Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 24.1908

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Architektonische Rundschau

3. Beilage zu Heft 2.1908

Alleinige Inseratenannahme bei Rudolf Mosse, Annoncen-Expedition für sämtliche
Zeitungen Deutschlands und des Auslandes, Stuttgart, Berlin, Breslau, Dresden,
Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, Leipzig, Magdeburg, München,
- Nürnberg, Prag, Strassburg, Wien, Zürich ----

Insertionspreis 25 Pf. für die
□ viergespaltene Petitzeile □

Sommerhaus an einem Gebirgssee.
Architekt: H. Thum in Kempten.

Das Haus soll als Sommerwohnhaus
dienen. Die Räumlichkeiten sind dem-
gemäß auf das Nötigste beschränkt. Im
Erdgeschoß liegen die Haushalträumlich-
keiten; im Untergeschoß ein Kneip-
zimmer, Mädchenkammer und Haushal-
tungskeller. Im Dachboden noch einige
Fremdenzimmer. Der äußere Aufbau
entwickelt sich logisch aus dem Grund-
riß. Türen und Fenster finden sich nur
an der Stelle, wo sie absolut gebraucht
werden, so daß auch an den Außen-
seiten die jeweils dahinter liegenden
Räume zur Erscheinung kommen. Dabei
wurde nach Möglichkeit darauf Bedacht
genommen, daß die Lichtzuführung zu
den Innenräumen immer nur von einer Seite erfolgt. Die Baukosten be-
tragen bei gediegener Innenausstattung 20000 Mk. bei rund 130 qm über-
bautem Raum, d. i. pro Kubikmeter 15,40 Mk. H. T.

Ein deutscher Kunstgewerbebund.

In München ist am 5. Oktober ein „Werkbund“ gegründet worden,
der auch in unserem Zeitalter der Bünde ein allgemeinstes Interesse des-
halb verdient, weil er, aus dem Zwang und Drang unserer gärenden
Kunstverhältnisse heraus geboren, dazu berufen scheint, den wie beim
ersten Frühlings-Tauwind von allen Bergen springenden Wassern der
jungdeutschen Kunst Weg und Bett zu schaffen und die Kräfte, die bisher
oft im Sande verliefen, im Boden versanken oder nutzlos gegeneinander
prallten, zu einem zielbewußt dahin brausenden, machtvollen Arbeitsstrom
zu sammeln.

Wohl mag die unmittelbare Veranlassung zur Gründung des Bundes
der bekannte typische Fall Muthesius gewesen sein, der sich in lieb-
lichen Varianten auch da und dort in andern deutschen Städten unter
anderen Namen abspielte, und der den Einsichtigen die bange Sorge auf-
zwang, was wohl aus unserer angewandten Kunst werden solle, wenn
Künstler und Industrielle, Erfinder und Ausführer sich als feindliche Brüder
gegenüberstehen; wohl mag der Abschluß eines Schutz-und Trutz-Bundes
aller im weiten deutschen Lande auf exponierten Posten zerstreuten und
von entwicklungsfeindlicher Übermacht oft hart bedrängten Vorkämpfer
neuer Formgedanken die erste naheliegende Absicht gewesen sein; hoch-
erfreulich ist es, daß sich darüber hinaus alsbald, die Spannkraft unserer
jungen Kunstbewegung beweisend, der fruchtbare Entschluß emporhob,
die besten der bisherigen Gegner zu versöhnen und Schulter an Schulter
mit ihnen in friedlich-förderlicher gemeinsamer Arbeit vorwärts zu schreiten.
So ist der Bund mehr geworden, als nur der Schutzbund einer Interessenten-
gruppe, mehr sogar, als er selbst in seinem ersten Aufruf will, in dem
es hieß: „Es eröffnet sich die Aussicht, daß die gesamte deutsche Arbeit
einer Wiedergeburt entgegengehe im Sinne technischer Vollendung, er-
höhter künstlerischer Gestaltung und vermehrter wirtschaftlicher Ent-

wicklungsfähigkeit. Aus dem Bewußtsein, daß nur durch ständige an-
gespannte Aufmerksamkeit dieses höchste Ziel erreicht werden kann,
ergibt sich die Notwendigkeit für die im besten Streben Vereinigten, sich
selbst einen Hort zu schaffen zur gegenseitigen Anspornung und zur
unausgesetzten Überwachung des ihnen anvertrauten Gebietes. Die Förde-
rung aller auf Veredelung der Arbeit und auf Steigerung der Qualität
gerichteten Bestrebungen, die Hebung des Verständnisses für Gediegenheit
im Volke, die Herbeiführung von Mitteln, um gute Arbeit in weitesten
Kreisen zur Anerkennung und Geltung zu bringen, bezeichnen das Arbeits-
gebiet des Bundes. Geschlossene Stellungnahme zu wichtigen Fragen
und Ereignissen innerhalb dieses Arbeitsgebietes, literarische Aufklärung
über Ziele und Bedingungen der besten Produktion, Organisation des
gewerblichen und kunstindustriellen Ausstellungswesens, Hebung des
Niveaus der an der Produktion beteiligten Arbeiterkreise durch verbesserte
Schulung und Lehrlingsausbildung, Sorge für die künstlerische und tech-
nische Ausbildung der geistig mitarbeitenden Kräfte, Bekämpfung der
minderwertigen Produktion als Hindernis des Kulturfortschrittes sind die
Hauptmittel zur Erreichung seines Arbeitszieles.“

Über diese Ziele hinaus, so wichtig und schön sie sind, wird der
Bund die Brücke bilden, auf der die unheilvolle Spaltung zwischen zwei
sich mit Naturnotwendigkeit ergänzenden Arbeitsgebieten überschritten
werden kann, überschritten werden wird, die feindselige Kluft zwischen
Künstlern und Industriellen, die seinerzeit beim Schluß der Dresdener Aus-
stellung 1906 durch die so-
genannte „Eingabe der In- ^\\ J i

dustriellen“so erschreckend
grell beleuchtet worden
war.

Am 5. Oktober haben
sich in München die füh-
renden Künstler der neuen
Richtung und die Vertreter
großer deutscher kunstge-
werblicherFirmen dieHand
gereicht und sich zu ge-
meinsamer Arbeit und ge-
genseitiger Anerkennung
der Gleichberechtigung
ihrer Leistungen bekannt.

Das Arbeitsprogramm wur-
de folgendermaßen festge-
legt: „Förderung desfrucht-
baren Zusammenwirkens
von Kunst, Industrie und
Handwerk zur Steigerung Eingang.

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