Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 15.1899

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Untersberger Marmor gefertigt. Die Herstellung der Marmor-
arbeiten erfolgt durch die Aktiengesellschaft für Marmorindustrie
Kiefer in Kiefersfelden (Oberbayern).

Kaiser-Jubiläums-Stadttheater in Wien; erbaut von den
Architekten Alexander Graf und Franz Freiherr von Krauss daselbst.

— Grundriss. —

Tafel 75. Wohnhaus an der Wagmüllerstrasse in München;
erbaut von Professor Emanuel Seidl daselbst.

Das Haus enthält in sämtlichen Stockwerken je zwei Woh-
nungen, deren Disposition aus dem beigegebenen Grundriss des
dritten Stockwerks ersichtlich ist. Das Mauerwerk ist mit Aus-
nahme des Betonsockels ganz aus Backsteinen aufgeführt und
mit Kalkmörtel rauh verputzt, nur die Fenstersysteme, die Thür-
umrahmung und die mit Fruchtge-
hängen gezierten Lisenen im dritten
Stockwerk nebst einigen dekorativen
Teilen am Giebel erhielten glatten Ver-
putz. Diese glatten Teile heben sich
hell von den in etwas dunklerem Grau
gehaltenen rauhen Flächen ab, während
die stalaktitenartig behandelte Rustika
des Erdgeschosses noch einen Ton
dunkler gehalten ist. Das Holzwerk
ist tiefrot, das Gitterwerk hellgrün ge-
strichen.

Tafel 76. Schornsteinköpfe in
Lübeck, Dargun und Glauberg.

Verkleinerte Darstellung aus dem
Werke „Backsteinbauten der Renaissance
in Norddeutschland“, herausgegeben
von Professor Dr. Albrecht Haupt in
Hannover. Verlag von Heinrich Keller
in Frankfurt a. M. Siehe Litteratur.

Tafel 77. Villa Neuburger in
Grunewald; erbaut von Grisebach &

Dinklage, Architekten in Berlin.

Diese Villa wurde 1896—1897
erbaut. Die Fassaden sind als Putzbau
gestaltet, die Ornamente in echtem
Stuck angetragen. Die Giebel sind mit
einem verzierten Metallkamm abge-

deckt, das Dach ist mit rheinischem Schieler in altdeutscher Art
eingedeckt. Sämtliche Decken sind massiv hergestellt (l-Träger mit
massiver Horizontaldecke). An der künstlerischen Ausführung be-

thätigten sich: Bild-
hauer H. Giesecke,
Klempnermeister
B. Heinrich, Maler
Gathemann & Kel-
ler und kgl. Hof-
kunstschlosser Paul
Marcus.

Tafel 78.

St. Stephanskirche
in Fall River, Mass.;
erbaut von Cram,
Wentworth &
G o o d h u e, Archi-
tekten in Boston.
Aus „Architecture
and Building“, New
York.

Tafel 79.
Wohnhaus Ecke
Essenwein- und
Ringstrasse in
Nürnberg; erbaut
von Carl & Hans
Söhnlein, Archi-
tekten daselbst.

Das Gebäude
enthält Souterrain,
vier Stockwerke,
Mansarde und
Trockenboden; es
ist vollständig mas-
siv von weissen
Sandsteinen aus
den Brüchen der

'<C 0 .

Umgegend

herge-

Grundrisse der Villa Neuburger in Grunewald;
erbaut von Grisebach & Dinklage,
Architekten in Berlin.

Entwurf für eine Bismarcksäule von Wilhelm Kreis
in Dresden.

Mit dem I. Preis prämiiert und zur Ausführung empfohlen.

stellt.

Die innere Ein-
richtung entspricht
dem Stil der Fassa-
den und ist mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet. Jedes
Stockwerk enthält eine Wohnung, bestehend aus Empfangs-,
Wohn-, Speise-, Schlaf-, Kinder-, Fremden- und Arbeits-
zimmer, ferner Garderobe, Dienstbotenkammer, Küche, Bade-
kabinett und zwei Aborte. Das Dach ist mit roten Ziegeln
gedeckt.

Vor dem Hause befindet sich ein 5 m breiter Ziergarten.

Die Herstellungskosten belaufen
sich auf ca. 148000 Mark.

Tafel 80. Villa Schill in Stutt-
gart; erbaut von Eisenlohr&Weigle,
Architekten daselbst.

Das Haus ist an steiler Berglehne
in terrassenförmig abgetrepptem Garten
für eine Familie errichtet. Auf beson-
deren Wunsch der Hausfrau musste
die Küche im Erdgeschoss angeordnet
werden, dessen Einteilung aus dem
beigegebenen Grundriss ersichtlich ist.
Im Untergeschoss sind Waschküche,
Bügelzimmer, Keller und sonstige Wirt-
schaftsräume untergebracht. Der erste
Stock enthält Schlafzimmer, Boudoir
und ein mit der oberen Terrasse ver-
bundenes Frühstückzimmer; der Dach-
stock: Gastzimmer und Räume für die
Dienerschaft.

Baumaterial: heller, grünlicher

Sandstein für die Architekturteile und
sogenannter Dopferstein (aus Hoch-
ofenschlacken und Cement hergestellt)
für die Mauerflächen. Das Dach ist
mit glasierten Falzziegeln gedeckt.

Baukosten ohne die äusseren An-
lagen ca. 65000 Mark.

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