Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 2.1886

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Bemerkenswerth ist die rasche Bauausführung, welche es
ermöglichte, dass 8 Monate nach Abbruch des alten Hauses
das Geschäft in den neuen Lokalen wieder eröffnet werden
konnte.

Tafel 2. Panorama Marigny in Paris, erbaut von Architekt
Ch. Garnier, aufgenommen von Architekt W. Yittali in
Karlsruhe.

Das Fassadenmauerwerk des Gebäudes besteht aus Moellon,
die Eckpfeiler aus Backstein mit Gypsverputz in Steinton und
gezogenen Lagerfugen. Sämmtliche Skulpturen sind aus Gyps-
guss, die Gesimse in Gyps gezogen und mit Blei abgedeckt.
Die zwei Säulen der Vorhalle bestehen aus pierre de Ravi^res,
während der Sockel mit Platten von gewöhnlichem pierre de
taille verkleidet ist. Bedachung: Schiefer mit Zink und Blei-
Rippen. Die Polygonseiten sowie das Hauptgesimse des Ge-
bäudes sind durch Mosaiken in leuchtender Farbenstimmung
geschmückt.

Tafel 3. Villa am Langenzug, Uhlenhorst; erbaut von
den Architekten Puttfarcken und Janda in Hamburg.

und Neuen Wilhelmstrasse zu Berlin sind in feinen Verblend-
ziegeln und reichen Terracotten von dunkelrother Farbe her-
gestellt, während der über 3 m hohe Ueberbau sowie die Pfeiler
und Säulen des Mittelrisalits aus feinpolirtem, braunrothem
schwedischen Granit bestehen.

Die Grundrisse und ursprünglichen Pläne wurden im bau-
technischen Bureau des Kriegsministeriums angefertigt; die Ent-
würfe für die Fassaden und Innenarchitekturen rühren von dem
Regierungsbaumeister Schwechten her, welchem auch die Aus-
führung in architektonischer Beziehung übertragen war.

Tafel 7. Aufsatzgiebel der Langseite des ehemaligen
Schlachthauses zuHarlem; aufgenommen von Professor F. Ewer-
beck in Aachen.

Das im Jahre 1603 vollendete Schlachthaus zu Harlern
gehört zu den interessantesten öffentlichen Gebäuden Hollands
aus der Zeit der späteren Renaissance; in Bezug auf Klarheit
der architektonischen Gliederung und plastische Wirkung wird
es von keinem anderen erreicht. Bezüglich der Verwendung
des Materials gehört es zu den Mischbauten; das Ziegelmaterial
bildet überall die Ausfüllung des aus Hausteinen konstruirten

Parterre-Grundriss. Massstab = i : 250.

a Herrenzimmer, b Empfangszimmer, c Speisezimmer, d Küche, e Stiegenhaus.
f Dienerzimmer, g Haupteingang, h Nebeneingang, i Veranda.

Grundriss des I. Stocks. Massstab = 1 250.
a Wohnzimmer, b Erker, c Bad. d Stiegenhaus, e Bodenstiege.
f Veranda.

Villa in Dörnbach bei Wien;
erbaut von A. v. Wielemans, Architekt in Wien.

Villa in Dornbach bei Wien;
erbaut von A. v. Wielemans, Architekt in Wien.

Tafel 4. Die Christuskirche in Frankfurt a. M.; erbaut
von Architekt A. v. Kauffmann daselbst.

Die Christuskirche in Frankfurt a. M. ist im Jahre 1883
als Stiftung des Herrn Moritz Bernus im Westend der Stadt
erbaut worden. Anlehnend an englische moderne Kirchen sind
die verlangten 600 Sitzptätze alle auf dem Fussboden der Kirche
in einem Mittelschiff und zwei niedrigen Seitenschiffen unter-
gebracht, der Chor zur Aufnahme von Sängern ausgebildet und
die Orgel seitlich von demselben in einem besonderen Anbau
angebracht.

Der Dachstuhl ist sowohl in den drei Schiffen als auch
im Chor sichtbar.

Die Haupteingänge zur Kirche liegen einerseits im Thurm,
der zugleich als Unterfahrt dient, und auf der entgegengesetzten
Seite, wo der Eingang zunächst für Fussgänger bestimmt ist.

Am Aeusseren der Kirche sind die Mauerflächen in be-
hauenem Bockenheimer Basalt, alle Eckquader, Fenster-Ein-
fassungen, Gurten und Gesimse in grünem Alsenzthaler Sand-
stein ausgeführt.

Die Gesammtkosten der Kirche incl. Mobiliar, jedoch ohne
Glocken und Orgel, betragen ca. 130000 Mark.

Tafel 5. Entwurf zu einem Zimmer im Style deutscher
Renaissance, von Architekt L. Theyer, k. k. Director in Bozen.

Tafel 6. Fassade der Kriegsakademie in Berlin, ent-
worfen von dem Architekten Fr. Schwechten daselbst.

Die Fassaden der k. Kriegsakademie an der Dorotheen-

architektonischen Gerüstes. Von vortrefflicher Wirkung ist die
an diesem Gebäude auftretende Rustica.

Im Gegensätze zu den unteren Fassadenflächen sind die
drei stattlichen Aufsatzgiebel der Langseite ausserordentlich
reich behandelt. Auch hier tritt eine Verbindung von Hau-
stein und Ziegeln auf; letztere sind sogar zur Ausführung
der für dieses Bauwerk ganz charakteristischen consolartigen
Ansätze der Pilaster herangezogen worden, ein Motiv, welches
auch an den Staffelgiebeln wiederkehrt. Charakteristisch ist
auch die derbe, kantige Profilbildung einiger Gesimsplatten,
welche zur Bestimmung des Gebäudes recht wohl passend
erscheint.

In den Einzelformen ist manches, was zu phantastisch-
willkürlich und in der Linie unschön wirkt; das Ganze macht
indessen unbestreitbar einen ausserordentlich malerischen Ein-
druck und erweckt die Ueberzeugung, dass der Architekt dieses
Bauwerks, dessen Name leider unbekannt ist, sich der Wirkung,
welche er erzielen wollte, voll bewusst war.

Tafel 8. Villa in Dornbach bei Wien; erbaut von A.v.Wie-
lemans, Architekt in Wien.

Auf abfallendem Terrain für die Bedürfnisse einer Familie
erbaut, enthält der hohe Unterbau Dienerwohnungen und Neben-
räume, das Hochparterre die Wohngelasse, während im ersten
und Dachstock die Schlafzimmer eingerichtet sind.

Der Unterbau ist Bruchsteinmauerwerk; der Aufbau Ziegel-
rohbau ; der Dachstock sichtbares Holzwerk mit Sgraffitten-
fülluugen. Dachdeckung unglasirte Schuppenziegel mit glasirten
Firsten und Gräten.

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