Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 28.1912

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Seife XII

ssrchifektonische Rundschau

1912,io

Gekhäftliche ITlifteilungen (sorfle^ung).
belieben lieh mit dersabrik der Autogengasapparafe
loh. Walter (Speyer-Dudenhofen) in Verbindung zu
seßen, die gerne jeden geroünsehten Aufschluß erteilt,
soroie auch Kostenooranschläge ohne Verbindlichkeit
und kostenlos aussertigt.
Zur Vermeidung des Durchlchlagens uon
Regen an Weiterleiten uon Fleubauten, die mit
Terranoua oder ähnlichem Edelpuß uerpußt roeräen
sallen, empfiehlt es lieh, unter dem Edelpuß eine
etma 2 cm sfarke Pußschicht uon Isoliermärtel,
zmeckmäßig Ceresit-lsoliermörtel, etma ITlischungs-
uerhälfnis: ein Teil Zement, drei Teile Sand, an-
gemacht mit Ceresit-lTlilch (ein Teil Ceresit auf zehn
Teile Wasser) aufzutragen. Der Ceresit-lTlörtel mird,
roie jeder andere Puß, mit der Hatte abgezogen und
zusammengerieben und seine so erhaltene rauhe
Oberfläche gestattef leicht das Aufträgen des Edel-
pußes. An Ceresit ist pro Quadratmeter nur etma 0,5 kg
erforderlich, und dieser geringe Preiszuschlag ge-
ruährleisfef unbedingt trockene Schlagseiten. Einen
Voranstrich mit öoudron uor Auftrag des Edelpußes
können mir rueniger empfehlen, da hierdurch einer-
seits die 5arbe des Edelpußes stark beeinträchtigt
toird und andererseits der Put; nur schcoer auf der
goudronierten släche anbindet.
Innendekoration. Der schaffende Architekt
roird jede Erweiterung seiner Ausdrucksmöglich-
keifen, die ihm die moderne Industrie bietet, dank-
bar begrüßen. Das gilt uor allem uon den mittein
zur Schmückung der Wand. Troß der hierin in
den lebten Jahren unleugbar gemachten sortsehritte
kommt man noch oft genug in Verlegenheit, roenn
es gilt, einen Raum sorgfältig abzustimmen, Ab-
gesehen uon Vertäfelung, Cinkrutta und Tapete
beoorzugte man bisher — um ganz sicher zu
gehen — die Bespannung mit einfachem Rupfen.
Indessen allmählich beginnen ruir uns doch der
roiedergeroonnenen Beherrschung des farbigen
slächenornamentes zu freuen und jene Einfarbigkeit
in uielen sällen als arm und geistlos zu empfinden.
A)so gemutterte Wandbespannung. Da ist
nun freilich für einen geläuterten Oeschmack die
Ausroahl uorläufig noch gering. Um so mehr gereicht es uns zur sreude,
die sachleute auf eine ITlutteskollektion farbiger Wandmatten hinroeisen zu
können, die mir uon der Sächsischen Kunstroeberei Clauiez, A.-G., in
Adorf i. V., zugesandt erhielten. Sovuohl die Behandlung des Stoffes (Holz-
fasergespinst), als die Zeichnung und sarbengebung können als durchweg
sehr gut gelungen bezeichnet tuerden. Aamhafte Künstler roie Rochga, Hau-
stein, Cissarz, Elsässer haben beim Cnfrourf der ITlutter mitgearbeitet. Wenn,
roas mir annehmen, die uerroendeten, zum Teil sehr schön leuchtenden särben
auch durchaus lichtbettändig sind, so ist hier dem Architekten ein ganz oor-
zügliches material zur Ausgestaltung uon Innenräumen dargeboten.
eine mitteilung „Über farbige Trockenmörfel“ der „Terranoua-
Industrie“ mußte leider insolge Raummangels für das nächste Heft (August-
heft) zurückgestellt roerden, jedoch sei heute schon darauf hingeroiesen.
Das uorliegende Heft enthält je einen Prospekt dersirmen: C.Schleicher&
Schüll in Düren, Rheinland, Zeichenpapiere betresfend, und £. ITlann-
staedt & Co., A-G., in Köln-Kalk, neue JTlannttaedt-Ziereisen betreffend.
Diele Prospekte sind der Beachtung unterer Ceser ganz besonders empsohlen.


JT. feTOCK

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■PflKTER K £

Grundrisse zu nebenstehen-
dem Wohnhaus.

Sturmdachpappe
eine mit starkem Gewebe versehene Dachpappe.
Das Gewebe ist H icht auf- oder zwischengeklebt, sondern dasselbe
hat sich auf der Papiermaschine vollständig mit der Pappe verfilzt.
Zu haben in allen Dachpappfabriken.
RUDOLF BECKMANN, Papenburg a. d. Ems.



Wohnhaus Kumpf Architekt: H. Kumpf
in Heidelberg. in Heidelberg.

Bei der Bebauung des tiefen, nur 9 m breiten, beiderseifs eingebauten
Grundstücks roar noch aus einen bestehenden Flachbarlichthof Rücksicht zu
nehmen. Die uorliegende Strase isf, roie alle Heidelberger Quergassen, außer-
ordentlich schmal. Die geringe AusnußbarReit der Grundsläche zroang dazu,
durch Erkerausbauten roenigstens die uorderen Zimmer der Hauptttockroerke
zu uergrößern. Jedes Geschoß enthält oier Zimmer nebrt dem nötigen
Zubehör, das Erdgeschoß einen Coden soroie eine Dreizimmertuohnung.
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