Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 2.1886

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erster und zweiter Qualität. Die halbrunde Nische hat eine In-
krustation von schwarzgrünem Stucco-Lustro erhalten.

Tafel 86. Klubhaus der Frankfurter Rudergesellschaft
Germania; erbaut von Architekt Alfred Günther in Frank-
furt a. Main.

In seinen oberen Räumen enthält das Klubhaus Schlaf-
zimmer für die im training befindlichen race-Mannschaften und
Wohnräume für den Bootsdiener, während das Parterre vom Ge-
sellschaftssaal mit seinen Annexen eingenommen wird. Die
Baukosten betrugen 24000 Mark.

Tafel 87. Fagade eines Wohnhauses in Karlsruhe; ent-
worfen von Professor C. Schick daselbst.

durch den streng konservativen Sinn der Gebirgsvölker erhalten, bis auf
unsere Zeit gekommen ist. Dies beweist insbesondere die merkwürdige
Thatsache, dass an diesen Bauten, welche zum Theil noch aus dem An-
fang des 16. Jahrhunderts stammen, sich kein gothischer Einfluss nachweisen
lässt und jene Stilweise spurlos an ihnen vorübergegangen zu sein scheint.

Die vom Verfasser im Jahre 1868 herausgegebene erste Serie enthält
4 Monographien von Vertretern der zwei konstruktiven Hauptrichtungen
der Schweizer Holzbauten, des Riegel- und Ständerbaues und des Block-
baues, welche bis in ihre kleinsten konstruktiven Einzelheiten auf 7 Tafeln
dargestellt und erläutert sind.

Auf sieben weiteren Tafeln sind Riegel- und Ständerbauten und auf
24 Tafeln die Blockbauten in mehr summarischer Weise aufgeführt. Alle
Blätter wurden vom Verfasser selbst in vortrefflichen Darstellungen auf
Stahl radiert.

Mit der Zeit hat die vom architektonischen Publikum dem Werke mit

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Klubhaus der Frankfurter Rudergesellschaft Germania;
erbaut von Architekt Alfred Günther in Frankfurt a. Main.

Tafel 88. Landhaus in Vösinet (Frankreich, Seine et
Oise); erbaut von Architekt Höret.

Durch die Verwendung heller und dunkler Backsteine zu
den Fagaden, und von bemaltem Holz zu den Baikonen und
Giebeln ist hier mit geringem Aufwand eine sehr gefällige Wir-
kung erzielt worden.

Literatur.

Der Schweizer Holzstil in seinen kantonalen und konstruktiven
Verschiedenheiten vergleichend dargestellt mit Holzbauten Deutsch-
lands von Ernst Gladbach, Professor am Polytechnikum zu Zürich.
Zweite Serie. Zürich 1886. Verlag von Cäsar Schmidt.

Die Idolzhäuser der Schweiz sind in malerischer und konstruktiver,
wie in technisch-historischer Beziehung äusserst beachtenswerth. In ihnen
ist der Holzstil zum reinsten und vollendeten Ausdruck gekommen. Schon
Leo v. Klenze hat die Vermuthung ausgesprochen und Semper den
Nachweis geliefert, dass wir in der Architektur der Bauernhäuser der Alpen-
länder einer antiken Tradition gegenüberstehen; dass nicht sowohl Re-
naissanceformen hier vorliegen, sondern eine spätrömische oder gar gfäko-
talische Ueberlieferung, deren Formenkreis der Antike entnommen und

Recht zugewandte, steigende Theilnahme eine zweite Auflage nöthig gemacht,
bei welcher Gelegenheit der Verfasser eine zweite Serie, als Ergänzung
und Erweiterung der ersten, hinzugefügt hat.

In dieser zweiten Serie ist besonders der gemischten Konstruktion,
dem kombinierten PIolz- und Steinbau, sowie der früher allgemein üblichen
polychromen Bemalung dieser Bauten Rechnung getragen. Beide Serien
zusammen geben ein erschöpfendes Bild dieser ebenso malerischen als
technisch durchgebildeten ländlichen Bauten. Wir staunen über die Form-
und Stilgewandtheit der einfachen Dorfzimmerleute, welche diese Werke
geschaffen. W.

Ornamentale Fragmente für das Kunstgewerbe. Plerausgegeben von
Th. v. Kramer und W. Behrens. Kassel, Verlag von Th. Fischer.

Die bislang erschienenen Lieferungen I und 2 enthalten gefällige Ent-
würfe von allerlei Zierformen in schöner Zeichnung. Von Blättern und
Blüthen, Knöpfen und Ranken, Bändern und Guirlanden bis zu Masken
und Halbfiguren wird hier eine Sammlung geboten, welche dem Kunst-
gewerbetreibenden, der über die genaue Form einzelner Theile einer Kom-
position sich Raths erholen möchte, von Werth sein wird. Insbesondere
werden Dekorationsmaler, Bildhauer in IIolz und Stein, Kunstschmiede etc.
vielfach verwendbare Motive finden. W.

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