Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 8.1892

Seite: ad
DOI Heft: 10.11588/diglit.24790.34
DOI Artikel: 10.11588/diglit.24790.35
DOI Seite: 10.11588/diglit.24790#0104
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/architektonische_rundschau1892/0104
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
Grabmal in München;

entworfen von Architekt Baumeister daselbst.

Seitenansicht.

gefunden werden. — Die Kapelle, circa 63 bequeme Sitzplätze
nebst den nötigen Gängen, Platz für den Geistlichen und einem
Wartezimmer mit 25 qm enthaltend, ist im ganzen sehr einfach
gehalten, da die Baukosten, inbegriffen Heizung, Bestuhlung,
die Umgebungsarbeiten und der Anschluss an die bestehende
Umfassungsmauer 40—45000 Fr. nicht übersteigen durften.

Im Souterrain befindet sich mit bequemem Zugänge (Rampe)
eine Leichenkammer mit Platz für 6 Leichen, nebst einem
andern disponiblen Kellerraum.

Um bei Begräbnissen nicht zweimal den ganzen Friedhof
mit dem Leichenwagen durchfahren zu müssen, ist rechts und
links der neuen Kapelle je ein Ein- resp. Ausfahrtsthor, gleich
der bestehenden Umfassungsmauer in florentinischem Charakter,
angeordnet.

Der Bau ist zum grossen Teil in Backsteinrohbau mit ver-
putzten und mit Sgraffitos dekorierten Wandflächen gedacht.
Alles sichtbare Holzwerk gehobelt und gefast, die Dächer mit
Falzziegeln eingedeckt.

Tafel 87. Grabmal in München; entworfen von Architekt
Baumeister daselbst.

Dieses poetische Grabmal erinnert an die Formen der ein-
fachen Mariensäulen, wie sie in Verbindung mit Ruhebänken
an Kreuzwegen und Heerstrassen besonders in Bayern und Tirol
häufig zu sehen sind. Das Monument besteht aus grünlichem
Sandstein, die Grabplatte aus blauem Granit. Die Laterne, auf
der das bronzene Marienbild steht, ist mit grünglasierten Ziegeln
gedeckt.

Tafel 88. Musterzeichenschule in Budapest; erbaut von
Professor Ludwig Rauscher daselbst.

Das Gebäude enthält im Souterrain Räume für Gipsgiesserei,
Centralheizung und Dienerwohnungen; im Parterre, ersten und
zweiten Stock Zeichen-, Lehr- und Sammlungssäle, Lehrerzimmer
und eine Wohnung für den Direktor.

Bis zum ersten Stock ist das Gebäude aus Bruchsteinen,
darüber aus verputztem Ziegelmauerwerk hergestellt.

Die geputzten Flächen sind mit Sgraffitos geschmückt,
deren Entwurf von Lehrern der Anstalt, den Professoren
Bartholomew Szdkely und Ludwig Rauscher, hergestellt
wurde.

Die Baukosten betrugen 300000 fl.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
loading ...