Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 1.1885

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bau (Sockel und Parterre) rother, für die oberen Stockwerke
grauer Sandstein.

Was den bildnerischen Schmuck der Fagaden betrifft,
so sind in den Friesen der grossen Beletagefenster die vier
Jahreszeiten dargestellt durch weibliche Medaillonköpfe in
verschiedenen Lebensaltern und entsprechenden Guirlanden
aus Blumen, Aehren, Baumfrüchten und Tannenreis.

In den Nischen rechts und links von der runden kuppel-
bekrönten Ecke befinden sich Knabenfiguren „Chemische Fa-
brikation“ und „Handel“, in denen des zurücktretenden Mittel-
baues in der Rothebühlstrasse weibliche Kinderfiguren, „Arbeit“
und „Wohlstand“ darstellend.

Die unter letzteren angebrachten Medaillons zeigen in
Reliefdarstellung „Poesie“ und „Wissenschaft“.

Der innere Ausbau ist, für die kleineren Wohnungen der-
jenige einer elegant ausgestatteten Miethswohnung mit Parquet-
böden, Porzellanöfen, besserer Schreiner- und Malerarbeit etc.
Die grosse Beletage-Wohnung dagegen erhielt einen Speisesaal
mit reicher Holzdecke und Wandtäfelung sowie vier weitere,
theils grössere, theils kleinere Räume mit reicher Ausstattung:
Holzdecken mit gemalten Intarsien oder Stuckdecken mit

Malerei und Vergoldung, Majolikaöfen etc.

Die Baukosten betrugen:

a) für den Rohbau.180376 Mark

b) für den innern Ausbau.114625 ,,

c) für Gas- und Wasserleitung, Haustele-

graph, Dohlen und Trottoirs, Baufüh-
rung und Architektenhonorar, zusammen 32 283 ,,

Summa 327 284 Mark,

wobei sich der Quadratmeter überbaute Fläche auf 438 Mark,
und der Kubikmeter — von der Souterrain- beziehungsweise
Kellersohle bis zur Oberkante des Hauptgesimses gemessen —
auf 20,15 Mark berechnet.

Der erste Theil des Baues wurde in den Jahren 1881 bis
1882, der zweite Theil 1882 bis 1883 ausgeführt.

Tafel 15. Vestibüle; entworfen von Franz Brochier,
Architekt in München.

Tafel 16. Gebäude des Cercle de la librairie zu Pa-
ris ; errichtet von Architekt Charles Garnier, dem Er-

HAUPT CZSCHOSS

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bauer des Grossen Opernhauses in Paris, des Casino Monte
Carlo bei Monaco, und verschiedener Villen in derselben
Gegend.

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HEIDELBERG

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