Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 1.1885

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schacht von 4 zu x m Oeffnung in bequeme Verbindung ge-
bracht ist. Im südöstlichen Theile des Untergeschosses befindet
sich eine Wohnung für den Kastellan, Magazin für Feuerungs-
material etc.

Das Erdgeschoss enthält ausser den Räumen für Vestibül,
Garderobe, Haupttreppe und Förderschacht, Ausstellungsräume

Parterre-Grundriss zum Wohnhaus Storch in Hamburg;
von R. Bahre und C, Querseld daselbst.

mit Seitenlicht im Umfange von ca. 400 qm Fläche, nämlich
an dem zur südlichen Seitenfront parallel gelegten Theil Räume
zur Aufstellung von Skulpturen, entgegen gesetzt, nördlich,
solche für Kunstgewerbe; in dem nach Westen gelegenen Saal
einen Raum für die permanente Ausstellung Düsseldorfer
Künstler, in dem zunächst dem Vestibül gelegenen vorderen
Gebäudetheil endlich zwei Geschäfts- und Sitzungszimmer.

räume sind unter sich verbunden und gestatten einen regel-
mässigen Rundgang, welcher besonders bei Veranstaltung grosser
Ausstellungen von Wichtigkeit ist. Bei der Bemessung der
Oberlichtössnungen sind die Studien des Baurath Tiede bei
Einrichtung der neuen Oberlichtsäle im alten Berliner Museum,
sowie die Ausführungen der neuen Gemäldegalerie zu Kassel
von Reg.-Baurath v. Dehn-Rotfelser von besonderem Einssuss
gewesen. Alle Oberlichter sind so eingerichtet, dass sie vom
Dachboden mit Blenden leicht bedient werden können.

Für sämmtliche Ausstellungsräume ist Warmwasserheizung
angelegt worden, während das Vestibül und Treppenhaus sowie
die im Erdgeschoss befindlichen Sitzungszimmer durch eine
Luftheizung erwärmt werden.

Für den Unterbau wurde durchaus Niedermendiger Trachyt
verwendet, während im Oberbau Moselsandstein für die Archi-
tekturtheile und Kasseler Verblendbacksteine für die Flächen-
bekleidung zur Anwendung kamen. Für den äusseren Schmuck
des Gebäudes sind von Seiten der Baukommission besondere
Preisausschreiben veranstaltet worden und es wurden in Folge
derselben die beiden Kariatydengruppen der Vorderfront von
dem Bildhauer Herrn Albermann in Köln, sowie die den Giebel
bekrönende Victoria von Herrn Bildhauer Karl Hilgers in
Berlin ausgeführt. Für erstere wurde französischer Kalkstein,
für letztere Zinkguss verwendet.

Tafel 78 u. 7g. Kirche in Neuwied; erbaut von Archi-
tekt August Hartei in Leipzig.

Nachdem die alte Kirche der grösseren Gemeinde Neu-
wied’s abgebrannt und eine Vereinigung der beiden evangel.
Gemeinden stattgefunden, wurde der Neubau einer monumen-
talen Kirche beschlossen. Nachdem unter den Mitgliedern des
Architektenvereins in Berlin eine ohne praktisches Resultat
gebliebene Konkurrenz veranstaltet worden war, wurde dem
Architekten August Hartei, damals in Krefeld, jetzt in Leipzig,
der Auftrag ertheilt, die Pläne für die Aussührung anzufertigen.

Die Ausführung erfolgte in den Jahren 1882—84 und
stand dieselbe unter der Oberleitung des Architekten August
Hartei.

Das Material ist das örtlich übliche, eine schieferige Grau-
wacke mit prachtvollem bronzefarbenen Tone. Die Architektur-
theile sind in Staudenheimer Sandstein durchgeführt.

Die Kosten betrugen incl. der später beschlossenen rei-
cheren Durchführung des Innern, wozu eine Dotation von ca.
30000 Mark Sr. Durchlaucht des Fürsten zu Wied die Veran-
lassunggab, und aller Regie und Leitungskosten rot. 240 000 Mark.

Parterre.

I. Stock.


Grundrisse zur Villa Ingleside zu Putney (England); von Architekt W. Young in London.

Das Obere Geschoss enthält ausser den Räumen für
Vestibül, Treppe und Förderschacht nur Ausstellungsräume mit
Oberlicht, i. L. 8,50 bezw. 5,60 m hoch. Von den beiden
grossen, 12 m tiefen, 22 m langen, zusammen 264 qm Flächen-
raum enthaltenden Sälen ist der vordere zur Aufnahme der
städtischen Gemäldegalerie bestimmt, welche aus dem dazu
gebildeten Fonds durch regelmässige Erwerbungen von Werken
Düsseldorfer Künstler vermehrt wird. Sämmtliche Ausstellungs-

Tafel 80. Wohnhaus Storck in Hamburg; erbaut von
R. Bahre und C. Querfeld, Architekten daselbst.

Tafel 81. Kaskade mit Freitreppenanlage im Garten
des Palazzo Corsini in Rom; aufgenommen und gezeichnet
von Professor L. Gmelin in München.

Tafel 82. Villa Ingleside zu Putney (England); erbaut
von W. Young, Architekt in London.

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