Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 6.1890

Seite: ac
DOI Heft: 10.11588/diglit.24792.34
DOI Artikel: 10.11588/diglit.24792.35
DOI Seite: 10.11588/diglit.24792#0106
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/architektonische_rundschau1890/0106
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
Das von acht Steinsäulchen getragene Türmchen ist in
Kupfer, das Dach in lichten und die Gräte in dunkelgrünen
Ziegeln abgedeckt. Der vorgebaute Giebel erhält eine prächtige
Wirkung durch die skulptierte und leicht polychromierte Gruppe
der Dreifaltigkeit. Die Innenseite der Thüren ist mit einer
Ahornplatte eingelegt, auf welcher zwei Heilige, Ferdinand und
Franziska, in Brandtechnik ausgeführt sind. Sämtliche innen

Tafel 87. Geschnitzte Treppengeländer im.Musde Cluny
in Paris und dem Städtischen Museum in Brüssel; aufgenommen
von Architekt A. Mezey in Budapest.

Die erste Abbildung links ist einer schönen Holztreppe
des Musde Cluny aus der Zeit Heinrichs II. entnommen; die
übrigen Stücke stammen aus alten, jetzt abgebrochenen Brüsseler
Häusern.

Entwurf zum Rathaus für Münsterberg in Schlesien von Regierungsbaumeister O. Stiehl in Koblenz.

Grundrisse.

angebrachte Inschrifttafeln sind aus Syenit, der Altar mit den
Stufen aus geschliffenem Bruderndorferstein.

Baukosten rund 22000 fl. ö. W.

Tafel 86. Häusergruppe Hohenstein & Co., Ecke der
Kaiser Wilhelm- und Münzstrasse in Berlin; erbaut von Architekt
A. L. Zaar (jetzt Firma Werner & Zaar) daselbst.

Haus Münzstrasse 11. Die Ausführung dieses Hauses ent-
spricht derjenigen von Münzstrasse 10. — Im Untergeschoss
befinden sich Lagerkeller, im Erdgeschoss und I. Obergeschoss
Läden und Geschäftsräume, in den oberen Geschossen Woh-
nungen.

Baukosten 330000 Mark (pro Quadratmeter 420 Mark).

Tafel 88. Entwurf zum Rathaus für Münsterberg in
Schlesien von Regierungsbaumeister O. Stiehl in Koblenz.

Dieser Entwurf ist gelegentlich eines Wettbewerbes im
Architektenverein zu Berlin entstanden, bei welchem als leitende
Gesichtspunkte aufgestellt waren: die unbedingte Erhaltung des
vorhandenen Turms aus dem 16. Jahrhundert, die möglichste
Einhaltung des alten Bauplatzes und die thunlichste Benutzung
der vorhandenen Grundmauern. Unterzubringen waren Sitzungs-
zimmer für Magistrat und Stadtverordnete, Räume für Bürger-
meisterei, Sparkasse, Kämmerei, Eichamt und Polizei, sowie
Wohnungen für einen Kastellan und den Wirt der im Keller
gelegenen Ratskneipe.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
loading ...