Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 17.1901

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Aufsätzen über architektonische Zeit- und Streitfragen und kunstgeschichtliche Aufsätze etc.
aus der Feder hervorragender Fachleute bringen.

Eine Uebersicht der bemerkenswerten neueren Stoffe für die Dekoration und den inneren
Ausbau, Details, Reiseskizzen und Aufnahmen, Motive aller Art, eine reiche Auswahl von
Abbildungen eigenartiger und mustergültiger Schöpfungen des Kunstgewerbes, soweit sie im
Zusammenhänge mit der Architektur stehen, und gelegentliche Ueberblicke über die Entwickelung
und Leistungen einzelner für den Architekten besonders wichtiger Gebiete des Kunstgewerbes
werden den obenerwähnten besonderen Bedürfnissen der Gegenwart Rechnung tragen.

Von besonderem Werte wird es ferner für die meisten Fachgenossen sein, denen eine
reichhaltige Zeitschriften-Bibliothek nicht zur Verfügung steht, in einer „Zeitschriftenschau“ eine
Uebersicht über den wesentlichsten Inhalt der bedeutendsten ausländischen Architektur-Zeitschriften
zu erhalten.

Wir hoffen, mit dieser Erweiterung unseres Programmes den Wünschen und Bedürfnissen
unserer Abonnenten entgegenzukommen und ihre dankbare Zustimmung, vor allem aber ihre
thatkräftige Unterstützung durch zahlreiche Beiträge in Wort und Bild zu finden.

Möge die „Architektonische Rundschau“ in der neuen erweiterten Form sich die alte An-
erkennung und Wertschätzung der Fachgenossen bewahren und sich zahlreiche neue Freunde
und Anhänger dazu erwerben!

Verlag und Redaktion der „Architektonischen Rundschau“.

INHALT.

Tafel 89. Das

Künstlerhaus in Mün-
chen; erbaut von
Professor Gabriel
Seidl daselbst.

Die Bemühun-
gen zur Schaffung
eines der Münchener
Künstlerschaft ent-
sprechenden, würdi-
gen Künstlerhauses
reichen bis in die
siebziger Jahre zu-
rück. Viele Jahre
vergingen, bis die
Platzfrage entschie-
den war und der
jetzige zum Teil
durch Schenkungen
von Stadt und Staat
in den Alleinbesitz
der Künstlergenos-
senschaft kam.

Unterdessen war,
nur durch eine
schmale Strasse ge-
trennt, hinter dem
gewählten Platze die
neue, prächtige Sy-
nagoge entstanden,
deren schönster Teil
sich dem zu schaffen-
den Künstlerheim zu-
wandte. Dem mit
der Lösung betrauten,
bekannten Künstler
Gabriel Seidl drängte
sich der wohl einzig
richtige Gedanke auf,
das neu entstandene
grossartige Architek-
turwerk nicht zu be-
einträchtigen. Sein
Entwurf stellte den
eigentlichen Saalbau
deshalb so in eine

Internationale Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen in Berlin igoi.

Eckpartie des Vortragssaales.

Nach Plänen des Kreisbauinspektors Jaffe in Berlin ausgeführt vom Baugeschäft Boswau & Knauer

und Maler J. Soboda daselbst.

Ecke des Bauplatzes,
dass er in Zusam-
menwirkung mit der
mächtigen Synagoge
das viel bewunderte,
einzig schöne Archi-
tekturbild am Ma-
ximiliansplatze er-
zeugte. Diesem Platz
schliessen sich die
niedrigeren Teile des
Gesamtbaues, wie
allgemeine Restau-
ration etc. an, durch
den malerisch wir-
kenden Hof von dem
Saalbau getrennt.
Derselbe enthält im
Erdgeschoss nach
dem vornehm, mo-
numental gehaltenen
Vestibül noch jm
Empfangs- und Lese-
zimmer prächtig aus-
gestaltete Räume.
Die Perle des Ganzen
bildet naturgemäss
der Festsaal mit dem
anstossenden Speise-
saal, zu dessen im-
posanter Ausstattung
unter Gabriel Seidl
und F. von Lenbach
die hervorragendsten
der Künstler mit-
wirkten. Demselben
schliesst sich die
Terrasse zum Auf-
enthalt im Freien mit
schönen Ausblicken
auf die anliegenden
Plätze an.

Im Dachgeschoss
sind neben der Woh-
nung des Wirtes noch
einige Nebenräume
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