Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 24.1908

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1908

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Heft 5

Altes Haus in Ixworth
(Suffolk).

Aufnahme von
George Nott.

Aus »The Building News«.

alter (Vorderasien im
8.— 15. Jahrhundert,
Afrika und Spanien und
Persien, Indien und
Türkei im 16.—18. Jahr-
hundert); 3. die Bau-
keramik im Abendlande
(Italien und oströmi-
sches Reich, Backstein-
bau des baltischen
Küstengebietes, Fußbo-
den- und Wandfliesen,
Baukeramik der Renais-
sance in Italien, Deutsch-
land und den Nieder-
landen, Fayence in
Italien, Frankreich, Spa-
nien und Portugal, Hol-
land, Deutschland und
England, Porzellan);
4. die Baukeramik des
19. Jahrhunderts und
der Gegenwart. Das Schlußwort betont das stetige Wachsen der Aufgaben
der Baukeramik, deren schönste, abgesehen von der Ausnutzung der Terra-
kotta als Baustein, es bleibt, der Architektur einen wetterbeständigen farbi-
gen Schmuck zu liefern. Hierfür bieten sich vornehmlich drei Möglich-
keiten: die polychrome Reliefplastik, die verschiedenen Arten farbigen
Email- und Mosaikschmucks, welche die orientalische Kunst ausgebildet
hat, und die Scharffeuermalerei der europäischen Fayencen. Viel ist hier
noch zu tun, ehe die edle keramische Kunst in unserm Bauwesen den ihr
gebührenden Rang einnimmt. Deshalb sei die umfassende Darstellung der
Leistungen vergangener Zeiten und Völker, wie unsrer eigenen Vergangen-
heit und der mannigfachen Ausdrucks-
mittel dieses Gebietes den Fachge-
nossen um so wärmer empfohlen, als
sich in letzter Zeit — hervorgerufen
durch Modeströmungen und den Wi-
derspruch gegen falsche und unkünst-
lerische Behandlung und Verwendung
— vielfach eine starke Abneigung gegen
die Baukeramik bemerkbar gemacht hat.

Leitfaden der Projektionslehre

einschließlich der Elemente der Per-
spektive und schiefen Projektion von
Prof. Julius Hoch, Ingenieur,

Oberlehrer an der staatlichen Bau-
gewerkschule in Lübeck. Dritte, ver-
mehrte und verbesserte Auflage. Mit
155 Abbildungen. In Originalleinen-
band 2,50 Mk. Leipzig, Verlag von
J. J. Weber.

Entwurf zu einem Teehaus. — 1. Preis.

Entwurf »Tramp«

Aus »The Building News'

Badische Landesbauordnung, mit

Erläuterungen und Ergänzungsvor-
schriften. Herausgegeben von Franz Joseph Roth, Großherzogi. Amt-
mann. Karlsruhe i. B., Verlag der G. v. Braunschen Hofbuchdruckerei,
1907. Preis 3,60 Mk.

Bisher fehlte in Baden eine Ausgabe der Baupolizeivorschriften mit ein-
gehenderen Erläuterungen. Verfasser hat daher nach der neuen, am
1. November 1907 in Kraft getretenen Landesbauordnung ein für die Be-
dürfnisse der Praxis bestimmtes Handbuch geschaffen, dem die wichtigsten
Ergänzungsvorschriften und die einschlägigen Strafbestimmungen beigefügt
sind. In den Erläuterungen sind die Ergebnisse der seitherigen Übung
der Verwaltungsbehörden und die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte
dargestellt und die gesetzgeberischen Quellen der Bauordnungen andrer
Bundesstaaten sorgfältig benutzt und z. T. wörtlich angeführt, ebenso die
schwer zugänglichen Entscheidungen des badischen Verwaltungsgerichts.
Hervorhebung der Stichworte und ein ausführliches Sachregister erleichtern
die Benutzung der dankenswerten Arbeit.

Frankfurter Kalender. Ein Jahrbuch für 1908. Herausgegeben von
E. Klotz, Fr. Kurz u. Th. Schäfer. Umschlag und Monatsbilder von
Fritz Bohle. Frankfurt a. M., Verlag von M. Diesterweg, 1908. Preis 2 Mk.

Slowakische Volksarbeiten. Volksbauten, Interieurs und Handarbeiten.
Von Stephan Jurkovic. Wien, Verlag von Anton Schroll & Co. Etwa
20 Hefte mit je 10 Tafeln. Preis des Heftes 6 Mk.

Unter den Tafeln der 3. und 4. Lieferung ist besonders bemerkenswert
die Holzkirche in Vel Paludza, hölzerne Grabkreuze in Schwanbach, wirkung-
voll bemalte Blockhäuser in Cicman, eine Dorfgasse in Novaves mit weit
vorragenden Wasserspeiern aus ausgehöhlten Baumstämmen, ein Getreide-
speicher in Novy Hrozenkow und mancherlei buntbemaltes und eigenartig
gestaltetes Geräte.

Der goldne Schnitt und die Geheimnisse der Cheopspyramide.

Von Hermann Neikes. Köln a. Rh., M. Du Mont-Schaubergsche Buch-
handlung, 1907. 20 S. 8° mit 1 Tafel. Preis geh. 1,20 Mk.

Technik und Schule. Beiträge zum gesamten Unterrichte an technischen
Lehranstalten. Herausgegeben von Prof. M. Girndt in Magdeburg.
I. Band, 3. Heft. Leipzig und Berlin, Verlag von B. G. Teubner, 1907.
Preis 1,60 Mk.

Die Gewinnung und Verwendung des Gipses. Von Dr. A. Moye...
Mit 74 Abbildungen im Text. (Bibliothek der gesamten Technik, 72. Band.)
Preis broschiert 2 Mk., in Ganzleinen gebunden 2,40 Mk. (Dr. Max
Jänecke, Verlagsbuchhandlung, Hannover 1908.)

Notizen.

Einen bemerkenswerten Wettbewerb zur Förderung des Sinnes
für handwerkliche Tüchtigkeit bei den Bauhandwerkern wie
beim Publikum und zur Förderung richtiger Kostenberechnung
hat die Kgl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart
ausgeschrieben. Für zehn Handwerkszweige ist je eine leichtere und eine
schwerere Aufgabe gestellt, die nach einer von der »Beratungsstelle für
das Baugewerbe« gelieferten Zeichnung auszuführen ist. Für jede Auf-
gabe steht ein Geldpreis von 30 Mk. zur Verfügung, auch sollen Aner-
kennungsurkunden verteilt und einzelne Arbeiten zum Selbstkostenpreis
für die ständige Bauausstellung im Landesgewerbemuseum oder für Bauten
angekauft werden. Zur Teilnahme sind alle Meister und Gesellen zuge-
lassen, die in Württemberg in dem betreffenden Handwerk arbeiten. Dem
gut geplanten Vorgehen zur Förderung handwerklicher Tüchtigkeit ist
bester Erfolg zu wünschen!

Ausstellungen. In Chemnitz soll 1910 eine Industrie- und Ge-
werbeausstellung für das Königreich Sachsen stattfinden, an der
auch das sächsische Kunstgewerbe sich beteiligen wird. — In Wien veran-
staltet der Klub der Industriellen für Wohnungseinrichtung im September
und Oktober 1908 eine Ausstellung für gesamte Wohnungsein-
richtung in den Sälen der K. K. Gartenbaugesellschaft.

Zeitschriftenschau.

ln den „Baupolizeilichen Mitteilungen“, Heft 12, 1907, veröffent-
licht Geh. Baurat Otto Siebert in Königsberg i. Pr. eine lehrreiche Über-
sicht über Bauunfälle bei Abbrüchen wie bei Neu- und Umbauten und
über Maßnahmen zu deren Verhütung. Dasselbe Heft enthält u. a. eine
Zusammenstellung von Bauerleichterungen durch Dispense, die für
den Bau von kleinen Einfamilienhäusern des Wohnungsvereins München
(seitlich der Rosenheimer Straße) gewährt worden sind. Wir begrüßen

jede derartige Entschließung als eine
notwendige Verbesserung der üblichen
Bauordnungen, ohne welche um-
fassende Fortschritte auf dem Gebiete
des kleinen Einfamilienhausbaus nahe-
zu unmöglich sind.

„The Builder“ berichtet aus-
führlich über den Jahresausflug der
Architectural Association, der diesmal
nach Norwich und Umgegend ge-
richtet war. Aus den mitgeteilten
Skizzen geben wir eine von Architekt
W. Curtis Green, die den besonders
reich ausgebildeten Taufstein der Au-
gustinerabtei in Walsingham darstellt,
hier verkleinert wieder. Das acht-
seitige gotische Taufbecken steht auf
einem dreistufigen Unterbau, dessen
obere zwei Stufen eigenartig ange-
ordnet sind, so daß die Kreuzform
hervortritt. Alle Flächen des Unter-
haus sind mit trefflichem Maßwerk
und Blattrosetten geschmückt. Reichste
figürliche Darstellungen zieren den Schaft und das Becken. Dieses ist
überbaut mit einem außergewöhnlichen Aufbau, der nach der Inschrift ein
Geschenk des in der Kirche begrabenen Sir Henry Sidney (gest. 1612) ist.

„Building News“ bringt einige Skizzen alter englischer Häus.rvon
George Nott, darunter das hier wiedergegebene Haus in Ixworth
(Suffolk), mit dem teilweise überkragenden Obergeschoß, den Dachrinnen-
stützen, den rohausgeführten Putzornamenten, seinem hohen Ziegeldach
und dem mächtigen Schornstein ein charaktervolles Beispiel ländlicher
Bauweise. — Die Fassade für ein
Volksteehaus von 28 engl. Fuß
(8,51 m) Breite mit 12 Fuß hohem
Laden im Erdgeschoß, 8,5 Fuß i. L.
hohem Mezzanin (für Teezimmer)
und zwei Obergeschossen, die zum
Teil im Dach liegen konnten, war
der Gegenstand eines der regel-
mäßigen Wettbewerbe des »Buil-
ding News Designing Club«, die
manche recht bemerkenswerte Er-
gebnisse fördern. Von den in
»Building News« veröffentlichten
vier besten Entwürfen wurde der
hier wiedergegebene Entwurf
»Tramp« an erster, der Entwurf
»Nabob«- an vierter Stelle ausge-
zeichnet. Nach dem Programm ist
bei beiden Laden und Mezzanin
verbunden und der Hauseingang
auf der Rückseite gedacht. Beide
Entwürfe geben ansprechende und
brauchbare Lösungen, wenn auch,
wie in der Besprechung mit Recht
bemängelt wird, die Dachabwässe-
rung in die dekorativ ausgebildeten
Regenrohre so nicht zweckmäßig
erscheint und die Schrift bei »Na-
bob« schwer leserlich ist, während
sie bei Tramp« weggelassen ist
und jedenfalls die Wirkung des
breiten Trägers beeinträchtigen Taufstein in der Kirche zu Walsingham bei Norwich.
wjjrcJe Aufnahme von W. Curtis Green.

Aus »The Builder«.

Entwurf zu einem Teehaus. — 4. Preis.

Entwurf »Nabob .
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