Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 17.1901

Seite: v
DOI Heft: 10.11588/diglit.25930.7
DOI Seite: 10.11588/diglit.25930#0046
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/architektonische_rundschau1901/0046
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile

Konkurrenz fiir das Schillermuseum in Marbach.

Grundriss des Hauptgeschosses.

Entwurf von J. Baader und F. Stapff, Architekten in Stuttgart-Magdeburg.

Tafel 30. Landhaus Krähnholm in St. Magnus bei Bremen;
erbaut von E. Gildemeister und W. Sunkel, Architekten
in Bremen.

Das Haus wurde 1896—1897 für Herrn W. Kulenkampff
inmitten eines von Benque angelegten Parkes errichtet. Es ist
von einem Kranze alter Eichen umgeben, die wohl früher ein
Bauerngehöft einschlossen, und die Wünsche des Bauherrn be-
gegneten sich darin mit denen der Architekten, dem Hause
die behagliche Form des niedersächsischen Bauernhauses zu
geben, soweit es sich mit dem Erfordernis zahlreicher luftiger

Zimmer, bedeckter

Sitze im Freien und
jeder modernen Be-
quemlichkeit vereini-
gen liess. In der zwei-
geschossigen Anlage
spricht sich allerdings
mehr der Schwarz-
wälder als der eigent-
lich niederdeutsche
Typus aus, und das
gewünschte maleri-
sche Strohdach musste
durch rote Biber-
schwänze ersetzt wer-
den. Die Mauern des
Erdgeschosses sind

K ü che

lall

Spei se-Z>.

Wohiil-Z.

2

Mädchenzi

ö

1

V -Qj




Kmdend

D iele

UHerrenZ

Erdgeschoss.

volle Durchbil-
dung mit teilwei-
ser Benutzung der
Dachschrägen.

Im eigentlichen
Dachgeschosse
befindet sich un-
ter anderem, das
Billardzimmer
und ein grosser
saalartiger Raum,
der als Kinder-
spielplatz, aber
auch zu Tanz-
und mancherlei
geselligen Zwek-
ken dient. Die
Baukosten betra-
gen 160 000 Mark.

Unter den
Sprüchen, die die
Stockwerk-
schwellen ver-
zieren, sei folgen-
der als bezeich-
nend erwähnt:

»Unter breitem
Dach ist gute
Rast,

Ich will ein Haus
und kein’ Palast.«

Tafel 31.

Entwurf zu einem
Geschäftshaus der
»Wilhelma in
Magdeburg, All-
gemeine Versi-
cherungs-Aktien-
Gesellschaft«,
für Berlin von
Reinhardt &

Süsseng uth,

Architekten da-
selbst.

Im Herbste 1899 hatte die »Wilhelma in Magdeburg, All-
gemeine Versicherungs-Aktien-Gesellschäft«, einen Wettbewerb
ausgeschrieben, um Pläne für die Bebauung ihres Grundstücks,
Taubenstrasse 16/17 in Berlin, zu erhalten. Preisrichter waren:
Der kaiserliche Geheime Baurat Dr. Wallot in Dresden; der
königliche Baurat und Stadtbaurat Hoffmann in Berlin, Professor
Kessel in Berlin, sowie zwei Mitglieder der Bankdirektion.

Grundrisse des Landhauses Krähnholm in St. Magnus
bei Bremen; erbaut von E. Gildemeister und \V. Sunkel,
Architekten in Bremen.

Grundriss zum Wohnhaus Dorotheenstrasse 6 in
Berlin; erbaut von Architekt Alfred Breslauer
daselbst.

weiss geputzt, das Obergeschoss mit den
Giebeln ist in Eichenholzfachwerk herge-
stellt, dessen Schwellen und Ständer die
starken Abmessungen und das flach ge-
schnitzte Ornament alter Plolzbauten von
Goslar und Hildesheim zeigen.

Die Wohnzimmer zu ebener Erde 11m-
schliessen die zum gemeinschaftlichen Auf-
enthalt bestimmte Diele mit dem Kaminplatz,
holzgeschnitzten Galerieen und schwerer
Balkendecke. Diele und Zimmer sind unter
Benutzung alten Schrank- und Täfelwerks
stattlich und vornehm ausgestattet, auch die
Schlaf- und Gastzimmer des oberen Stock-

Photographie von Christian Herbst in Worms. 1900.

Neue Strassenbrücke in Worms; erbaut von Geh. Oberbaurat Professor Hofmann in Darmstadt.
loading ...