Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 24.1908

Seite: 61
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1908

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Heft 8

Heymann eine größere
Villa mit Stallgebäude er-
richtet, deren Ansichten
unsre Tafel 58 wiedergibt.
Mit bestem Erfolg ist hier
behutsam an die Über-
lieferungen des 18. Jahr-
hundertsangeknüpft. Die
Fassaden sind mit Sand-
steinsockel in verlänger-
tem Zementmörtel aus
scharfem grobem Sand
ausgeführt; die Flächen
sind in Kalkfarbe mattgelb
getönt, die Architektur-
glieder und Verzierungen
weiß. Das Dach ist mit
schwarzen glasierten Zie-
geln, die Kuppel, das
Vordach über dem Haupt-
eingang im Hofe und der
Giebelkamm sind mit
Kupfer eingedeckt. Die
Anordnung der Räume
ist aus den Grundrissen
ersichtlich. Durch die
allmähliche Bewachsung
des Grundstücks und eine
mit Schlingpflanzen be-
wachsene Pergola, die
auf dem Verbindungs-
gang zum Stallgebäude
geplant ist, wird die An-
lage erst ihre volle Wir-
kung gewinnen.

Landhaus des Herrn Direktor Heymann in Hellerup. Nicht Weit davon am

Architekt: Karl Brummer in Kopenhagen. ’

(Zu Tafel 58.) Anfang der Ryvangsallee,

stehen die beiden auf S. 60 abgebildeten schmucken Landhäuser
in Putzbau mit Fachwerk, welche die Architekten Anton Rosen
und G. B. Hagen erbaut haben. Das von Anton Rosen entworfene
und unter seiner Leitung erbaute Haus des Direktors Chr.
Magnussen fällt durch sein aus dem quadratischen Grundriß
entwickeltes achtseitiges Spitzdach und die geschickte Zusammen-
fassung von Dach und Mauerflächen durch das zierlich wirkende
Giebelfachwerk schon von weitem auf. Die Putzflächen sind
weiß, das Holzwerk dunkel gebeizt und das Dach ist mit roten
Ziegeln gedeckt. Der Grundriß zeigt gute Raumausnutzung bei
nur 11,70 m Seitenlänge. Die Baukosten betragen ungefähr
24000 Kronen = 27 000 Mk. Die Gartenanlage ist von Garten-
architekt Erstad-Jörgensen ausgeführt.

Ein schmuckes Landhaus in Ziegelrohbau hat Architekt
E. W. Marston 1905 bis 1906 für Herrn Einar Kornerup am

Haus des Maurermeisters H. Madsen in Svendborg.
Architekt: Magdahl-Nielsen.

Segelckesvej bei Frederiksberg er-
baut. Auch dessen Fassadenent-
wicklung lehnt sich, z. T. mit Rück-
sicht auf benachbarte Gebäude, an
die gute heimische Überlieferung des
18. Jahrhunderts an. Das Haus ent-
hält zwei Wohnungen mit je vier
Zimmern, Küche, Mädchenstube und Bad im Hauptgeschoß
und Wirtschaftsräumen im Keller, sowie Gastzimmer und
Bodenkammer im Dachgeschoß.

Die Fassaden sind mit dunkel-
roten Handstrichsteinen ausge-
führt und mit Rotsandmörtel*)

*) Rotsandmörtel ist Kalkmörtel
mit Zusatz von gelblichem, etwas ton-
haltigem Sand und Steinchen (Quarz) von
2 -3 mm Korngröße, der (ohne Farb-
zusatz oder Anstrich) dort ziemlich oft
bei rotem Ziegelmauerwerk angewendet
wird und eine lebhafte Wirkung gibt,

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