Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 8.1892

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verbindend, ein grosser Schulsaal von 240 qm Grundfläche an-
geordnet, in den übrigen Geschossen sind die gemeinsamen
Räume, als Kombinationszimmer, Zeichensaal, Bibliothek, Lehr-
mittel, Dienerwohnung
etc. untergebracht.

Aborte und Turn-
halle liegen getrennt
vom Hauptgebäude und
sind mit diesem durch
bedeckte Gänge verbun-
den. Für die Aborte
ist Schwemmsystem in
Aussicht genommen.

Das Hauptgebäude
wird mit einer Central-
heizung (System Be-
chern & Post) versehen.

Die Baukosten wer-
den rund 350000 M.
betragen.

Tafel 70. Kon-
kurrenzentwurf zu einem
Uhrturm für Frankfurt
a. Main von Architekt
Max Läuger in Karls-
ruhe. — Erster Preis.

Im September 1890
wurde von Herrn Gustav
D. Manskopf in Frank-
furt ein Preisausschrei-
ben zur Erlangung von
Entwürfen für Herstel-
lung eines Uhrtürm-
chens in der städtischen


r

Grundriss der Bürgerschule in Jena; erbaut nach den Plänen des Architekten Ludwig Hirsch
unter Leitung des Stadtbaumeisters P. Cosack daselbst.

Promenade erlassen. Von den eingelaufenen 20 Entwürfen wurde
derjenige von Max Läuger, Architekt und Maler in Karlsruhe,
mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Auf einem dreiteiligen Stufenunterbau von dunkelgrauem
Dolomit erhebt sich ein durch vier Pfeiler verstärkter runder
Sockel aus Mainsandstein. Die zwischen den Pfeilern ange-
brachten vier halbrunden Wasserbecken werden von in Kupfer

elektrischen Laternen in Kupfer montiert angebracht. Der Säulen-
schaft zeigt in bunter Glasmosaik abwechselnd das deutsche
und Frankfurter Wappenzeichen. Das Uhrgehäuse ist in Eisen

und Kupfer. Die Ziffer-
blätter von innen be-
leuchtbar. Die Krö-
nungsfigur (Allegorie
des Friedens) in Kupfer
getrieben.

Der ganze Aufbau,
13 m hoch, ist im In-
nern bis zum Uhrge-
häuse besteigbar. Die
Gesamtkosten werden
sich auf 20000 M. be-
laufen.

Wie eingangs er-
wähnt , entsteht die
ganze Schöpfung durch
die Munifizenz eines
Frankfurter Bürgers, des
Herrn Gustav D. Mans-
kopf, der in dankens-
wertesterWeise zurVer-
schönerung seiner Va-
terstadt schon wieder-
holt grosse Mittel zur
Verfügung gestellt hat.

Tafel 71. Öffent-
liche Bibliothek in Ka-
lamazoo(Michigan); er-
baut von Patton &
Fischer, Architekten
in Chicago.

Mit Genehmigung des Herausgebers aus „The Inland Ar-
chitect and News Record“, Chicago.

Tafel 72. Palais des Pensionsfonds der ungarischen Jour-
nalisten in Budapest; erbaut von Architekt Sigmund Quitt 11 er
daselbst. — Auf einem von der Stadtgemeinde geschenkten Platze
im Werte von 40000 fl. ist das Gebäude aus Mitteln des Fonds

Erdgeschoss.

Erster Stock.

Grundrisse des Palais des Pensionsfonds der ungarischen Journalisten in Budapest; erbaut von Architekt Sigmund Quittner daselbst.

getriebenen Löwenköpfen gespeist, welche auf bunten Mosaik-
friesen angebracht sind. Die dekorative Ausstattung der Pfeiler
ist zur Aufnahme von Barometern etc. berechnet. Die Bekrö-
nung der kuppelartigen Überdachung bildet getriebenes eisernes
Rankenwerk. An dem ebenfalls in rotem Sandstein ausgeführten
Säulenfuss und Kapital sind die Verzierungen und Rundstab-
profile in Schmiedeeisen, der Kranz am Säulenfuss aus frei-
geschmiedeten Blumen und Ranken gebildet. An dem verzierten
eisernen Band unter dem Halsglied der Säule sind die vier

und aus Sammlungsgeldern erbaut. Säulen, Baikone etc. sind
aus Stein, das übrige Fassadenwerk geputzt. Trotzdem es nur
ein Zinshaus ist, musste es doch in Rücksicht auf die Nachbar-
gebäude einen monumentalen Charakter erhalten.

Im Parterre sind teils Läden und Restauration, teils Woh-
nungen wie in den übrigen Stockwerken eingerichtet.

Die Höhe des Gebäudes beträgt bis zum Hauptgesims
26,28 m, bis zur Spitze der Kuppel 46 m. Ein hydraulischer
Aufzug erleichtert den inneren Verkehr. Baukosten 255000 fl.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
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