Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 7.1891

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einen Seite die Sakristei und auf der andern ein Kohlenraum
und ein Abort an. Als Steinmaterial wurde der in der Nähe
befindliche Neckarthaler Sandstein verwendet, der in seinen
verschiedenen Farbennüancen sowohl nach aussen als nach
innen an den durchweg unbe-
putzten Wandflächen eine er-
wünschte malerische Wirkung
ergab. Die meisten, in Lasur-
farben eigenartig durchgeführ-
ten Wanddekorationen be-
schränken sich in der Haupt-
sache auf die Einfassung der
Fenster und Gurtbögen, sowie
auf die Bemalung der Kapitale
u. dergl. Sie sind direkt auf
den natürlichen Steingrund ge-
malt, dessen Naturfarbe durch
das Fassen der Fugen mitWeiss
wesentlich gehoben wurde.

Die Gewölbe des Chores
und der Orgelnische zeigen
sichtbares Backsteinmauerwerk
mit massiger Dekoration in
Rotbraun und Hellgelb, wobei
die Fugen als Dekorationsmittel
benutzt wurden. Die Decken
über den Schiffen und unter
den Emporen zeigen geöltes,
teilweise lasiertes Tannenholz
mit entsprechendem Farben-
schmucke. Die Wandteppiche
im Chor sind aus Mettlacher
Mosaikplatten hergestellt, wie
auch die sämtlichen Fussböden

in den Gängen zu ebener Erde. Das Dach ist mit Zinkrauten
bedeckt. Um zwischen dem Dachboden und dem Kirchen-
raume eine möglichst wirksame Isolierung herzustellen, wurde
die Oberfläche der Deckenschalung zuerst mit Asphaltpappe

der ganzen inneren Einrichtung und der Architektenkosten auf
rund 106000 Mark.

Tafel 92. Separation zwischen Rauch- und Frühstücks-
zimmer im Palais Wodianer in Budapest; erbaut von Baurat

A. v. Wielemans in Wien.
(Siehe auch Tafel 7, n u. 44.)

Diese Separation ist be-
stimmt, einen Vorhang aufzu-
nehmen zur eventuellen Tren-
nung der beiden Zimmer.

Grundriss der Friedhofkirche in Reutlingen;
erbaut von Bauinspektor A. Dolmetsch in Stuttgart.

Tafel 95. Wasserturm
des Herrn Kommerzienrat Marx
in Lambrecht bei Neustadt
a. Haardt; erbaut von Huber
& Berg, Architekten in Neu-
stadt a. Haardt.

Der Turm ist aus rotem
Sandstein erbaut; in seinem
Hauptgeschoss enthält derselbe
einen kleinen Salon, während
im Geschoss darunter das Pump-
werk aufgestellt und im darüber
liegenden Geschoss das Wasser-
reservoir untergebracht ist.
Konkurrenzprojekt für ein Senatsgebäude zu

(Zweiter Preis.)

Tafel 96.

Bukarest von Architekt A. Ballu in Paris.

Das Programm für den vorliegenden Entwurf verlangte in
der Hauptsache den Sitzungssaal mit Vorzimmer, eine monu-

Tafel 93. Villa Schäfer
in Mainz; erbaut von Architekt
Schwartze in Darmstadt.

Tafel 94. Portal vom
Rathaus zu Leyden. Portal
eines Hauses zu Leyden. Auf-
genommen vom f Professor
F. Ewerbeck.

Grundrisse zur Villa Schäfer in Mainz; erbaut von Architekt Schwartze in Darmstadt.

und dann mit 4 cm dicken Korksteinplatten belegt, worauf dann
noch ein Mörtelüberzug folgte.

Zahlreiche Stiftungen haben plastischen figürlichen Schmuck
am Aussern der Kirche, malerischen Wandschmuck im Innern
und eine reichere Behandlung der Chorfenster ermöglicht. Die
letzteren gingen aus der Glasmalerei-Anstalt von van Treek in
München hervor.

Die Gesamtkosten der Kirche beliefen sich einschliesslich

mental gehaltene Vorhalle (Salle des pas perdus), ferner Er-
holungsräume etc. im Erdgeschoss.

In geschickter Verbindung mit diesen Räumlichkeiten
sollten die weiter verlangten Zimmer für den Senats- und Mi-
nisterpräsidenten, die Räume für Sektions- und Kommissions-
sitzungen, Sprechzimmer der Senatoren etc. teils im Erdge-
schoss, teils in einem eventuellen Ober- oder Zwischengeschoss
untergebracht werden.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
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