Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 24.1908

Seite: 7
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ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Heft 1

Landhaus in Nikolassee.

Architekten: Breslauer & Salinger in Berlin.

gut zusammengestimmten Farben der Wände, Möbelbezüge
und Teppiche warm und wohnlich.

Eine eigenartige Schöpfung ist sein Gartenzimmer (Tafel 5)

Villa des Herrn Dr. Stegemann in Wilhelmshagen. Architekten: Hans Toebelmann
Nach dem Modell. & Henry Groß in Berlin.

Baukosten ohne den reichen Zimmerausbau 20000 Mk.

mit grün auf weiß schablonierter Musterung der untern Wände
und grünen Tupfen (Glasflußeinlagen?) auf dem Relief der
oberen Wandflächen und den leuchtenden Goldmosaikeinlagen
in den Wandnischen des Wintergartens.

Sehr glücklich hat Geßner ferner die schwierige Aufgabe
gelöst, den länglichovalen häßlichen Hof, der das Gartenzimmer
von den übrigen Räumen der Kunstgewerbeausstellung trennt,
entsprechend zu schmücken. Mit einigen Bildwerken, darunter
das reizende Brünnchen von Kuöhl in Mutzkeramik, vorwiegend
aber mit weißem Spalierlattenwerk, das freilich in solcher An-
wendung nur für die kurze Dauer einer Ausstellung geeignet
erscheint, ist hier ein anmutiges und fesselndes Bild geschaffen.

Aus der Ausstellung der Kgl. Porzellanmanufaktur seien
hier nur die in dem wirkungsvollen Grenanderschen Aus-
stellungsräume, den wir ebenfalls von der vorjährigen Dres-
dener Ausstellung her kennen, von der Decke herabhängenden
drei außerordentlich zart wirkenden, eigenartig geformten Be-
leuchtungskörper aus Porzellan erwähnt, die von Schmuz Baudis

entworfen und für Stockholm angekauft sind. Dagegen ver-
mögen uns im Hauptsaale der Porzellanmanufaktur weder die
Ausbildung der Wände, noch die in diese eingefügten, tech-
nisch vorzüglichen großen Figurengruppen (Kamin und Wand-
brunnen) zu erwärmen. Carl Zetzsclie.

□ — □ • ■ —-°

Beschreibung der Tafeln.

Tafel 1. Entwurf für ein Konversationshaus in Berchtes-
gaden. Entwurf für die Realschule in Eisleben. Architekt:
Adolf Bruckner in München.

Der Entwurf zum Konversationshaus erhielt in einem vom Ver-
schönerungsverein Berchtesgaden unter deutschen Architekten ausge-
schriebenen Wettbewerb einen 2. Preis. Das Gebäude steht auf einer
Anhöhe, die einen prächtigen Blick auf den Watzmann bietet. Das Erd-
geschoß enthält den 100 qm großen Lesesaal, daneben zwei Konversations-
zimmer und mit beiden verbunden eine 45 m lange Wandelbahn. Im ersten
Stock liegen über den Konversationszimmern ein Saal für den Verschönerungs-
verein und daran anschließend zwei Bureaus; über dem Lesesaal ist
eine Hausmeisterwohnung. Bausumme 50000 Mk. — Der Entwurf zur
Realschule erhielt in einem unter deutschen Architekten ausgeschriebenen
Wettbewerb einen 2. Preis (ein 1. Preis kam nicht zur Verteilung).
— Auf dem stark ansteigenden Gelände ist dem Schulgebäude ein
Spazierhof vorgelagert, um von der Straße zu dem erhöht stehenden
Schulhause einen besseren Übergang zu schaffen. Im Erdgeschoß befinden
sich vier Klassenzimmer, Turnsaal, Physik- und Vorbereitungszimmer und
daran anschließend die Direktorwohnung; im ersten Stock zwei Klassen-
zimmer, Aula, Chemie- und Vorbereitungszimmer, Räume für den Direktor,
Konferenz-, Lehrerbibliothek- und Lehrmittelzimmer; im zweiten Stock vier
Klassenzimmer, Singsaal, Zeichensaal und Modellzimmer. Eine spätere
Erweiterung ist vorgesehen. Bausumme 220000 Mk.

Tafel 2. Geschäftshaus von Alfred Dunsky in Berlin W.,
Wilhelmstraße. Architekt: W. Ossenbähl in Berlin.

Das Erdgeschoß dient den Zwecken der »Galerie für alte und neue
Kunst«, das erste Obergeschoß in seiner ganzen Ausdehnung, das zweite
bis vierte Stockwerk zur Hälfte dem Betrieb des Herrn Dunsky (Atelier
für Innendekoration). Der übrige Teil des Hauses ist als Bureau an ver-
schiedene Firmen vermietet. Künstlerischer Mitarbeiter bezüglich der
Fassadenmodelle ist Bildhauer Hugo Bendorff. Die Baukosten betrugen
bei einer bebauten Fläche von 140 qm 450000 Mk.

Brunnengruppe. Bildhauer: M. O. Müller in München.
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