Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 7.1891

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Architektonifche Rundfchau

SKIZZENBLÄTTER

AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST

HERAUSGEGEBEN

VON

Ludwig- Eisenlohr und Carl Weigle

ARCHITEKTEN IN STUTTGART.

"♦-4 7. Jahrgang 1891.

3. Heft.

Monatlich eine Lieferung zum Preise voti Marie 1. SO.

In HALT.

Tafel 17 u. 18. Konkurrenzentwürfe zum Kaiser Wilhelm-
Denkmal auf dem Wittekindsberge der Porta Westfalica;

1. von Reuter & Fischer, Architekten in Dresden.

Ein erster Preis.

2. von Professor H. Stier in Hannover.

Ein zweiter Preis.

Die Einladung zu diesem Wettbewerb wurde im Anfang
dieses Jahres an alle deutschen Künstler gerichtet. Da das
Denkmal auf weithin sichtbarer Stelle zu errichten ist, so wurde
verlangt, dass seine Erscheinung dem landschaftlichen Charakter
sich anpasse und schon aus der Ferne den Gedanken des
Kaiserdenkmals erkennen lasse.

Einschliesslich des bildnerischen Schmucks sollte der Ent-
wurf für die Summe von 600000 Maik herzustellen sein.

Für die vier besten Lösungen waren zwei erste Preise zu
1500 Mark und zwei zweite zu 1000 Mark ausgesetzt, welche
vom Preisgericht in nachstehender Reihenfolge verliehen wurden:

r. Bruno Schmitz, Berlin.

2. Reuter & Fischer, Dresden.

3. Skiold Neckelmann, Stuttgart.

4. Hubert Stier, Hannover.

Anmerkung. Die mit dem andern ersten Preise gekrönte und zur Aus-
führung bestimmte Lösung von Bruno Schmitz in Berlin, sowie
die mit einem zweiten Preise bedachte Arbeit Skiold Neckelmanns
in Stuttgart können erst in der nächsten Nummer zur Darstellung
gebracht werden, weil die hierzu nötigen Unterlagen von den Ver-
fassern bisher noch nicht erhältlich waren.

Tafel 19 u. 20. Familienhaus des Herrn Kommerzien-
rat L. Weinmann in München; erbaut von Professor Albert
Schmidt, Architekt daselbst.

Das im Stile italienischer Renaissance entworfene Gebäude
ist für den Gebrauch einer Familie bestimmt und enthält im
Untergeschoss Wirtschaftsräume, im Hochparterre die Empfangs-
und Wohnräume, im I. Stock die Schlafzimmer. Die Einteilung
der beiden Hauptstockwerke ist aus den Grundrissen ersichtlich.

Die massive, mit schmiedeeisernem Geländer versehene
Haupttreppe besteht aus braunrotem Salzburger Marmor, die
Säulen des Vestibüls aus mehrfarbigem Untersberger Marmor,
während die Pilaster in entsprechenden Tönen in Stuckmarmor,
die Wandflächen in Stuccolustro, die Plafonds in Gipsstuck
ausgeführt sind.

Jeder Raum des Hauses wurde mit Sorgfalt seiner Be-
stimmung angepasst und dementsprechend ausgestattet. Decken
in Holz und Stuck, Täferungen in verschiedenen Hölzern, Wand-
bespannungen in Seidenstoffen, Kamine aus Marmor und glasier-
tem Thon bilden einen Teil der reichen und geschmackvollen
Dekoration.

Das ganze Haus wird durch eine Niederdruckdampfheizung,
System Bechern & Post, erwärmt.

Tafel 21. Schlosshof zu Blois; aufgenommen von Re-
gierungsbaumeister Erpeldinger in Frankfurt a. M.

Tafel 22. Fassade des k. k. Zweiten Staatsgymnasiums
zu Graz; entworfen von Professor L. Theyer daselbst.

Das k. k. Zweite Staatsgymnasium in Graz wurde von
seiten des Baudepartements der k. k. Statthalterei erbaut, wozu
Professor Leopold Theyer in Graz im Auftrag des k. k. Unter-
richtsministeriums den Fassadenentwurf, sowie die Details lieferte.
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