Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Außer den noch an ihren Plätzen befindlichen Altären wurden,
wie oben S. 211 angegeben, innerhalb des Heiligthums noch zwei
inschriftliche Bruchstücke auf Stein gefunden, einmal (s. Abb. 23 auf
S. 211) das untere rechte Ende einer Marmortafel, hoch etwa 0-185»2,
breit- 018m, mit 004 m bis 0"035m hohen Buchstaben:

Ferner ein Stück einer Platte aus Sandstein; größte Breite 035»w,
größte Höhe 0 23«?, dick OlOm; Buchstabenhöhe etwa 0-05 m. Sieh die
Abb. 24 S. 211.

Es scheint, dass rechts keine Buchstaben verloren gegangen sind,
sondern der Band abgemeißelt ist. In diesem Falle ist das anscheinende
"t zum Schluss von Z. 2 wohl als zufällig anzusehen. — In Z. 3 ist zu
Anfang vielleicht der Rest eines V erhalten, jedenfalls scheint dem
Räume nach nur der Buchstabe V oder T möglich. — In die obere
Hälfte von H ist später ein kleiner Buchstabe eingefügt, dieser scheint
eher V als O sein zu sollen. — In der letzten Zeile ist das obere
Ende eines F oder E zu erkennen, vorher mit Wahrscheinlichkeit eine
Rundung. Eine Ergänzung der geringen Reste, die auf einige Wahr-
scheinlichkeit Anspruch machen könnte, ist für Z. 1 und 2 nicht
möglich; denkbar ist z. B. pri]die und weiterhin die Angabe eines
Consulats. —■ Nachher stand vielleicht si q]uis hunc [locum . . . ., und
in der folgenden Zeile ist infe]re[t denkbar, so dass den Schluss der
Inschrift eine Strafandrohung gebildet hätte.

Hiermit sind die innerhalb des Nemesisheiligthums (Nische und
Vorraum) aufgefundenen inschriftlichen Denkmäler aufgezählt. Indessen
erscheint glaublich, dass einst in dem Heiligthuni ein im Jahr 213 von
einem Soldaten der XIV Legion errichteter Altar stand, der mit
Ausnahme der aus einem besonderen Stück gearbeiteten, voraus-
setzlich den Namen der Gottheit enthaltenden Krone, 1896 südlich

Neme]si reg(inae)

erus

XIIII g(etninae) v(otum) s{plvit).
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