Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 28.1912

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Brchifekfonische Rundschau

1 912; i

Aus der Technik (sortsetjung).
solches bisher durch die architektonische Bemäntelung des Schornsteins bedingt
mar. Dem Architekten bleibt also uolle Freiheit, den Oberbau ganz einfach
zu gehalten, z. B. als Oedächtnishalle und zugleich Urnenhalle.
Galolingas. Wo Steinkohlengas und Elektrizität fehlen oder zu teuer
kommen, bietet die Verwendung oon öasolingas einen billigen und gefahrlosen
Ersaß für Eeucht-, Heiz- und Arbeifsztoecke. öasolingas ist ein öemisch oon
leicht oerflüchtenden Kohlenroasserstoffdämpfen und atmosphärischer £uft,
giftfrei, erheblich weniger explosio als Steinkohlengas und schcoerer als £uft,
so daß es beim Ausströmen zu Boden sinkt. Selbstentzündungen sind ausge-
schlossen, ebenso £uftoerschlechterung durch schädliche Verbrennungsprodukte.
Es toird durch den hier abgebildeten o. Richter-
schen Gaserzeuger hergestellt, der überall ohne
polizeiliche Genehmigung aufgestellt werden darf.
Er besteht aus dem Sauggebläse A, dem Karbu-
rator B, dem Gasolinbehälter E. Die Gasdruck-
regelung erfolgt durch den Regler D und der
Betrieb durch das in einem 51aschenzug an Seilen
hängende Gewicht S, das aus die Trommel-
welle E wirkt. Die Herstellung ist äußerst ein-
fach: Das Gebläse A laugt, durch das Zug-
gewichf ? in Betrieb gesegt, die £uft an,
drückt diese durch Z in die schwimmende Glocke
und oon da in den Vergaser. Gleichzeitig wird
durch das Schöpfwerk ql eine dem jeweiligen
Gasoerbrauche genau enfsprechende menge Ga-
solin in den Vergaser befördert, wo es sich auf
Platten oerteilt, die oon der angesaugten £uft
bestrichen werden, wodurch diese in genau be-
stimmtem Grade gesättigt wird und als fertiges
öasolingas in die Rohrleitung und zu den Ver-
brauchsstellen gelangt. Die Gasbereitung erfolgt automatisch durch Öffnen eines
Hahnes und ist beendet mit dessen Schließen. Es wird immer nur so oiel Gas
erzeugt, wie an den Verbrauchsstellen entnommen wird, llachentwicklung findet
nicht statt. Der Apparat kann ununterbrochen Tag und Dacht arbeiten. Die
Bedienung beschränkt sich auf das Aufwinden des Gewichts und Auffüllen des
Gasolins, was wenige lllinuten dauert. Eine besondere Vorrichtung gestattet
das Aufwinden des Gewichts auch während des Betriebes, ohne daß die
Slammen erlöschen. Druck und Beschaffenheit des Gates sind immer gleich-
mäßig, auch bei ununterbrochenem Dauerbetrieb. Die Gasbereitung ist oöllig
gefahr-, geruch- und geräuschlos, da der Apparat hermetisch oerschlossen ist.
Das eingeführte Gasolin wird oollständig oerarbeitet; daher ist eine innere
Reinigung nicht erforderlich. Zur Beleuchtung dient öasolingas als Glühlicht
mit den bekannten Brennern. Der Preis stellt sich auf 10—12 Pfg. für 1 cbm
oder 1,2 Pfg. für 50 HK (normallichtstärke) in der Stunde. Die Anwendung
empfiehlt sich besonders für kleinere Orte, einzelne £andhäuser usw.
Geschäftlidie Ulitteilungen.
Die Germania-£inoIeum-Werke, A.-G. in Bietigheim bei Stuttgart, haben
auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden ihre Erzeugnisse in der
Halle für Ansiedelung und Wohnung in einem würdeoollen dorischen Säulenbau
(Architekten Schlasser & Weirether in Stuttgart) ausgestellt. neuerdings liefert die
Sabrik auch Jnlaid- und Korklinoleum in den Breiten oon 2,5 und 3 m, um für
breite Slure und kleine Zimmer ganz fugenlosen £inoleumbelag herzustellen.
Dem oorliegenden Hefte liegt ein sehr schöner Jubiläums-Prospekt der be-
kannten Sirma A. W. saber in Stein bei nürnberg, Jubiläumsbleististe be-
treffend, bei. Außerdem enthält das Hest je einen Prospekt der Sirma
E. Schleicher & Schüll in Düren, Rheinland, Zeichenpapier betreffend, und
der Bauschule Streliß, Ingenieur-Akademie und Polytechnisches Institut,
Sowie einen Solchen derersten deutschen Stahlsederfabrik Heinße & Blanckerß
in Berlin nO 43. Bekanntlich fertigt diese leßtere Sirma auch Werkzeuge
zum Schreiben künstlerischer Schriften, £y-, To- und Ato-Sedern, Quellsfifte usw.
Diese Prospekte seien der Beachtung unterer £eser ganz besonders empfohlen.


Gasolingaserzeuger
non P. u. Richter, Berlin SW.

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Bildet den fünften Band oon IttiChaelS grosser ,,0e»
schichte des deutschen Uolkes vom 13. Jahrhundert bis
zum Ausgang des mittelalters“.
Es sind staunenswerte Kunstleisfungen, welche das 13. Jahr-
hundert heruorgebracht hat, staunenswert, weil sie oom höchsten
technischen Können und oon einem wahrhaft klassischen Schön-
heitssinn zeugen. Vieles ist fast unbeachtet, ja unbekannt ge-
blieben, weil es abseits liegt oon der Heerstraße und oon den
heutigen Bildungszentren. Der Verfasser hat keine Hlühe ge-
scheut, alles, wenn irgend möglich, selbst und wiederholt in
Augenschein zu nehmen, um die naturmahrheit und den Adel
der hochentwickelten kirchlichen wie profanen Kunst des 13. Jahr-
hunderts desto selbständiger beurteilen und desto frischer schildern
zu können. :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: ::


Gering von sierder zu Treiburg i« Br«
Durch alle Buchhandlungen zu beziehen.



EISENBAUTEN

IHRE GESCHICHTE UND ÄSTHETIK
VON
Dr. ALFRED GOTTHOLD MEYER
Professor an der Kgl. Techn. Hochschule in Charlottenburg
Nach des Verfassers Tode zu Ende geführt von
-WILHELM FREIHERR VON TETTAU -
Mit 93 Abbildungen im Text u. 27 Tafeln in Tonätzung. Preis geh. M 15.—, geb. M. 16.—
„In diesem herrlich ausgestatteten Buche haben wir ein Werk vor uns, wie wir noch
keins in der technischen Literatur besitzen. Es ist der erste Versuch einer Betrachtung
des 19. Jahrhunderts in der Stilgeschichte. Die stilbildenden und stilhemmenden Kräfte
des Eisens werden an typischen Großkonstruktionen so eindringlich aufgezeigt, daß
es sonderbar zugehen müßte, wenn aus diesem Buche, einem Muster moderner Kultur-
geschichtsbeschreibung, nicht ein frischer, kunstfröhlicher Zug in die Reihen der Bau-
ingenieure wehen sollte. An ihren Werken^ werden wir’s erkennen, daß sie sich auf
ihr Künstlertum besonnen haben, wenn sie Eisen, Maschinen, Licht und reuer in den
Dienst des Schönen stellen.“ Industrieller Anzeiger.

PAUL NEFF VERLAG (Max Schreiber) IN ESZLINGEN a.N.
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