Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 8.1892

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Architektonifche Rundfchau

SKIZZENBLÄTTER

AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST

HERAUSGEGEBEN

VON

Ludwig Eisenlohr und Carl 'Weigle

ARCHITEKTEN IN STUTTGART.

-n- 8. Jahrgang 1892.

9. Heft.

Monatlich eine Lieferung zum Preise von Mark 1. 50.

I N HALT.

Tafel 65. Wohnhaus von Cölln in Hannover; erbaut von
Professor Hubert Stier daselbst.

Der Entwurf erhielt den ersten Preis bei einem engeren
Wettbewerbe, welchen ein hervorragender Industrieller Hanno-
vers, Herr Kommerzienrat von Cölln, für die Bebauung einer
ihm in dieser Stadt an bester Lage gehörigen Baustelle unter
einheimischen Architekten ausgeschrieben hatte. Den zweiten
Preis erhielt Herr Architekt Höhle, die Entwürfe der Herren
Lorenz und Busley wurden angekauft. Insgesamt waren 13 Ent-
würfe eingegangen. Die Baustelle, von welcher nach baupolizei-

Cementgliederungen und Schieferdach erbaut, enthält im Sou-
terrain Wohnung für den Hausmeister, Wirtschaftsräume, sowie
den Raum für die Pumpe mit Heissluftmaschine, welch letztere
eine Wasserleitung für Haus und Garten versorgt. Das Erd-
geschoss enthält die Wohnung; Esszimmer und Anrichteraum
sind durch Auf klappen der Scheidewand zusammenzuziehen. Das
Obergeschoss enthält drei Fremdenzimmer, Mädchengelass etc.

Die Baukosten betrugen 46000 M. Für die reichere Aus-
stattung des Innern: Oberlicht, Holzdecke im Speisezimmer,
eichene Paneele, eingebaute Möbel etc. etc. wurden insgesamt


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Grundrisse des Wohnhauses von Cölln in Hannover; erbaut von Professor Hubert Stier daselbst.

liehen Vorschriften ein Viertel unbebaut bleiben musste, ist zur
Anlage eines grösseren Wohnhauses ausgenutzt, welches im Erd-
geschoss zwei, im ersten Obergeschoss nur eine, in den beiden
weiteren Geschossen wiederum je zwei Wohnungen enthalten
soll. Der innere Hof ist in einen vorderen Zierhof und einen
nur für Wirtschaftszwecke dienenden Teil zerlegt, auf den die
Nebentreppen münden und an welchem sich Stallung und Re-
mise befinden. Die Aussenansichten sind in Sandstein mit ge-
putzten Flächen gedacht.

Tafel 66. Detail vom Hause „An den vier Winden“ in
Köln a. Rh.; erbaut von Kayser & von Grossheim, Archi-
tekten in Berlin. (Siehe auch Jahrgang II, Tafel 1, und Jahr-
gang VIII, Tafel 62.)

Tafel 67. Villa Hanse in Genthin; erbaut von Regie-
rungsbaumeister C. Lange in Berlin.

Dieselbe ist im Jahre 1890—1891 in Verblendsteinen mit

noch 9000 M. verausgabt. Die Zimmer im Erdgeschoss haben
3,70 m Höhe, das Speisezimmer ist etwas höher gehalten. Über
der Küche und den anliegenden Räumen ist Holzcementdach
mit Sitzplatz und Pflanzungen in Kästen angelegt.

Tafel 68. Vorzimmer und Salon für den Hof im Bahnhof
Friedrichstrasse in Berlin; entworfen von Kayser&von Gross-
heim, Architekten daselbst.

Tafel 69. Bürgerschule in Jena; erbaut nach den Plänen
des Architekten L. Hirsch unter Leitung des Stadtbaumeisters
P. Cosack daselbst.

Die Lage und Grösse des Bauplatzes verbot eine volle
Frontalentwicklung nach zwei Seiten, es sind hiernach durch
Anordnung zweier Querflügel die Klassen nach den vier Himmels-
richtungen gleichmässig verteilt. Die linke Hälfte des Gebäudes
enthält zwölf Klassen für Knaben, die rechte zwölf Klassen für
Mädchen. Im Mittelbau ist im Obergeschoss, beide Abteilungen
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