Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 28.1912

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1912,11

ssrchifektonische Rundschau

Seife XI

Bücherbelprechungen und Bücheranzeigen (sartse^ung).
Deutsche Stadtbaukunst in der Vergangenheit, mit 59 lageplänen und
78 Ansichten. Von Dr. ss. 6. Brinckmann. Verlag oon Heinrich Keller
in sranksurt a. m., 1911. Preis ITT. 6.50.
HangSam bricht lieh die Erkenntnis Bahn, dafj toirkliche Stadtbaukunst
weder durch Starres seSthaiten an dem hiStorisch Gewordenen, noch durch
gewaltsamen Eigenwillen entstehen kann; aber noch iSt der Blick getrübt
durch die Schwärmerei sür das „malerische“, mit dem man die Sünden der
Reifjbrettarchitektur So leicht zu überwinden meinte, durch den Aberglauben
an die „gewollte UnSymmetrie“ und durch das ssnklammern an all die Schönen,
in den mittelalterlichen Städten gesammelten ITlotine und ITtotiochen, und
doppelt unklar Sind die Begriffe in den Haienkreisen, die als Glieder der
Städtischen Verwaltungen ein So gewichtiges Wort in den einschneidendsten
Sragen der StadtbaukunSt mitzuSprechen haben. Da iSt ein Buch sreudig zu
begrüSjen, das in knapper, übersichtlicher saSSung aus einer leichtuerStändlichen
Betrachtung zahlreicher alter Vorbilder allgemeine sormgeseke baukünst-
leriSchen Geitaltens abzuleiten Sucht, um den Blick uon den bisher überschatten
Einzelheiten hinzulenken auf das groi^e Ganze, auf die Grundlagen des
Wägens und ssnpassens, des zielbewuijfen Sich Unterordnens und ITtafjhaltens
in der Wahl der mittel und sormen. So lernen wir erkennen, welche Er-
scheinungen in einer GeSamtSituation für die besondere Wirkung zu bewerten
und welche ssusdrucksformen in der Architektur für sie oerwendbar sind;
welche Kräfte Zusammenwirken und welche einander ausheben; wie bei ge-
ringer oder Stärkerer Verschiebung der Einzelheiten die GeSamtwirkung Sich
ändert. Solche Betrachtung der Vorbilder ergibt dann einen klaren Vor-
StellungsbeSitj, einen geläuterten Instinkt für dem Zweck entsprechende mittel,
ermöglicht die zielbewuSjte Durchführung zusammensalsender Grundgedanken,
aus der allein die organische Gestaltung eines lebendigen Ganzen heroorgehen
kann, ln dieSem Sinne bespricht der VersaSSer die GröSjenoerhältniSSe im Stadtbild,
die Ausbildung des Baublocks, den Rhythmus des Raumes, Strase undPerspektioe,
sunktionen des Platjraumes und die Stadt als einheitlichen Organismus. tp
Bmpfangsgebäude der Bahnhöfe und Bahnlteigüberdachungen. (Bahn-
steighallen und -dächer). Handbuch der Architektur, 4. Teil, 2. Halbband,
4. Heft. Von Geh. Baurat Dr. phil. und Dr.-lng. Ed. Schmidt, ProfeSsor an
der Technischen Hochschule in DarmStadt. mit 470 Abbildungen im Text
und 4 Tafeln. Verlag oon 1. m. Gebhardt in Leipzig, 1911. Preis m. 18.
ln der oortrefflichen, knappen und übersichtlichen und doch möglichst
umfassenden Behandlung, welche das Handbuch der Architektur kennzeichnet,
Sind die oielseitigen Erfordernisse und Einrichtungen der Bahnhofsanlagen zu-
Sammengestellt, die daraus für die oerschiedenen Größen und Betriebsarten
Sich ergebenden GrundrifjSySteme entwickelt und mit Beispielen aus allen
Hauptoerkehrsländern belegt, lieben den Typen der Empfangsgebäude der
groSjen Bahnhöfe Sind besonders die der Stadt- und Untergrundbahnen in
Condoil, llewyork, Chicago, Paris, Berlin, Ofen-PeSf und Wien eingehend be-
handelt; ein oolles Drittel des Inhalts iSt der Ausbildung der Bahntteigüber-
dachungen, der Bahnsteigdächer und Bahnsteighallen gewidmet. Die in diesen
Kapiteln gegebene gedrängte Übersicht der oorwiegend aus dem EiSenbau und
neuerdings aus dem EiSenbetonbau Sich ergebenden Raumbildungen und Ge-
staltungsmöglichkeiten oerleiht dem oorliegenden Bande ein besonderes IntereSSe
sür jeden Architekten, auch wenn ihm die besonderen Aufgaben der Bahnhofs-
bauten serner liegen, die hier oorwiegend in ihren typischen Grundlagen und
Konstruktionen behandelt Sind. Aber obwohl demgegenüber hier die architek-
tonischen Lötungen zurücktreten mußten (die neuerdings, in einzelnen Ländern
wenigstens, in So erfreulicher Weile einsetiende künstlerische Gestaltung der
Kleinbahnhöse ist überhaupt nicht geltreift), So wäre wohl die llennung der
Architekten bezw. Ingenieure, denen wir die bezeichnendsten Beispiele oer-
danken, unter den Abbildungen ihrer Werke billig geweSen.
öeschäffliche ITliffeilungen.
Über farbige Trockenmörtel. Von W. Rettig, srüherem Städtischen
Oberbaurat in münchen.
sür einen gesunden Putjmörtel bieten den grundlegenden Stoff, wie seit
Tahrtausenden, immer wieder die kohlensauren Kalkoerbindungen. Aber es
erfordert nur einen Einblick in die engere sach- und Patentliteratur, um zu
erkennen, wie oielseitig und Schwierig die Überführung der in Betracht
kommenden Rohmaterialien aus dem ITaturzuStand in denjenigen des ge-
brauchsfertigen Bindemittels ist. So ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg
tatsächlich die richtige Behandlung des Roh- und Vorproduktes. lTur durch
Wiederaufnahme längst oergessener Arbeitsweisen wie durch Einführung ganz
neuer maschineller Einrichtungen wurde dieSes Ziel im Terranooaputj erreicht,
So dafj die Bindemittel, faSt ganz oon ihren äfjenden Eigenschaften befreit
und zugleich hydrauliSiert, das geeignete ITlaterial zu einem einwandfreien
Trockenmörtel ergaben.
Die letzte bedeutungsoolle neuerung hat die Terranouag es eil Schaft
oor etwa zwei Jahren der sachweit geboten, und zwar nach langer Be-
obachtungszeit und praktischen Proben.
Den klaren sarbentönungen der Terranoua arbeiten Selbstredend, wie bei
jeder dem Wetter ausgeSe^ten släche, die in der Luft Schwebenden R11S3- und
Staubteilchen entgegen, welche, oom Regen auf die Saugfähige släche gebracht,
aus ihr hasten bleiben und sie mit der Zeit trüben.
Wiederum setjten die Techniker der Gesellschaft bei dem Kernpunkt jedes
ITlörtels, beim Bindemittel, ein und gestalteten dieses derart aus, dal) die
gepulte släche nicht „wasserdicht“, wohl aber in beträchtlichem Grade „maSSer-
abmeiSend“ Sich oerhält, und zwar, ohne dal) dabei die CuftdurchläSIigkeit
benachteiligt wurde; diele ist Sogar, wie die amtlichen Versuche beweisen,
dabei wesentlich erhöht. (?ortse^ung Seite x'ii.j


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