Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 13.1897

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Tafel 84. Konkurrenzentwurf zu einem Kreishaus für
Marienburg von Spalding & Grenander, Architekten in Berlin.
I. Preis.

Der Entwurf ist aus einer Konkurrenz des Berliner Archi-
tektenvereins hervorgegangen
und mit dem I. Preis ausge-
zeichnet worden.

Im Erdgeschoss sind die
Verwaltungsräume, im Ober-
geschoss ist die Dienstwohnung
des Landrats untergebracht.

Tafel 85. Fenstermotiv
aus dem Schlosse Velthurns;
aufgenommen von Architekt
H. Kirchmayr in Klausen.

Tafel 86. Villa Lessing,

W angenheimstrasse 1 o in Grune-
wald bei Berlin; erbaut von
Architekt H. Jassoy in Berlin.

Das Haus enthält, ausser
den Wohnräumen für eine Fa-
milie, ausgedehnte Modellier-
räume im obersten Geschoss.

Auf einem Sockel aus
Basaltlava erhebt sich der ma-
lerische Bau als Putzbau mit
sparsamer Verwendung von
Sandstein. Das Holzwerk im
Aeusseren ist mit Ochsenblut
gestrichen. Die bildnerischen Verzierungen sind von dem Be-
sitzer und seinen Schülern entworfen und meist an Ort und Stelle
stuckiert. Bei reicher innerer Ausstattung beliefen sich die Bau-
kosten auf 150000 M.

Tafel 87. Villa Lipps in Starnberg; erbaut von Architekt
Carl Lemmes in München.

Die Villa ist inmitten eines grossen Gartens gelegen und
gewährt eine herrliche Uebersicht über den See und die ganze
Gebirgskette der Alpen. Das nach dem See hin fallende Terrain

ermöglichte die Anordnung einer Hausmeisterwohnung im Keller-
geschoss nach Süden, während die Kellerräume nach Norden
gelagert sind. Im Erdgeschoss befinden sich die Wohnräume, im
I. Stock ein grosses Atelier mit Nebenräumen, Terrasse und Balkons.

Im Dachraum sind noch
zwei schöne Giebelzimmer und
zwei Kammern angeordnet. Die
Fassaden sind verputzt und hell
getönt, das Dach mit roten
Ziegeln eingedeckt.

Die Kosten des Baues be-
tragen 24000 M.

Tafel 88. Hotel Marquardt
in Stuttgart; erbaut von Eisen-
lohr & Weigle, Architekten
daselbst. 5. Lesesaal. (Siehe
auch Tafel 49, 63, 72 und 80.)

Textblatt. Barockhäus-
chen am Kronprinz Rudolfquai
in Prag; aufgenommen von
Architekt Lutz Paffendorf
in Köln.

Die abgebildete Zeichnung
stellt ein Prager Barockhaus
aus dem Ende des 17. Jahr-
hunderts dar. Anfangs Wasch-
haus des Kreuzherrenklosters,
dessen Kirche im Hintergründe
des Bildes sichtbar, kam es 1791
in Besitz von Alois Teichert und ist augenblicklich Eigentum
von Adalbert Kutizer. Eine Inschrift über der Nepomukstatue
des Dachaufsatzes lautet: „Adesto dux ac lux aedis Lautoriae“,
woraus der Zweck des Hauses ersichtlich ist. Im Parterre ist eine
gewölbte grosse Halle, die Waschzwecken gedient haben wird.

Die Komposition des Hauses ist eine äusserst reizvolle und
es tritt bei ihm, wie bei allen Prager Barockfassaden, das Be-
streben zu Tage, mit möglichst einfachen Mitteln und zartester
Plastik das Hauptmotiv des Gebäudes zur Wirkung zu bringen.

(leschäftshaus der „Preussischen National-Versicherungs-Gesellschaft“
in Stettin; erbaut von Regierungsbaumeister F. Wichards in Berlin.
Grundriss des Erdgeschosses.

Konkurrenzentwurf zu einem Kreishaus für Marienburg von Spalding & Grenander, Architekten in Berlin.

— I. Preis. —

Grundriss des Erdgeschosses.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
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