Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 28.1912

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ssrchitekfonische Rundschau

Seife VII

1912,11


Die Pflege bodenl'tändiger Bauroeise durch die baugeroerb-
lichen Cehranstalten in Österreich.
Schon im uorigen Heft unterer Zeitsehriff (Tafel 148) konnten mir
unteren Cesern eine ssquarellausnahme eines inferessanten alten Bauroerkes
oorführen, die aus dem Unterricht an der österreichischen Staatsgeroerbeschule
in Prag heroorgegangen ist. Weitere Abbildungen im oorliegenden Hest
mögen die intensioe und segensreiche Arbeit auch anderer Hnstalfen auf dem
genannten Gebiete oeranschaulichen.
Österreich ist in der 5rage des Heimatschutjes durch seinen reichen Besitj-
stand an heroorragenden Bau-, Kunst- und Haturdenkmalen, seine traditionelle
Volkskunst und die Vielgestaltigkeit seiner originellen Volkstrachten in beson-
derem ITlafje interessiert. tn roelcher Weise die Regierung diesen reichen Schafs
praktisch zu oerroerten bestrebt ist, mag daraus erhellen, dal) die Zentral-
kommission für Crforschung und Crhaltung der Kunst- und historischen Denk-
male seit oielen Jahrzehnten eine sruchtbringende Tätigkeit entfaltet, dasj das
niinisterium für öffentliche Arbeiten und das Cisenbahnministerium in neuerer
Zeit alle ihnen ressortmäfjig zustehenden Hochbauten unter rueitestgehender
Rücksichfnahme auf das Ortsbild und die überkommene Bauroeise zu gestalten
trachten, dasj das Ackerbauministerium typische IHusterpläne sür landroirt-
schaffliehe Bauten unter Anlehnung an bodenständige Bausormen und Bau-
anlagen geschaffen hat u. a. m.
Cine der roichtigsfen Aufgaben in der bezeichnefen Richtung bildet un-

streitig die erhöhte Pslege der heimlichen Bauroeise durch die baugeroerb-
lichen Cehranstalten, roeil die liberroiegende ITlehrzahl der neu entgehenden
Hochbauten uon Absoluenten dieser Bildungsstätten projektiert und ausgeführt
wird und diese Schulen und Schulabteilungen mit Rücksicht auf die strengen
Ansorderungen der zur Erlangung der öeroerbeberechtigung abzulegenden
Prüfung einen steigenden Besuch aufroeisen.
Wie diese Pflege bodenständiger Bauroeise auszuüben ist, lagt mit trefs-
lichen Worten ein Crlasj des Alinisters für Kultus und Unterricht oom 25. Au-
gust 1007:
1. Die bodenständige ländliche Bauroeise und die traditionelle schlicht-
bürgerliche Heimatsbaukunst hat künstighin an ländlichen baugeroerblichen
Unterrichtsanstalten (Abteilungen) eine dem speziellen Aufgabenkreise jeder
Schulkategorie, insbesondere aber der Werkmeisterschule und der Winterkurse
für Bauhandroerker angemessene und ausreichende Berücksichtigung bei allen
in Betracht kommenden Cehrfächern einschliefjlich des Entrourfzeichnens zu
ersahren.
Hierbei ist besonders zu beachten, dasj nicht die einfache Radi-
al! mung oon traditionellen Bauformen und Anlagedispositionen, sondern die
Weiterentroicklung der überkommenen Bauroeise unter steter Bedachtnahme
auf neuere Konstruktionen und IRaterialien, hygienische Anforderungen und
Cebensbedürfnisse als das erstrebensroerte Ziel erscheint, und das3 ferner jeder
Entrourf auf die bauliche bezro. landschaftliche Umgebung, in die er lieh
harmonisch einfügen sall, Bedacht zu nehmen hat. (sortietjung Seite vni).


Canonica necchia Parenzo in Triest.



Aufnahmen uon der Staafsgctuerbeschule in Triest*


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