Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 28.1912

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ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU
An7ei<TPT!r>reiS 25 Pf. für die II Alleinige Inseratenannahme bei Rudols Mosse, Annoncen-Expedition für sämtliche II PrOSOSkt-BcilassCIl HSCh
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& II :— Nürnberg, Prag, Straßburg, Wien, Zürich. ...: H

reich geschnitjter Aufbau in barocker sorm
zulammen. Der schlanke Aufbau der Kirche
und ihre tage am breiten Döberif^bach
inmitten des Dorfes zeugen uon dem grofjen
Verständnis unterer Vorfahren für die wir-


kungsuolle Anlage ihrer öotteshäuser.
Die eoangelische Kirche in Hohen-
stein (Seite I) ist wie die Fleugolzer oon
der santilie uon der Goll] in der ITlitte des
17. Jahrhunderts erbaut. Sie steht uor dem
Gutshos auf einer kleinen Anhöhe unter
hohen Bäumen am Eingang des sriedhofes.
Die roten Ziegelfache ztuischen den bläu-
lichen, bemosten Hölzern geben dem Bau-
werk ein fröhliches Kleid. Das Ganze
mutet wie ein tiefempfundenes Gedicht an
in der sonst so grauen Prosa der nüchternen
Alltagsbauten. Das Innere ähnelt dem der
Aeugolzer Kirche und scheint uon denselben
SAeistern ausgeführt zu sein. Auch eine
der Glocken im Turm stammt aus derselben
Zeit. Das Kirchlein ist schon lehr schies und
baufällig und sall demnächst in würdiger
und passender Weise ausgebessert werden.
Die Beispiele zeigen, dasj auch der
uielgeschmähte, meist als künstlerisches Öd-
land angesehene Osfen manches anziehende,
in seiner anspruchslosen Einfachheit und
malerialgerechten Sachlichkeit doppelt er-
haltenswerte Kirchlein besitjt, das für eine
bodensfändige Bauweise zum Vorbilde Kirche in Heugolz, Kreis Deutich-
dienen kann. Krone> WHtpreusjen. Schaubild.
Eine Anzahl eiserner und hölzerner
Grabkreuze usw. aus den gleichen Gegenden sind bereits auf Tafel 69 (1911,
Heft 7) mitgeteilt worden. Sie sind in der ersten Hälste des 18. Jahrhunderts
entstanden und zeigen gute echte Handwerkskunsf. Wie ganz anders wirken
diese bei aller Einfachheit würdigen und ruhigen sormen in dem üppigen
Rahmen uon Buschrosen und slieder als die gierenden, nichtssagenden
Geschmacklosigkeiten der Gegenwart. Prof. C. Peters in Deutsch-Krone.

Zu Tasel 94/95.

Ausnahme uon Professor
£. Peters in Deutsch-Krone.

Umschau.
Husstellungen. ln Dresden sall 1914 eine groije Handwerks- und
niaschinenausstellung ueranstaltet werden, um den gegenwärtigen Stand
des Handwerks und die Kläglichkeiten der Anwendung oon ITlaschinen sür
die Handwerksbetriebe zu oeranschaulichen. — ln Komotau wird 1913 eine
Deutsch-böhmische Candes-Handwerks- und Industrie-Ausstellung
statlfinden, die durch die Statthalterei, den Candesausschufj und das Gewerbe-
förderungsamt in Wien, den deutschen Eandesgewerbeoerband in Böhmen usw.
gefördert wird.
Die Deutschc Gartensfadfgeselllchaft (Berlin-Schlachfensee) ueranstaltet
auch in diesem Jahre eine Studienreise nach England (18.—28. August) zum
Besuche der englischen Gartenstädte und Arbeiterkolonien (Teilnehmerpreis
m. 3oo).

Denkmalpflege und Heimatschuf}.
Die Regierung uon Basel-Stadt hat in einer Verordnung zum Einführungs-
geset? des Schweizerischen Zioilgesetjes folgende bemerkenswerte Bestimmungen
getroffen: 1. Die baupolizeiliche Genehmigung zu Bauten oder Änderungen ist
zu oersagen, wenn uon ihnen eine erhebliche Verunstaltung des Strasen-, Plat3-,
Stadt-, Candschasts- oder Aussichtsbildes zu befürchten ist. 2. Desgleichen bei
Strasen, Plänen oder Prospekten uon geschichtlicher oder künstlerischer Be-
deutung oder uon geschlossener Einzel- oder Gesamtwirkung, wenn dadurch
die Eigenart des 5tadt- oder Straljenbildes beeinträchtigt würde. 3. Desgleichen
die Genehmigung zu baulichen Änderungen an einzelnen Bauwerken oon
geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung und die Genehmigung zu
Bauten und Änderungen in deren Umgebung, wenn ihre Eigenart oder der
Eindruck, den sie heruorrufen, durch die Bauausführung beeinträchtigt würde.
Die zu schütjenden Strafjen, Pläfje, Prospekte und Bauwerke sind uom Re-
gierungsrate zu bezeichnen und die Beschränkungen im Grundbuch ein-
zutragen. 4. Das Anbringen uon Reklameschildern, Ausschriften, Abbildungen,
Schaukästen, Cichtreklamen und dergleichen an den genannten Orten und
Bauwerken unterliegt der baupolizeilichen Bewilligung, die aus den oor-
stehenden Gründen uerweigert werden kann. Bei der Prüfung sind die sälle
strenger zu behandeln, in denen die Reklamen usw. sich nicht auf ein Geschäft
beziehen, das in dem Gebäude, an dem sie angebracht werden sallen, be-
trieben wird. Auch kann die Baupolizeibehörde unter den angeführten
Voraussef^ungen die Beseitigung bereits bestehender Reklamen usw. oerfügen.
Alle sälle, auf welche diese Vorschristen anwendbar sind, hat die Baupolizei
(sotfsel3ung Seife V.)



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Wir bitten die Leser, bei Berücksichtigung der Anzeigen auf die
„Architektonische Rundschau“ Bezug zu nehmen.

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