Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 13.1897

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Architektonifche Rundfchau

SKIZZENBLÄTTER

AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST

HERAUSGEGEBEN

VON

Ludwig Eifenlohr und Carl Weigle

ARCHITEKTEN IN STUTTGART.

13. Jahrgang 1897.

4. Heft.

Monatlich eine Lieferung zum Preise von 31. 1.50.

IN HALT.

Tafel 25 u. 26. Schloss Primkenau; erbaut von Hof baurat
E. Ihne in Berlin.

1. Vorderansicht. — 2.u. 3. Details der Vorder-und Rückseite.

Dieses malerische Schloss ist ganz aus schlesischem (Rack-
witzer) Stein erbaut;
die Flächen aus Bruch-
stein, die Ecken und
Architekturglieder aus
Werkstein.

Das Dach ist mit
überschwemmten Zie-
geln gedeckt.

Tafel 27. Fried-
hofkapelle und Leichen-
halle in Radeberg; er-
baut von Architekt W.

Georg Richter da-
selbst.

Grundfläche des
Mittelbaues 143 qm, Flü-
gel- und Verbindungs-
bauten 2 32 qm; bebaute
Gesamtfläche 375 qm.

Die Baukosten betrugen
rund 40000 M., ohne das sehr bescheidene Mobiliar', welches
auf ca. 500 M. zu veranschlagen ist.

Als Material zur Verblendung der Aussenflächen des Bau-
werks wurden Fabrikate der Uilersdorfer Verblendsteinwerke
verwendet, zur Sockelplinthe blauer Granit, während alle sonstigen
Architekturteile in Elbsandstein ausgeführt wurden.

Die Konstruktion der äusseren und inneren Kuppel wurde
nach System Monier ausgeführt. Die Herstellungskosten der-
selben einschliesslich der Eisenkonstruktion belaufen sich auf
ca. 3000 M.

Kuppel und sonstige Dachflächen des Mittelbaues sind in
Zinkblech eingedeckt; die Flügelbauten in englischer Schiefer-
dachung; die Verbindungsbauten in Holzcementdachung.

Leichenhalle und Verbindungsbauten haben horizontale Holz-
decken mit sichtbarem Balkenwerk erhalten. Die malerische
Ausschmückung der Kapelle ist zur Zeit nur eine provisorische.

Tafel 28. Festsaal der Villa Siegle in Stuttgart; erbaut

von Lambert & Stahl,
Architekten daselbst.

Längenwand, Quer-
wand und Decke.

Anschliessend an die
1871 von Gnauth er-
baute Villa Siegle in
Stuttgart wurde von
Lambert & Stahl 1893
ein Festsaal mit Win-
tergarten errichtet.

Der Saal sollte mög-
lichst viel freie Wand
zum Hängen vonBildern
bieten und durch Ober-
licht beleuchtet sein.

Die Decke wurde
durch zwei mächtige
Unterzüge in drei Haupt-
felder geteilt. Inmitten
jedes dieser Felder wurde ein dreiteiliges Oberlicht zwischen
reichgeschnitzten Panneaux angeordnet. Die Dekoration dieser
sechs Panneaux hat auf die Thätigkeit des Reichstags Bezug.
Im Mittelfeld ist das allgemeine Wahlrecht und die Gesetz-
gebung dargestellt, im linken Feld: Schöne Künste und Land-
wirtschaft, im rechten: Krieg und Handel und Schifffahrt.

Die Wand A ist gegen den Wintergarten offen; in der
Mitte durch eine grosse Spiegelscheibe, links und rechts durch
Bronzethüren geschlossen.

_?äi.

Grundriss des Schlosses Primkenau; erbaut von Hof baurat E. Ihne in Berlin.
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