Architectura: Zeitschrift für Geschichte und Aesthetik der Baukunst — 1.1933 [ISSN 2365-4775]

Seite: 97
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Schnitt a-b

römiscfJ 19. Jahrtiunden

Ü.iivNi 19 Jahrhundert

eine Formenspraelie, wie sie für das 19. Jahr-
hundert dem 13. zu entsprechen schien. Voigtei
berichtet weiter, daß diese Einwölbung unter
Schwierigkeiten stattfand, eine Tatsache, die
durch den heutigen Befund bestätigt wird. Der
nördliche Pfeiler des Untergeschosses fügt sich
an seiner Nordseite eng an eine spätere Back-
steinvorlage an; im Obergeschoß wurde ent-
sprechend ein unförmiger Trachytpfeiler ange-
fügt. (Vgl. Abb. 1—3.) Auf diesen beiden späte-
ren Vorlagen ruhen die Gewölbe der nördlichen
Joche auf.

Wenn auch ursprünglich keine Zwischendecke
beabsichtigt war, so machen sich doch Spuren
eines Zwischenzustandes bemerkbar: einfache,
aus Trachyt hergestellte Konsolen sollten die
nachträgliche Flachdecke stützen, wie ihr feh-
lender Verband mit den ursprünglichen Mauern
beweist.

Im Obergeschoß ergibt sich als ursprünglicher
Bestand der Stützen der Stumpf einer Rund-

säule aus rotem Sandstein auf der Südseite, von
einem, aus zwei Werkstücken hergestellten Ka-
pitell gekrönt (Taf. 18, Fig. d). Auch der Kämp-
fer zeichnet sich in einfachsten Profilen — Ge-
raden und Schrägen — deutlich ab (Taf. 18,
Fig. d). Auf der Nordseite wird die ent-
sprechende Rundsäule, trotz ihrer Ummante-
lung, deutlich, ebenfalls von einem Trachytkapi-
tell, das jedoch nur aus einem Werkstück be-
steht, abgeschlossen. Noch einfacher erscheint
hier die Profilierung des Kämpfers (Fig. c).
Daß diese Säulen sich ohne Verjüngung im
Untergeschoß einheitlich fortsetzen, also wie er-
wähnt, ursprünglich keine Zwischendecke beab-
sichtigt war, konnte nach Aufstemmung der
modernen Pfeiler bewiesen werden. Es ergaben
sich als Durchmesser bei der nördlichen Säule A
66 cm, bei der südlichen Säule B 59 cm
(Abb. 1—3).

Auffallend ist die Bildung der Sockel: bei A
besteht er aus Sandstein (75 cm Höhe), im un-

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