Architectura: Zeitschrift für Geschichte und Aesthetik der Baukunst — 1.1933 [ISSN 2365-4775]

Seite: 219
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(33) kisallu 1;40 US 1;5 SAG

v kisallu su [•••*•] ü- Si^sak-kul- me la-mu

(34) gisersu 9 ammatu US 4 ammatu SAG

giSersu u giskussü tar-su &isersu 2— ta

(35) [i na] kisal na-da-a-ti KA . dB ABB AR . E KA . IM .

GAL . LU KA.. BABBAR SU . A KA . IM. SI . SA

(36) min-da-a-ti US SAG u SUKUD es-si ti ini-liar TIN-
TIR .KI MU . NE

Rs (1) 15 GAR US 15 GAR SAG

5/4 GAR SUKUD pitku saplüu

(2) 13 GAR US 13 GAR SAG

3 GAR SUKUD rik-bi sanü«

(3) 10 GAR US 10 GAR SAG

1 GAR SUKUD rik-bi salsu s"

(4) GAR US 834 GAR SAG

1 GAR SUKUD rik-bi rebu"

(5) 7 GAR US 7 GAR SAG

1 GAR SUKUD rik-bi tjassus u

(6) 4 GAR US 3^ GAR SAL . GAZ SAG

2V* GAR SUKUD kissu elü

(5) sibün sa-hu-ru

TU 32 (25) Die Maße der 6 Heiligtümer des Nuhar,
nämlich:

(25) das Südosthaus1)

Heiligtum des Gottes

(26) 1;? lang 0;40 breit
die Heiligtümer des Nabu und der Tasme-
tum

(27) je 0;45 lang je 0;40 breit

(28) 2. die Nordosthäuser des Ea und des Nusku
Haus des Ea 1;25 lang (29) 0;30 breit
(29) Haus des Nusku 0;35 „ 0;35 „
(29) Südwesthaus

Haus des ANU und Enlil

(30) 1;10 lang 0;30 breit
Nordwesthaus, das tu-'-um und das Treppenhaus
(31) dahinter

(31) Torseite (Betthaus) 2;5 lang 0;30 breit

(32) Hausseite 1;40 „ 0;20 „
das Treppenhaus so lang wie die vorigen

(33) 0;35 breit

(33) der Hof 1;40 lang 1;5 breit
der Hof ist und von (Riegeln) umgeben

(34) das Bett 4 Ellen lang 4 Ellen breit
Bett und Thron sind einander ausgerichtet, ein
zweites Bett

(35) (ist) [im] Hof aufgeschlagen. Das Sonnen-
aufgangstor, das SW-Tor, das Sonnenunter-
gangstor, das NO-Tor

(36) Die Maße — Länge, Breite, Höhe —- des
[ganz]en2) Nuhars von Babel, nämlich:

Rs (1) 15 GAR lang 15 GAR breit

5/4 GAR hoch, Unterbau

(2) 13 GAR „ 13 GAR

3 GAR „ 2. Aufsatz

(3) 10 GAR „ 10 GAR „

1 GAR „ 3. Aufsatz

(4) 8% GAR „ 8H GAR „

1 GAR „ 4. Aufsatz

(5) 7 GAR „ 7 GAR „

1 GAR „ 5. Aufsatz

(6) 4 GAR „ ungefähr 334 GAR breit3)

234 GAR hoch, Hochtempel
(6) siebentes: das Sahuru.

So weit kommt für die Turmuntersuchung die Tafel des
Anubelsunu in Frage. Es besteht von vornherein kein

M Himmelsrichtungen: siehe meine Ausführungen im
zweiten Teil von Die Kultrichtung in Mesopotmien, 1932.

2) Thureau-Dangin hat in RA 30, 116 in gewohnter
Meisterschaft diese Stelle gedeutet. Indessen schlägt
Schott [si-bir]-ti statt [gi-mir]-ti vor.

3) Z. 6 nach Weißbach, ZA 41, S. 287.

Grund, sie nicht wörtlich zu nehmen. Wir vermeiden
Umstellungen und trauen dem Schreiber überhaupt nicht
unnötigerweise Fehler zu1).

Die Auswertung der Zeugnisse
Weisbach hat in ZA 41 bei der Besprechung von
Unger, Babylon usw., Mitteilung über die Deu-
tung der Maße der Heiligtümer des Nuhar ge-
macht. W. Andrae baut bereits in MDOG 71 auf
die neue Maßdeutung Weißbachs auf, die da-
mals brieflich vorlag. Nach mündlicher Mittei-
lung von Schott hätte Weißbachs Lösung längst
gefunden werden müssen, wenn man nur Otto
Neugebauers Erkenntnis (z. B. A. f. O. 7. 92) ge-
kannt bzw. verwertet hätte, daß die „stumme"
Maßeinheit der babylonischen mathematischen
Texte das GAR ist. Weißbachs Erkenntnisse be-
dürfen einer anderen Formulierung (dem ist in
der obigen Umschrift Rechnung getragen), aber
der Sache nach dürfen wir die Frage der Maß-
einheiten auf der Anubelsunu-Tafel als gelöst
betrachten. Der Schreiber wählt z. B. in Zeile 28
nebeneinander die Schreibweise 1;25 US (29)
30 SAG statt zu schreiben 1;25 US 0;30 SAG. Er
hat also — was auch allein dem Brauche ent-
sprach — bei der kleineren Maßangabe die Null
der GAR weggelassen, ähnlich wie wir heute
bei unseren Maßangaben sagen: die und die
Sache ist einsfünfundzwanzig auf dreißig groß
(in der oben gegebenen Transkription ist von
uns die Null vor dem Trennzeichen zum leich-
teren Verständnis schon gesetzt).
Die Beschreibung der Heiligtümer des Nuhar
ergibt folgendes Grundrißbild (Taf. 45 b): Im
Südosten (nicht Osten, wie bisher übersetzt
wurde, sadü = IM . KURRA = SO, siehe oben
Anm. 1) liegen das ? m lange und 4 m breite
Heiligtum des Gottes , daran anschlie-
ßend die beiden je 4,50 m langen und 4 m brei-
ten Heiligtümer des Nabu und der Tasmetum,
in gleicher Breite wie der Raum des unbekann-
ten Gottes. Obwohl im allgemeinen Marduk als
Gott des ersten Raumes vorgeschlagen wird,
möchte ich hier doch einen Papsukal-Gott (? )
vermuten, denn wie die Gesamtanlage zeigt,
dürfte dieser Raum der Torraum zum Tempel
gewesen sein. Der Einwand, daß man die Tas-
metum als Frau des Nabu von diesem nicht
trennen dürfe, erscheint mir unbegründet, da
die babylonischen Tieftempel zur Genüge be-
weisen, daß die weibliche Gottheit zwar unter

) Zwei Rechenfehler befinden sich im ersten Teil der
Tafel, der hier nicht zur Diskussion steht, siehe Weiß-
bach, ZA 41, S. 273/274.

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