voluten ausgearbeitet. Die Buch-
staben der Inschrift sind in Z. 1
und 2 0-045«;., Z. 3 0'04m, Z. 4
0'03«j hoch. Ich gebe die Tra-
gau'sche Zeichnung der Vorderseite
(Abb. 40), daneben die Umschrift:

Marti

L. Valerius)
Titovius

evocat(us) viotum s(olvit) m(erito)

In dem Vorraum der Nische
standen an den ursprünglichen Plä-
tzen noch drei Altäre. Der älteste
von ihnen wird der an der östlichen
Wand des Vorraums neben einer vier-
eckigen Nische stehende sein. Die
Höhe beträgt, da der obere Theil fehlt, jetzt etwa 0-60»;, die Breite in der
Mitte 0*385m, am Fuße 0'blm; die Buchstabenhöhe geht in Z. 2—5
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