Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 15.1899

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Einführung in die
antike Kunstge-
schichte. Von Dr.
Rudolf Adamy.
Hannover, Helwing-
sche Verlagsbuch-
handlung. 1884.

Das Werkchen ver-
dankt sein Entstehen
einem Cyklus von
öffentlichen Vorträgen
des Verfassers und be-
zweckt , weniger als
eine Belehrung, viel-
mehr als Anregung
zum Kunststudium in
weiteren Kreisen zu
dienen.

Gotisches Muster-
buch. Herausgege-
ben von V. Statz
u. G.Ungewitter.
2. Auflage. Neu
bearbeitet von K.
Mohrmann, Pro-
fessor in Hannover.
Leipzig, Verlag von
Chr. H. Tauchnitz.
1897.

Wer die Umarbei-
tung des Ungewitter-
schen Lehrbuchs durch
den Verfasser schätzen
gelernt hat, wird es
mit Freude begrüssen
und als eine gewisser-
massen selbstverständ-
liche Konsequenz empfinden, dass von ihm nunmehr auch die jenes Werk
ergänzenden Tafeln des „gotischen Musterbuchs“ einer Neubearbeitung
unterzogen worden sind. Die Aufnahmen von Gesamtbauten, sowie weniger
bedeutende und alle neuentworfenen Gegenstände sind ausgeschieden und
dadurch Raum geschaffen worden für eine Anzahl mustergültiger Beispiele
aus bisher weniger ausführlich behandelten Gebieten. Hierdurch ist dieses
Werk wieder auf die Höhe des ihm zur Seite stehenden und von ihm un-
zertrennlichen Lehrbuchs der gotischen Konstruktionen gehoben und bildet
für das Studium gotischer Kunstweise und für alle, welche in dieser Stilart
entwerfen wollen, ein unentbehrliches Vorlagenwerk.

Verkleinerte Wiedergabe einer Tafel aus
„Franz Brantzky, Reiseskizzen“ (s. Litteratur).
Mit Genehmigung der

Verlagsbuchhandlung Kanter & Mohr in Berlin.

Das deutsche bürgerliche Einfamilienhaus. Eine Sammlung von Ent-
würfen deutscher Architekten für Einfamilienhäuser des gebildeten
Mittelstandes. In 6 Abteilungen. Als Ergebnis eines von ihm veran-
stalteten Wettbewerbs herausgegeben von August Exter, Architekt
in Pasing bei München. Mit 130 Tafeln, sowie kurzer Einleitung bei
jeder Abteilung. 1. Abteilung: Häuser mit drei Zimmern und Küche.
30 Tafeln. Preis in Mappe 18 M. — 2. Abteilung: Häuser mit vier
Zimmern, Küche und Kammer. 12 Tafeln. Preis in Mappe 8 M.
1898. Leipzig, Baumgärtners Buchhandlung.

Ein vom Herausgeber veranstalteter Wettbewerb hat die Einsendung
von ca. 500 Plänen zur Folge gehabt und den Gedanken nahegelegt, eine
Auswahl davon der Öffentlichkeit zu übergeben. Es sollen hierdurch die
Leistungen dieses Wettbewerbs weiteren Kreisen zugänglich gemacht und
die Anregung gegeben werden, dass sich die deutsche Architektenschaft
mehr und mehr der Bearbeitung dieses Gebietes zuwende. Der Baulustige
soll in den Stand gesetzt werden, sich das auf seine Verhältnisse passende
Material auszusuchen, beziehungsweise sich zu orientieren.

Die Entwürfe sind meist sehr ansprechend und zweckmässig aus-
gearbeitet. Einzelne Tafeln sind, wenn auch oft sehr primitiv, farbig be-
handelt. Der Aufbau ist oft recht malerisch und zweckentsprechend. Nur
will uns scheinen, dass der Putzbau eine allzu einseitige Bewertung erfahren
hat, indem sämtliche Entwürfe dieser Bauweise angehören. Den vorliegen-
den zwei Lieferungen sollen im Laufe des Jahres noch vier weitere folgen.

Architektonische Studien. Entworfen von Studierenden an der kgl.
Technischen Hochschule zu Berlin. Herausgegeben vom Akademischen
Architektenverein Berlin. Jährlich 4 Hefte ä 4 M. 50 Pf. Erster Jahrgang
1898. Leipzig, Baumgärtners Buchhandlung.

Den bisher in zwangloser Weise erschienenen Veröffentlichungen des
Akademischen Architektenvereins Berlin schliesst sich die neue Publikation
als regelmässig herauszugebende Zeitschrift an. Wie die uns vorliegenden
beiden ersten Hefte zeigen, scheint das Unternehmen in Ausstattung und
Format gut eingeleitet und verspricht in seinem Verlauf eine Menge von
Anregung zu geben.

Bei der Entstehungsweise der veröffentlichten Entwürfe spiegeln sich
darin unwillkürlich die Persönlichkeiten und Stilrichtungen der jeweiligen
Lehrer, unter deren Leitung dieselben gefertigt wurden, und da bei der
Lehrerschaft der Berliner Technischen Hochschule so ziemlich alle zur Zeit
angewandte Stilrichtungen vertreten sind, so erhalten wir ein nahezu um-
fassendes Bild der gegenwärtigen, in so frischem Fluss befindlichen Be-
strebungen in der deutschen Baukunst. Was den Wert der einzelnen Studien
anbelangt, so finden wir neben solchen, denen, wie es nicht anders sein
kann, die Schule noch etwas anklebt, wirkliche Meisterleistungen, so den
Entwurf zu einem Mausoleum für Bismarck von W. Kuntz, zu einem Rat-
haus von Otto Kuhlmann. einer Kirche von K. Sturtzkopf u. a.

Wie aus dem Vorgesagten hervorgeht, haben wir somit alle Veran-
lassung, dem Unternehmen Glück zu seinem weiteren Gedeihen zu wünschen.

Dekorative Kunst. Zeitschrift für angewandte Kunst, herausgegeben von

H. Bruckmann in München und J. Meier-Graefe in Paris. 2. Jahr-
gang. München, Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. Monatlich ein Heft.

I. Heft. Oktober 1898. 43 Seiten. Mit zahlreichen Abbildungen.

Preis 3 M. 75 Pf. für das Vierteljahr.

Diese nach Form und Inhalt vortreffliche Zeitschrift, welche die
modernen Bestrebungen hauptsächlich auf dem Gebiet des Kunsthand-
werks auf ihr Panier geschrieben hat, widmet den ganzen Inhalt des
uns vorliegenden ersten Heftes des neuen Jahrgangs dem Schaffen des
belgischen Künstlers Henry van de Velde. Van de Velde ist einer der
bedeutendsten Vorkämpfer des unsre moderne Kunst mit Macht erfüllenden
Bestrebens, für Kunstgewerbe und Architektur neue Ausdrucksmittel zu
schaffen; er hat mit seiner eigenartigen künstlerischen Individualität Schule

gemacht und auch in unser deutsches kunstgewerbliches Leben mächtig
eingegriffen. Wir begegnen seinem Einfluss und der besonderen Art der
Linienführung seiner Ornamentierung bei modernen, künstlerisch behandelten
Gebrauchsgegenständen auf Schritt und Tritt, und so müssen wir der Re-
daktion der „Dekorativen Kunst“ dankbar sein, dass sie uns in Wort und
Bild einen Überblick über die Arbeitsweise dieses eigenartigen Künstlers
gewährt.

Van de Veldes Art der Formgebung unterscheidet sich wesentlich
von derjenigen der grossen englischen Dekorateure, so dass er im Gegen-
satz zu diesen von der Benutzung pflanzlicher und tierischer Elemente beim
Ornament nahezu vollständig absieht und seine Wirkungen nur in eigen-
artiger Linienführung mit Benutzung der Farbe zu erzielen sucht.

Das vorliegende Heft zeigt uns nun eine erstaunliche Vielseitigkeit
des Meisters, welche nicht nur das gesamte Kunstgewerbe, sondern auch
Versuche auf dem Gebiete der reinen Baukunst umschliesst.

Wenn die im Bilde vorgeführten kunstgewerblichen Gegenstände
unsrem, eben immer noch vom „Alten“ stark beeinflussten Geschmack
nicht immer mundgerecht sein wollen, so können wir doch deren Reiz nicht
ganz widerstehen und verdanken ihnen immerhin bedeutende Anregung.

Am prächtigsten zeigt sich das Talent des Künstlers auf dem Gebiet der
reinen Flächenverzierung, wie sie für Bucheinbände, Tapeten etc. gegeben
ist. Hier bewirkt sein Ornament mit einfacher Linienführung in vielseitigem
Spiel Wirkungen von ganz entzückendem Reiz. Auf alle Flächenbehand-
lungen möchten wir jedoch dieses Lob nicht ausgedehnt wissen, da wir
uns z. B. beim Anblick einiger Entwürfe für Glasfenster des Eindrucks
einer gewissen Sterilität nicht erwehren können; hier fehlt entschieden eine,
wenn auch kleine Beigabe organischen Lebens, und möchten wir hierin
den Engländern entschieden den Vorzug lassen.

Am wenigsten können unsrem Standpunkt die architektonischen
Leistungen van de Veldes Zusagen, da sich hier ein starker Dilettantismus
äussert, der keine neuen Gedanken zu Tage fördert.

Der moderne Stil. Zusammengestellt und herausgegeben von Julius Hoff-
mann jr. Stuttgart, Verlag von Julius Ploffmann. 15 Lieferungen ä 1 M.

Das genannte Unternehmen bezweckt, das Beste, was in unsrer Zeit
auf kunstgewerblichem Gebiet geleistet wird, in knapper Form zur An-
schauung zu bringen. Der Titel „Der moderne Stil“ wurde gewählt, da
thatsächlich am Ende des laufenden Jahrhunderts auf allen Gebieten der
bildenden Künste mit Erfolg Bestrebungen im Gang sind, mit dem Alten
zu brechen und neue Formen und Gedanken, vorzüglich auf dem Gebiet
des Kunslhandwerks, zum Ausdruck zu bringen. Von England und Amerika
ausgegangen, hat dieses frische Streben auch tief in unsre deutsche Kunst
eingegriffen, und da dieses neue Kunstleben nicht genug gefördert werden
kann, so ist die vorliegende Unternehmung in hohem Grade dankenswert.

Die Auswahl der einzelnen Gegenstände und ihre Darstellung ist
vorzüglich, die daraus fliessende Anregung bedeutend, so dass wir dem
schaffenden Künstler das Werk aufs beste empfehlen können.

F. Brantzky, Reiseskizzen. Berlin, Verlag von Kanter & Mohr. 100 Tafeln.
Preis 20 M.

Das vorliegende kleine Werk bringt, wie der Titel besagt, Reise-
skizzen des in Fachkreisen bestbekannten Architekten. Brantzky, wie sie
im Lauf der letzten Jahre auf dessen Studienfahrten an den Rhein, die
Mosel, den Neckar u. a. entstanden sind. Die Wiedergabe der Studien ist
direkt dem Skizzenbuch entnommen und atmet somit den frischen Geist
des ersten Erfassens der reizvollen Architekturbilder. Die in pikanten
Bleistiftzeichnungen zu Papier gebrachten Motive bringen neben vielem Be-
kannten manches Neue, jedenfalls in knapper Form eine Fülle von Anregung.

Ausgewählte Ornamentschnitzwerke des XV.— XVIII. Jahrhunderts.

Ausgewählt und herausgegeben von Adalbert Roeper unter Mit-
wirkung und mit einem Vorwort von Hans Bösch, Direktor des
Germanischen Museums zu Nürnberg. 50 Tafeln in Lichtdruck von
Jos. Albert. München, Kunstverlag von Jos. Albert.

Die vorliegende Publikation bietet in schönen Lichtdrucken eine
grosse Auswahl der schönsten Holzschnitzarbeiten hauptsächlich aus dem
reichen Schatz des Bayrischen Nationalmuseums in München und Germani-
schen Museums in Nürnberg. Die grosse Anzahl der ausgewählten Motive,
welche das Detail vortrefflich erkennen lassen, wird dem Architekten und
Kunsthandwerker gute Dienste leisten; das Werk kann daher aufs beste
von uns empfohlen werden.

Bilder- und Spiegelrah-
men vorzugsweise in
Schnitzarbeit von Alb-
recht Dürer bis zum
Rokoko. Ausgewählt
und herausgegeben von
Adalbert Roeper
unter Mitwirkung und
mit einem Vorwort von
Hans Bösch, Direk-
tor des Germanischen
Museums zu Nürnberg.
3oTafeln in Lichtdruck
von Jos. Albert. Mün-
chen, Kunstverlag von
Jos. Albert.

Diese Publikation bil-
det eine dankenswerte
Ergänzung des eben be-
sprochenen Werkes, da
die vorgeführten Rahmen
vorzugsweise die prächtig-
sten Holzschnitzereien aus
der im Titel genannten
Zeitperiode repräsentie-
ren. Wir können daher im
weiteren nur wiederholen,
was wir oben gesagt haben.

Weiter ist der Redak-
tion zugegangen:'

Die Staffage. Von E.
Edel und C. Schne-
bel. Motive für Archi-
tekten, Lithographen,
Zeichner und Dilettan-
ten. Berlin, Verlag von
Kanter & Mohr.

m Ä

Verkleinerte Wiedergabe einer Tafel aus
„Franz Brantzky, Reiseskizzen“ (s. Litteratur).
Mit Genehmigung der

Verlagsbuchhandlung Kanter & Mohr in Berlin.
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