Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 15.1899

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Das in Ziegelmauerwerk aufgeführte Gebäude ist mit Kalk-
mörtel verputzt und die Fassaden sind durch Lisenen und Felder-

Villa Manskopf in Niederrad bei Frankfurt a. M.;
erbaut von Architekt Franz von Hoven in Frankfurt a. M.
Rückansicht.

teilung gegliedert und belebt. Von den drei mit Fresken gezierten
Giebeln erhielten zwei Uhren mit reich verzierten Zifferblättern.

Wir geben die Abbildung der Fassade nach des

Verfassers Originalentwurf, der bei „ der Ausführung

nur geringfügige Aenderungen er- I fuhr.

Tafel 5. Wohnhaus am Platzl in München; erbaut von
Architekt Max Ostenrieder daselbst. — 1. Fassade.

Der Bau enthält im Erdgeschoss Läden und Geschäftsräume
und in vier Obergeschossen Wohnungen, deren Einteilung aus
dem Grundriss ersichtlich ist. Die Ar-
chitekturteile im Erdgeschoss, am Erker
und Giebel, sowie Gesimse und Fenster-
umrahmungen sind aus Muschelkalk, die
Fassadenflächen in rauhem Mörtelverputz
hergestellt. Zu den Säulen der Loggia

ERDGESCHOSS

ist roter Untersberger Marmor und zu den reich durchbrochenen
Masswerkbrüstungen französischer Kalkstein verwendet. Einzelne
Teile, wie die Wappen über der Loggia und die auf einer Konsole
unter kupfernem Baldachin stehende Madonnenfigur sind farbig
behandelt. Neben dem Erker bilden die dekorativen Malereien,
die sich über das ganze Erdgeschoss hinziehen und die Rück-
wand der Loggia bedecken, einen besonders reizenden Schmuck
der sonst schlicht gehaltenen Fassade. Der Grund der Malereien
ist schwarz, Figuren und Rankenwerk sind grün und mit gelben
Lichtern aufgehöht. Entworfen und ausgeführt sind dieselben
von Kunstmaler Franz Naager in München.

Grundrisse des Hauses Horst bei Düsseldorf;
erbaut von Baurat Otto March in Charlottenburg.

Tafel 6. Detail des Treppenhauses für den Senat im Re-
gierungsgebäude des Staates New York zu Albany, N.Y.; erbaut
von den Architekten H. H. Richardson und J. G. Perry.

Aus „The American Architect and Building News“.

Tafel 7. Villa Manskopf in Niederrad bei Frankfurt a. M.;
erbaut von Architekt Franz von Hoven in Frankfurt a. M.

■ Diese Villa ist etwa drei Kilometer von Frankfurt, am Ober-
forsthause gelegen. Das Terrain, auf dem sie in den Jahren
1894—95 erbaut wurde, wird auf drei Seiten vom Frankfurter
Walde umschlossen. Die Eingangsseite ist nach Südosten ge-
richtet, während die Aussichtsseite, nach der die meisten Wohn-
räume und die Loggia liegen, nach Nordwesten gerichtet ist.
Man hat nach dieser Seite den Blick über die Mainebene nach
dem Taunusgebirge. Die Architektur ist äusserst einfach gehalten
und die grossen glatten Wandflächen
sind nur durch die grünen Fensterläden
belebt, im übrigen aber wurde versucht,
die malerische Wirkung durch Gruppie-
rung der Baumassen zu erreichen.

Der Sockel ist in Basaltcyklopen-

Grundrisse des Schulhauses an der Stielerstrasse in München; erbaut von Professor Carl Hocheder daselbst.
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