Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 28.1912

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ssrchitektonifche Rundschau

Seite IV

1912,12

Umschau (sortseljung).
zu der uielumstritfenen srage nach der urlprünglichen öelfalf dieles Baues
beigebracht roerden. Als Urkunden berücksichtigt der Uerfaller ausschliefjlich
Abbildungen, ln lorgfältiger ITlatioierung roerden die logenannten Stuttgarter
Zeichnungen, die Zangemeister 1589/90 datierte, ins Jahr 1582 gelebt. Diele
kiinltlerilchen Federzeichnungen lind darum wichtig, roeil lie beroeilen, daf3
die zroei Querdächer, die damals den Ablchlufj des Palaltes bildeten, tatlächlich
beltanden haben und nicht etroa, roie einige roollten, ein Phantalieprodukt
des Ipäter tätigen JAerian bilden. Sehr Icharslinnig roird das Aquarell im
„Thesaurus Picturarum“ zu Darmltadt uom Jahre 1604 gedeutet und — roie
bei jedem Zeugnis — unter dem Hinroeis auf die dem Texte beigegebene
Tafel der Aachroeis erbracht, dafj die Qiebel über der einheitlichen Sallade
ungleich gegliedert roaren. Wichtig ist die neue, gut begründete Datierung
oon JAerians Oltanlicht, die 21/» gelchallige Giebel aufzeigt; Schrieder let^t die
Anfertigung des Stiches schon in das Jahr 1615. Gin noch erheblicheres
Dokument jedoch ist deslelben lAeisters lJordanlicht, die das Resulfat des
Darmstädfer Aquarells bestätigt: beide Giebel lind ungleich gegliedert und,
roie nun deutlich zu lehen ilt, gegen die sAittelachse uerlchoben; der eine
greift am rechten Gilde auf das Aachbargebäude über. Hier bereits zieht
unter Autor den zwingenden Schlufj aus dieler Belchaffenheit und Stellung
der über einer einheitlichen saslade angebrachten Giebel: der Ottheinrichs-
bau m u fj t e urlprünglich breiter geplantroorden lein. Am ülier-
zeugendlten jedoch roirken die Betrachtungen, die Schrieder angelichts der
Ruine selblt anltellt. Schon Profellor Karl Reumann hatte in einem Artikel
der „Deutlchen Rundschau“ uom Jahre 1905 inbetreff des großen Portals
des Oftheinrichsbaues geäußert, dal] es in seiner Anlage eine Korrektur lei,
und den Gedanken hingeroorfen, ob es nicht etroa eine Abänderung des
älteren Planes oorausseße. Dielem Wink geht Schrieder bis ins einzelnlte
nach und unterlucht uor allem die Stellung des Portales. Über die uiel um-
strittene Rekonstruktion der erlten Giebel Schließt Schrieder aus dem Befund
der Hintermauerung, daß die Pfeiler in die Giebel hinein fortgeführt und
diele mit dem oberlten Fassadengeschoß non gleicher lAauerstärke, allo stand-
felt roaren.
Die lorglame Darltellung der Gntroicklung der „uier Bedachungs.
formen des Ottheinrichsbaues“, roorin belonders das erlte Stadium der beiden
Querdächer — später, in den Jahren 1616, 1659 und 1700 traten Walmdächer
uerlchiedener Art an deren Stelle — in. einleuchtender Weise oorgeführf roird,
Schließt die Arbeit organilch ab. Der Verfallet läßt lie in der praktischen,
zeitgemäßen Folgerung ausklingen: „Wenn man im Jahre 1616 die ungleich
gegliederten, gegen die Hauptachle der saslade oerlchobenen erlten Giebel
umbaute, roeil man nicht daran dachte; den Bau in seiner urlprünglich ge-
planten Gänge auszubauen, dann miilsen roir erlt recht den Gedanken an die
Wiederherstellung der erlten Giebel aufgeben, roeil es überhaupt ausgeschlolsen
ilt, daß roir unter Gntfernung des Cudroigsbaues den erlten salladenplan zu
Gnde führen können.“ (srkf. Zfg.) (?orts<-fjung Seite v.)



garantiert wasserdicht

Aquabar, G. m. b. H., Berlin H. 20

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