Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 17.1901

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untergebracht.— Küchen und sonstige Wirtschaftsräume befinden

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sich im Kellergeschoss.

Eine Nebentreppe führt empor zur bekrönenden Laterne,
von dort geniesst man eine umfassende Aussicht über Stadt
und Land.

Grundrisse des Künstlerhauses in München; erbaut von Professor Gabriel Seidl daselbst,

Tafel 90. Studie für ein Museum der schönen Künste
von Architekt Gyula Kann in Budapest.

Die Fassade ist aus Haustein gedacht. Ueber den Fenstern
sind die Medaillen berühmter Meister in farbigem Mosaik ange-
bracht. Die Kupferdeckung der Kuppel soll mit künstlicher,
grüner Patina versehen werden.

Tafel 91. Wohnhaus Mittelstrasse 60 in Berlin; erbaut
von Architekt Wilhelm Haupt daselbst.

Dasselbe wurde erbaut in der Zeit vom Oktober 1895 bis
Oktober 1896 und zwar als Putzbau. Im Erdgeschoss und ersten
Stock ist ein Weinrestaurant untergebracht, während die oberen
Stockwerke Wohnungen enthalten. Das Figürliche modellierte
Ludwig Vordermeyer. Die Ausführung wurde von Baumeister
Max Ziegra durchgeführt. Die Baukosten betrugen 110000 Mark.

Tafel 92. Pfarrkirche in Unter-Themenau; erbaut von
Architekt Karl Weinbrenner in Wien.

Dieser Kirchenbau verdankt seine Entstehung der Munificenz
seines Patrones, des regierenden Fürsten von und zu Liechten-
stein, dessen



Wunsch
auch bestim-
mend war für
die Wahl des
Stiles und
die Grund-
rissform
einer Cen-
tralanlage.
Auch das
Baumaterial
war bedingt
durch das in
unmittelba-
rer Nähe des
Bauplatzes
erzeugte Zie-
gelmaterial,
das

Bezug

Grundrisse zum Wohnhaus Mittelstrasse 60 in Berlin;
erbaut von Architekt Wilhelm Haupt daselbst.

sich in
auf
Farbe, Wet-
terbeständig-
keit und
Druckfestig-
keit in vor-
züglicher
Weise be-

währt hat. Aus demselben Grunde wurden sowohl die Aussen-
flächen in roten Verblendern, als auch alle Abdeckungen und
Gliederungen innen und aussen in Formsteinen, die ornamentalen
Teile in gebranntem Thon angefertigt.

Haustein fand in geringerem Masse Verwendung für Kreuz-
blumen, Wasserspeier u. dergl., sowie im Innern für Pfeilersockel,
Gewölbschlusssteine und die Kapitäle der Dienste.

Der Grundriss ist einfach disponiert. Er entwickelt sich
aus zwei über Eck gestellten Quadraten von je 24,5 m Seiten-
lange. Hierdurch wird ein achteckiger Centralraum gebildet, an

welchen sich fünfeckige Seitenkapellen anschliessen. Die Glocken-
türme wurden nur in den unbedingt notwendigen Abmessungen
hergestellt, um den Mittelbau nicht zu drücken.

Der Aufbau zeigt eine reiche Gliederung, welche durch die

lebhaften Farben des verwen-
deten Materials und den Glanz
der Glasuren unterstützt wird,
um so mehr als die in roten
Ziegeln hergestellten Mauer-
massen durch die V erwendung
von braunen und grünen Gla-
suren zu Friesen, Gliederungen
etc., sowie durch kleinere
weisse Putzftächen sehr belebt
wurden. Demgegenüber sind
die Dachflächen ruhig gehalten
und zwar mit schiefergrauem
Grundton mit Bändern von
schwarzbraun glasierten Falz-
ziegeln; die Turmhelme und
das Kuppeldach der Laterne
sind mit grün glasierten Schup-
pen gedeckt. — Im Innern ist, wie schon erwähnt, das Ziegel-
material sichtbar verwendet; nur die Wandflächen und Gewölb-
schilder erhielten Verputz zur Aufnahme einer polychromen
Dekoration; die Steinkapitäle und die Schlusssteine wurden poly-
chrom behandelt. — Der Bau wurde 1894 begonnen und am
3. Juli 1898 eingeweiht.

Tafel 93. Villa in Starnberg; erbaut von Architekt U. Merk
in München.

Die Villa ist erbaut in bevorzugter, schöner Lage mit herr-
licher Aussicht über den See und auf das Gebirgspanorama.
Sie ist als Einfamilienhaus eingerichtet, vollständig unterkellert
und enthält eine
Diele, welche
durch zwei Eta-
gen hindurch-
greifend, das
obere Geschoss,
das die Schlaf-
räume enthält,
mit dem Erd-
geschoss ver-
bindet. Die
Zimmer des Erd-
geschosses sind
vertäfelt, vor-
herrschend Zir-
benholz, und mit
manchem schö-
nen Stück alten
Kunstgewerbes
dekoriert. Die
Diele ist mit ein-
facher Holz-
decke und
Eichenholzver-
täfelung ver-
sehen. Die Fassaden sind in Terranova und Sandsteinimitation
hergestellt, die Dächer mit Biberschwänzen eingedeckt. Wasser-
leitung und elektrisches Licht sind vorhanden.

Tafel- 94. Klubhaus des New Yorker Yachtklubs, 44th Street
in New York; erbaut von Warren & Wetmore, Architekten
daselbst. — 3. Fensteralkoven im Modellsaal.

Mit Genehmigung des Herausgebers aus »The American
Architect and Building News«, Boston. Siehe auch Tafel 73 und 86.

Tafel 95. Entwurf zu einer Grabkapelle von Architekt
Karl von Freyseysen in Wien.

Diese Gruftkapelle wurde auf einem Eckplatze im Aufträge
eines Grundbesitzers im Beriger Komitate in Ungarn erbaut.

Die unter dem Vorplatz liegende Gruft hat Raum für acht
bis zehn Särge. Der Fussboden der Kapelle wurde des hohen
Grundwasserstands wegen 1 m über Terrain erhöht. Die Bau-
kosten betragen ca. 8000 fl.

Tafel 96. Entwurf zu einem Konzert- und Brauhause (Draht-
schmidli) in Zürich von Architekt Martin Dülfer in München.

Dieser demnächst zur Ausführung gelangende Entwurf er-
hielt 1898 den ersten Preis in einem Wettbewerbe für Entwürfe

Grundriss der Pfarrkirche in Unter-Themenau;
erbaut von Architekt Karl Weinbrenner in Wien.
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