Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 17.1901

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Reiseskizze aus Italien; aufgenommen von Architekt A. Krutzsch in Zittau.

G. Hauptmann in Dresden; erbaut von

gruppierte Fläche "wurde durch eine zum Teil reich ornamentierte
Rahmenarchitektur in glattem und rauhem Verputz verziert.

Die Fassade ist in reiner Putztechnik ohne Verwendung von
Steinmaterial hergestellt, und zwar Gesimse, Bildhauerarbeit u. s. w.
in Zementstampfbeton, die rauhen Flächen aus Kalkmörtelverputz.
Während erstere ihre natürliche graue Farbe behielten, sind die
letzteren leicht gelblich getönt. Die Gesimse sind an Ort und
Stelle eingestampft, die Bildhauerarbeiten gegossen und eingesetzt.
Das Holzwerk ist mit Ausnahme des eichenen Einfahrtthores, das
seine Naturfarbe behielt, grün gestrichen, das Dach mit roten
Platten eingedeckt.

Tafel 79. Villa
Sc hillin g&Graeb-
uer, Architekten da-
selbst.

Die Bedingun-
gen für die Grund-
rissentwicklung wa-
ren, dass sich um eine
zentrale Anlage mit
Treppe die Wohn-
räume gruppieren.

Da ein Arbeits-
zimmer für den Herrn
nur im obersten
Stockwerk liegen
sollte, war für das
Erdgeschoss nur der
übliche Wohn- und,

Gesellschaftsraum
nebst Speisezimmer
nötig. Hierzu kam
noch über der tiefer
liegenden Küche ein
kleiner Raum in hal-
ber Geschosshöhe,
der teilweise in den
ersten Stock hinein-
greift.

Durch diese An-
lage ergab sich für
den ersten Stock die
Höherlage des elter-
lichen Schlafzimmers
gegenüber dem an-
schliessenden Schlaf-

Zweiflügeliges Fenster in Kunstverglasung; ausgeführt von Gustav Schulze & Jost,
Glasermeister in Berlin.

zimmer der Söhne. -—

Im Dachgeschoss be-
findet sich ein grosser
Arbeitsraum, der sich
von der Vorderseite
durch das ganze Stock-
werk bis nach dem Söl-
ler zu erstreckt, wo-
durch auch wieder der
Teil, der über dem
darunter befindlichen
Schlafzimmer liegt, eine
Erhöhung erfahren hat.

Die Ausstattung des
Gebäudes wurde in ein-
facher Weise gewünscht
und das Hauptgewicht
auf die Diele gelegt,
wodurch die andern
Räume nur das, was
man eine gut bürger-
liche Ausstattung nennt,
erhalten haben.

Die Gesamtkosten,
inklusive Bauplatz, be- Beleuchtungskörper; ausgeführt von Paul Stotz,
trao-en ca. 150000 M Kunstgewerbliche Werkstätte in Stuttgart.

Tafel 80. Bis-
marckturm am Starnbergersee; erbaut von Bauamtmann Theodor
Fischer in München.

Das Denkmal erhebt sich auf einer bewaldeten Anhöhe am
Nordostufer des Sees in der Nähe der Dampfschiffstation Leoni.
Der landschaftlich besonders bevorzugte Punkt bietet einen freien
Ueberblick über die ganze Seefläche und ein umfassendes Pano-
rama der deutschen Alpen von den Allgäuer bis zu den Salz-
burger Bergen.

Auf quadratischer Grundfläche von 18 m Seite erhebt sich
der turmartige Aufbau bis zu einer Höhe von annähernd 30 m.
An der Nordseite des mit einer gewölbten Bogenhalle umgebenen
Denkmalkerns ist eine reich ornamentierte Bronzetafel mit der
Widmung angebracht; nach einem Entwürfe Fischers von Bild-
hauer Georg Wrba in München modelliert. In den halbkreis-
förmigen Schildflächen sieht man in flachem Relief zwischen
Kindergestalten und mannigfach verfchlungenem Rankenwerk
die Wappen der deutschen Bundesstaaten und freien Städte.
Der über dem Kupferdach der Vorhalle’ angebrachte plastische

Schmuck weist in
wirkungsvoller Sym-
bolik auf das Werk
dessen hin, dem zum
bleibenden Gedächt-
nis das Mal errichtet
wurde. Mehr skizzen-
haft ausgeführte und
willkürlich in die Um-
fassungsmauer des
Unterbaues einge-
fügte Reliefdarstel-
lungen beschäftigen
die Phantasie des Be-
schauers und geben
den Gedanken be-
stimmte Richtung.
Eine eingehende Be-
schreibung und Ab-
bildung des bildlichen
Schmuckes findet sich
in der Zeitschrift des
bayrischen Kunstge-
werbevereins »Kunst
und Handwerk«,
Jahrgang 1900, Heft4.
Sämtliche in Stein
ausgeführte Skulptu-
ren stammen von Bild-
hauer Josef Floss-
mann in München.

Ausser einem klei-
nen Gelass im Unter-
bau zum Unterbringen
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