Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 13.1897

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Architektonifche Rundfchau

SKIZZENBLÄTTER

AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST

HERAUSGEGEBEN

VON

Ludwig Eisenlohr und Carl Äftfeigle

ARCHITEKTEN IN STUTTGART.

13. Jahrgang 1897.

6. Heft.

Monatlich eine Lieferung zum Preise von Mark 1, 50.

IN HALT.

Russische Kirche in Stuttgart;

erbaut von

Tafel 41.

Eisenlohr &Weigle, Architekten daselbst.

Diese Kirche wurde in den Jahren 1895 und 1896 für die
kaiserlich russische Staatsregierung durch Vermittlung der kaiser-
lich russischen Gesandt-
schaft in Stuttgart ent-
worfen und erbaut.

Das unregelmässig ge-
formte, durch die Kreu-
zung von drei Strassen-
zügen gebildete Grund-
stück gab den Architekten
gute Ge-
legenheit,
den Typus
eines echt
russischen
Gotteshauses
zum Aus-
druck zu
bringen und
die Kirche in

Grundriss der Russischen Kirche in Stuttgart;
erbaut von Eisenlohr & Weigle, Architekten daselbst.

Form einer kleinen Baugruppe zu gestalten. Dieser Typus wurde
auch mit Bezug auf die farbige Wirkung der Kirche im Äusseren
streng durchgeführt und die
Architekturglieder aus weissem
Sandstein, die Mauerflächen aus
roten, weiss gefugten Ziegeln
gebildet, während die Dächer
aus verbleitem Eisenblech grün
gestrichen und teilweise ver-
goldet wurden; eine Dach-
bedeckung aus Kupfer war der
beschränkten Mittel wegen aus-
geschlossen.

Der einschiffige Kirchen-
raum ist mit Gewölbeformen
aus Rabitzputz überdeckt, der-

gestalt, dass eine mittlere flache Hängekuppel von zwei seit-
lichen Tonnengewölben flankiert wird. Der ganze Innenraum ist
nach den Entwürfen der

Erbauer über einem Mar-
morpaneel in charakte-
ristischer Weise reich be-
malt unter ausgiebiger
Verwendung von echter
Vergoldung, und verfehlt
nicht, einen stimmungs-
vollen Eindruck hervor-
zurufen. Zur Belebung
des Inneren trägt weiter
eine Sängertribüne bei,
welche, über der Sakri-
stei eingefügt, die dort
befindliche sonst kahle
Hochwand an passender
Stelle durchbricht und
belebt.

Die Baukosten der
kleinen Kirche beliefen
sich mit der inneren
Ausstattung auf rund

Beamtenwohnhäuser der neuen Berliner Wasserwerke am Müggelsee und
in Lichtenberg; entworfen von Regierungsbaumeister Richard Schultze

in Berlin.

Grundriss zu Nr. 2: Wohnhaus für den Betriebsingenieur und zwei Maschinisten.

Grundriss des Wohnhauses Tauenzien-
strasse 14 in Berlin; erbaut von Messel
& Altgelt, Architekten daselbst.

65 000 Mark, wobei zu berück-
sichtigen ist, dass die sehr kost-
spieligeAltarvorwand (Ikonostas)
von einer verlassenen russischen
Kapelle zur Verfügung stand.

Tafel 42. Wohnhaus
Tauenzienstrasse 14 in Berlin;
erbaut von Messel & Altgelt,
Architekten daselbst.

Eingang und Haupttreppe
liegen in der Mittelachse des
Hauses und bedingen den bei-
nahe in zwei symmetrische
Hälften geteilten Grundriss. Im
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