Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 1.1885

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die Haupttreppe endlich aus fichtelgebirger Granit mit polirten
Wangen aus Syenit ausgeführt.

Die Schreinerarbeiten aus sichtbar bleibenden Hölzern,
die Schlosser- und Schmiedeisenarbeiten mit durchweg sicht-
baren Beschlägen, die Verglasungen der Fenster u. s. w. sind
in allen Räumen in strengem Anschluss an die Stilweise nach
Original-Zeichnungen gefertigt.

Der künstlerische wie der technische Theil der ganzen Bau-
anlage ist dem Architekten Albert Schmidt in General-Unter-
nehmung übertragen. Die Maurer- und Tischlerarbeiten und die
Zimmerarbeiten der Thürme wurden von dessen Baugeschäft,
die weiteren Zimmerarbeiten von Zimmermeister Eichner in
Diessen, die Steinmetzarbeiten von Georg Beyrer, die
Schlosserarbeiten von Hofschlosser Moradelli und Schlosser
Max Müller, die Verglasungen von Gottlieb Hildebrand,
die Oefen von Hausleiter in München, die Schieferdecker-
arbeiten von Schweizer ausgeführt. Die Bildhauerarbeiten
wurden von Herrn Carl Fischer in München, die Granit-,
Syenit- und Marmor-Arbeiten von der Firma Wölfel & Herold
in Bayreuth und der fürstl. Löwenstein’schen Gewerkschaft
in Oberalm geliefert.

Das ,,Hochschloss“ wurde durch Holzmann & Cie. mit
Quellwasser versehen und vollständig canalisirt; den maschinellen

Die Herstellungskosten des Baues beliefen sich incl. innerer
Einrichtung, Orgel und Glocken auf 70,100 Mark.

Tafel 71. Jagdzimmer; entworfen von Franz Brochier,
Architekt in München.

Tafel 72. VillaKlein-Riehen bei Basel; für Herrn M.Geigy-
Merian erbaut von J. J. Stehlin, Architekt in Basel.

Aus dem Werke: L’architecture en Suisse aux disferentes
epoques. Fragments recueillis et publfes par Andife Lambert
et Alfred Rychner, architectes. (Siehe Tafel 66.)

Legende zum Grundriss (Tafel 66).

C Kleiner Salon. D Salon, ii Esszimmer. i7" Sprechzimmer. G Anrichte.

Tafel 73. Villa Robillant in Hietzing bei Wien; entworfen
und erbaut von Director L. Theyer in Bozen und Stadtbau-
meister Alois Schumacher in Wien.

Dieselbe befindet sich auf einem Theil der unlängst par-
cellirten sog. ,,Neuen Welt“, ein gewesenes Vergnügungslocal
sammt Park in Hietzing, nächst Schönbrunn bei Wien.

Das Gebäude verdankt seinen Grundplan dem Stadtbau-
meister Alois Schumacher in Wien, während den künstl. Theil
Director L. Theyer übernahm. Dasselbe dient nicht nur als

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Grundrisse der Villa Robillant von Director L. Theyer in Bozen.

Theil der Wasserversorgung lieferte die Maschinenfabrik des
Herrn von Maffei.

Die Oecoriomie, deren Verlegung die erste Massnahme
beim Schlossbau war, hat in einem neuen, stattlichen, der Natur
und dem oberbayrischen Stile sich anschliessenden Oeconomie-
gebäude Aufnahme gefunden.

Tafel 69. Eingebautes Wohnhaus, Albrechtstrasse in
Dresden; erbaut von Herrmann & Martin, Architekten da-
selbst.

Tafel 70. Dorfkirche in Holzhausen (Hessen - Nassau),
erbaut von Architekt A. von Kauffmann in Frankfurt a. M.

Die Dorfkirche zu Holzhausen bei Kirchhain in Hessen-
Nassau ist als Stiftung des deutschen Gesandten Herrn F. Stumm
im Jahre 1880 auf dem Friedhofe der Dorfgemeinde errichtet
worden.

Die kleinen Dimensionen, die sich bei der geforderten
Anzahl von 300 Sitzplätzen ergaben, sowie die landesübliche
Sitte, die männlichen Mitglieder der Gemeinde von den weib-
lichen zu trennen, führte auf die unsymmetrische, zweischissige
Anlage und die seitliche Anbringung des Thurmes.

Das 17 m lange, 7 m breite, in rundbogigen Kreuzgewölben
geschlossene Langschiff ist zur Aufnahme der Frauen bestimmt,
während die Männer im Seitenschiff, sowie auf einer in dem-
selben angebrachten Empore und die Schuljugend auf einer
Orgelempore an der Eingangsseite der Kirche Aufnahme sinden.

An den fünfseitig geschlossenen Chor schliesst sich eine
kleine Sakristei mit darüber befindlichem Sitz für den Kirchen-
patron.

Im Aeussern zeigt die Kirche sehr einfache Formen deutscher
Renaissance mit einigen Anklängen an oberhessischen Holzbau.
Fenstereinfassungen und Eckquader sind in rothem Lahnstein,
die Aussenssächen der Mauern in graugrünen in Cyclopverband
gesetzten Basaltsteinen ausgeführt.

Villa, sondern auch als Wohnhausbau und ist während des
Winters bewohnt.

Das Material ist Ziegel und Putz, das Dach auf italienische
Art vorspringend mit an dem Fries angebrachten Sgraffitten.

Tafel 74. Gruppe von Einzelwohnhäusern, Rue Bremon-
tier, Paris; von Architekt Stephane Sauvestre.

Nachstehende Beschreibung, die sich auf Tafel 34, Heft 5 und
Tafel 45, Heft 6 bezieht, ist leider verspätet eingegangen;
wir tragen dieselbe jedoch hiemit nach.

Das Wohnhaus für den Bankier Herrn W. Schiess zu Magde-
burg ist auf dem durch Hinausschieben der Festungswerke ge-
wonnenen Stadterweiterungsterrain unweit des Domes gelegen.
Dasselbe wurde in den Jahren 1879 und 1880 mit einem Kosten-
aufwand von 198740 Mark erbaut, wobei allerdings eine ausser-
ordentlich tiefe Fundirung in dem ausgefüllten Festungsgraben
mit einbegriffen ist. Die bebaute Grundfläche beträgt 393 qm,
der cubische Inhalt bei einer Höhe von 20,45 m von Ober-
kante Kellersohle bis Oberkante Hauptgesims 7045 cbm. Es
stellt sich hienach der Preis für den Quadratmeter bebaute, Fläche
auf 505,70 Mark und der Cubikmeter Gebäudeinhalt auf 24,7 5 Mark.
Das Hauptgeschoss hat eine lichte Höhe von 5,18 m, das Ober-
geschoss eine solche von 4,60 m. Die innere Ausstattung ist für
alle Räume nach einheitlichem Plane und speciellen Zeichnungen
in einer selbst für die modernen Verhältnisse sehr reichen Weise
durchgeführt. Das zur Darstellung gelangte Speisezimmer ist in
seinen Decken, Wandbekleidungen und Möbeln in Eichenholz
hergestellt. Bei der hohen Entwicklung, welche das Magdeburger
Kunsthandwerk in den letzten Jahren erreicht hat, wurde es
möglich auch die gesammte innere Ausstattung durch dortige
Meister in einer höchst befriedigenden Weise ausführen lassen
zu können. Ende und Böckmann.

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