Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 24.1908

Seite: 39
DOI Heft: 10.11588/diglit.27776.8
DOI Seite: 10.11588/diglit.27776#0049
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/architektonische_rundschau1908/0049
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
1908

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Heft 5

Pferdestalle, wodurch die Fahrzeuge auf dem mit Gefälle versehenen Fuß-
boden ein wenig nach vorn in die Stallgassen rollen. Die Pferde werden
durch selbsttätige Auslösungsvorrichtungen von den FIalfterketten und
Standabsperrseilen freigemacht. Hiernach öffnen sich selbsttätig die Aus-
fahrtstore. Des Nachts werden außerdem alle Räume sofort durch eine
Fernzünderanlage beleuchtet.

Neben dem Pferdestall liegen das Telegraphenzimmer, der Dienst-
raum der Oberfeuerwehrleute und Schlaf- und Tagesraum für die Fahrer.
Im Obergeschoß sind die Tages- und Schlafräume und eine große Veranda
für die Mannschaft und die Oberfeuerwehrleute, ein großer Wasch- und
Baderaum und die Mannschaftsküche. In das Dachgeschoß ist die Woh-
nung des Brandmeisters und die Schlauchreparaturwerkstatt eingebaut.

Der langgestreckte Schlauchwaschraum im Kellergeschoß steht in un-
mittelbarer Verbindung mit dem mit Heizeinrichtungen versehenen Schlauch-
trockenturm. Dieser ist an der Hofseite als Steigerturm ausgebildet und
enthält im Erdgeschoß einen Raum zur Vornahme von Rauch- und Brand-
proben. Die Treppen sind aus Eisenbeton hergestellt. Sämtliche Aufent-
haltsräume sind nicht nur in jeder Hinsicht zweckmäßig und gesundheits-
dienlich eingerichtet, sondern auch ihrer Bestimmung entsprechend mit
großer Liebe und Hingebung wirklich vorbildlich nach künstlerischen Ge-
sichtspunkten wohnlich gestaltet unter Anwendung einfacher, durch stets
wechselnde Malereien belebter Formen, die auch dem nicht kostspieligen,

Feuerwache in Dresden-Strießen.
Nach träum.

Architekt: Stadtbaurat Hans Erlwein
in Dresden.

Feuerwache in Dresden-Strießen.
Tagesraum.

Architekt: Stadtbaurat Hans Erlwein
in Dresden.

aber gediegenen Material Leben und dem Ganzen eine überaus gefällige
Erscheinung verleihen. Die nebenstehenden Abbildungen aus dem Tages-
raum der Mannschaft und aus dem Schlafraum der Oberfeuerwehrleute
geben dafür Beispiele.

Der Aufbau ist, wie die auf Tafel 36 wiedergegebenen Ansichten
zeigen, wirkungsvoll und sachgemäß entwickelt. Durch das Herunterziehen
des Daches über den Ausfahrtstoren an der Straßenseite, so daß der Tages-
raum der Mannschaft, der Schlafraum der Oberfeuerwehrleute und die
kleine Küche schon im Dachgeschoß zu liegen scheinen, ist eine besonders
kräftige Dachwirkung und gute Gruppierung der Bauteile unter Steigerung
der Höhenwirkung erzielt. Für die genannten Räume hat sich dabei, wie
unsere Ansicht aus dem Tagesraum zeigt, durch die tiefen Fensterleibungen
eine recht wohnliche Gliederung und zugleich sehr praktische Gelegenheit
zum Einbau von Schränken ergeben. — Das anziehende Gesamtbild ist durch
das kleine an die Straßenecke gestellte Feuermeldehäuschen, das durch eine
offene Halle mit dem Gebäude verbunden ist, und durch das Nebengebäude
auf dem Hofe, das eine Werkstatt, Reservestall und Reserveremise enthält,
geschickt bereichert.

Die Bauleitung hat Stadtbauinspektor Louis geführt. Die Entwürfe
zu der wirkungsvollen Bemalung der Räume und der Möbel hat der Kunst-
maler Perks geliefert. tz.

Beschreibung der Abbildungen.

Tafel 33. Villa des Herrn Wilhelm Langen in Köln.
Architekten: Ziesel & Eriederich in Köln.

Das Grundstück liegt in dem neuen Villenviertel an der Fürst Pückler-
straße am Rande des Stadtwaldes. Von dem Hause aus genießt man
die schönste Fernsicht über diese herrliche städtische Parkanlage. Um
der Gartenanlage etwas
Geschlossenes zu ge-
ben, wurde das Grund-
stück an der Seiten-
straße und dem größten
Teile der Hauptfrontmit
einer Gartenmauer um-
schlossen, die sich in
eine Pergola auflöst,
während an derStraßen-
kreuzung ein Garten-
haus aufgeführt wurde.

Im Sockelgeschoß sind
die Küchen- und Wirt-
schaftsräume, sowie das
Billardzimmer, zu dem
eine besondere Treppe
vom Erdgeschoß führt.

Im Erdgeschoß liegen
die Gesellschaftsräume,
im Obergeschoß die

Villa des Herrn
Wilhelm Langen
in Köln.


Architekten:
Ziesel &Friederich
in Köln.

*

«N

30
loading ...