Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 2.1886

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Architektonifche Rundfchau

SKIZZENBLÄTTER

AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST

HERAUSGEGEBEN

VON

Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle

ARCHITEKTEN IN STUTTGART.

2. Jahrgang 1886. -\~*-
9. Heft.

Monatlich eine. Lieferung zum Preise von JMarlt 1. 60.

Inhalt.

Tafel 65. Konkurrenz-Entwurf für das Kestner-Museum
zu Hannover von Architekt W. Manch ot in Mannheim.

Vorliegender Entwurf verdankt seine Entstehung einem Seitens
des Magistrats zu Hannover im Januar 1885 erlassenen Konkurrenz-
ausschreiben, zu welchem 48 Projekte eingelaufen waren. — Das
Preisgericht, welchem als Fachmänner diePIerren Bauräthe Ende-
Berlin sowie Hase und Mithoff-Hannover angehörten, erklärte
diesen zwar nicht preisgekrönten Entwurf für die künstlerisch wie
praktisch beste Lösung der Aufgabe und empfahl desshalb den
städtischen Kollegien zu Hannover, den baulichen Gedanken
dieses Projektes zur Ausführung zu bringen. Die Kollegien
sind dieser Empfehlung gerecht geworden, indem sie am

Die Sockelplatte ist Granit, Büste und Schrifttafel Bronze,
die übrigen Theile feinster Heilbronner Sandstein.

Tafel 67. Villa Stenzl in Weidling bei Wien; erbaut
von Architekt L. Theyer, k. k. Direktor in Bozen.

Tafel 68. Gasthaus »Zur Stadt Ulm« in Frankfurt a./M.;
erbaut von P. Wallot, Architekt des Reichstagsbaues in Berlin.

Tafel 69. Eingangs-Portal zur österreichischen Abtheilung
der Weltausstellung zu Antwerpen 1885; entworfen von Architekt
Emil Bressler in Wien.

a. Bücher-Magazin.

b. Bibliothekar.

c. Biicherausgabe.

d. Lesezimmer.

Konkurrenz-Entwurf für das Kestner-Museum zu Hannover
von Architekt W. Manchot in Mannheim.

28. November 1885 beschlossen, das Projekt des Architekten
Manchot zu Mannheim auszuführen, auch genanntem Autor
die Ausführung zu übertragen. — Zu näherem Verständniss des
Entwurfes möge hier § 1 des Konkurrenzausschreibens Platz
greifen,

Ȥ 1. Das in den Anlagen am Friedrichswall zu erbauende
Museum ist bestimmt, die von Herrn H. Kestner der Stadt
Hannover überwiesenen Kunstsammlungen aufzunehmen.

Nach den Bestimmungen des Stifters soll das Gebäude im
Renaissance-Styl aufgeführt, sowie jedwelche nicht nothwendige
Dekoration durch Ornamentik, Malerei oder Bildhauerkunst
sowohl im Inneren wie im Aeusseren vermieden werden.

Das Gebäude soll kein Prachtbau, wohl aber ein der Stadt
Hannover würdiger Bau sein.

Je weniger äusserer Schmuck verlangt wird, desto mehr ist
die Einrichtung des Inneren zu berücksichtigen.«

Tafel 66. Grabmal des f Oberbürgermeisters v. Wüst
in Heilbronn a./N., entworfen von Eisenlohr und Weigle,
Architekten in Stuttgart.

Dieses Denkmal ist von den bürgerlichen Kollegien Heil-
bronns ihrem um die Stadt vielfach verdienten Oberbürgermeister
im Jahre 1885 errichtet worden. Es steht an hervorragender
Stelle in der Haupteingangs-Axe des neuen Friedhofs.

Die österreichische Abtheilung der Antwerpener Weltaus-
stellung 1885 wurde durch zwei mächtige Portalbauten, welche
als Eingänge für dieselbe dienten, von den angrenzenden Staaten
getrennt.

Die beiden schmiedeisernen Thore, welche als das her-
vorragendste Werk der Schmiede-Kunst des 18. Jahrhunderts
(1725—1730) zu betrachten sind, sind Eigenthum Seiner Majestät
des Kaisers von Oesterreich und dem kaiserlichen Schlosse
Schlosshof entnommen.

Ueber jedem Thore wölbt sich eine reich dekorirte Kuppel,
welche durch Posaunenbläser (Bildhauer Klotz) flankirt wird.

Zwischen den massigen Pfeilern der Seitentheile ist balu-
stradenartig ein schmiedeisernes Gitter moderner Arbeit (Birö)
eingefügt. Die beiden Eckpfeiler werden durch Trophäen be-
krönt, und die über dem Gesimse sich hinziehenden Draperien
durch kleine farbig lasirte Putti belebt.

Tafel 70/71. Konkurrenz-Projekt für die Börse in Amster-
dam von Architekt Otto Hieser in Wien. (Zweiter Preis.)

Für den Bau einer Börse in Amsterdam ist im Jahre 1884
eine internationale Konkurrenz eröffnet worden und es wurden
zehn Projekte durch Preise ausgezeichnet. Die Verfasser dieser
letzteren traten später unter sich in einen engeren Wettbewerb ein
und aus diesem zweiten Kampfe ging der eigentliche Sieger hervor.
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