Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 29.1913

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Ulartin Elfäfjer (B.D.A.), Entrourf zu einem Erholungsheim der Rudolf-Sophien -

Stuttgart Stiftung in Stuttgart. Schaubild. (Zu Tafel 2S—29)

Grofje und das Kleine Haus geftellf, dal) die mannigfaltiglfen Ver-
bindungen zroitchen den drei Gebäuden erzielt roerden konnten.

Ina Untergefchofj des Verroaltungsgebäudes findet ein Reffaurant
mit lTebenräumen Platj, roomif aus dem foyerfaal des Großen
Hautes der einer Kunftltätte recht unwürdige Wirttchaftsbefrieb
entfernt, dafür aber an eigener Stelle auch — befonders für lang-
dauernde Vorftellungen — erroeitert roerden konnte.

Die fundierung der beiden Bauroerke rourde mit Berückfichti-
gung der fchroierigen Bodennerhältniffe roie folgt durchgeführt:

1. Großes Haus:

a) reine Pfahlfundierung : im Bühnenhaus;

b) fchcoimmende Pilotage: Zufchauerhaus und die das Bühnen-
haus feitlich begrenzenden Bauteile;

c) fundierung mitEifenbetcn-
platten, höchfte Boden-
preffung 0,5 kg/qcm: die
groljefreifreppe nach dem
Schlofjgarten zu, foroie
die niederen Anbauten
gegen die Schlofjgarten-
ffrafje;

d) geroöhnliche Bankeftfun-
dierung mit Eifeneinlagen
bei 1,5 bis 2,5 kg Bodcn-
preffung: der gegen die
Heckarftrafje zu gelegene
Bauteil.

2. Verroalfungsgebäude:

a) reinePfahlfundierung :das
Keffelhaus;

b) fchroimmendePilofacje: der
ganze übrige Bau.

Der höchfte Grundroaffer-
fpiegel liegt im mittel auf Kote — 5 m (0 Bühnenboden).

Unterhalb diefer Kote liegen folgende Bauteile:

1. im Grofjen Haus: die Unterbühne auf Kote — 6,20 m (Ober-
kante ?ufjboden);

2. im Verwaltungsgebäude: das Keffelhaus auf Kote — 8 m

(Oberkante 5ufjbaden);

3. im Kleinen Haus: die Unterbühne auf Kote — 6 m (Ober-
kante fufjboden).

für diefe Räume mar eine abfolut zuuerläffigeDichtung zu fchäffen.

Die Dichtung rourde in der Weife erreicht, dafj auf der Baufohle
eine mit Beton roagrecht abgeglichene Steinpackung ausgeführt

rourde. Auf dielen Platten rourden ringsum 25 cm ftarke Ab-
fchlufjroände in Zementmauerroerk bis zu abfolut grundroafferfreier
Höhe aufgeführt.

Die fo gefchaffenen Räume rourden dann innen an Boden und
Wänden mit zroei- und dreifachen Tagen oon Bifumifektplatfen, die
roieder untereinander mit Bitumen nerklebt find, bis zu Kote — 4,10 m
ausgekleidet. Auf diefe Auskleidungen rourden dann die roeiteren
Beton- und Eifenbefonkonftruktionen der Böden und Wände gebracht.

Die Decken find durchroeg maffio, teils als Raebeldecken
zroitchen eifernen Trägern, mit und auch ahne Rabifjunferdecken,
teils in Eifenbeton konftruiert.

Die Dächer find hauptfächlich in Kupfer eingedeckt, doch mufjte
für die ntagazinbaufen Zinkblech nerroendet roerden.

DieTreppen indenBühnen-
häufern, im Verwaltungsgebäude,
auch für den II. und III. Rang,
foroie die Treppe des Herzogs
Albrecht im Grofjen Haufe rourden
in Kunftffein, die II.-Rang-Treppe
im Kleinen Haufe in Granit, die
Treppen für die Königlichen Togen,
für den Herzog Albrecht im Kleinen
Haufe und die I.-Rang-Treppen
in Eifenbeton mit lllarmar- bzro.
Eichenholzbelag ausgeführt.

Die f u fj b ö d e n rourden in
der Hauptfache mit Tinoleum auf
Betoneffrich belegt, die Zufchauer-
räume erhielten durchroeg —
ebenfo roie der Chorprobefaal —
einen eichenen Riemenboden, der
Ballettfaal einen Tangriemen-
boden oon „Oregon Pine“.

mit dem Entrourf der gefronten Bühneneinrichfung rourde
Herr Königl. Hofrat Schick, der langjährige Technifche Teiter des
Königlichen Hoftheafers in Wiesbaden, betrauf, mährend die Aus-
führung der ITlafchinenfabrik Augsburg - Hürnberg A.-G., Werk
Guftaosburg, überfragen rourde.

Der Vorentrourf der gefamfen Heizungs- und Tüftungsanlage,
foroie das Detailprojekt und die Ausführung im Grofjen Haufe lagen
in den Händen der firma Emhardt & Auer, münchen-Stütfgart;
das Detailprojekt und die Ausführung der Heizungs- und Tüftungs-
anlage im Kleinen Haufe und Verwaltungsgebäude rourden oon der
5irma E. ITlöhrlin G. m. b. H., Stuttgart, beforgt.

Tageplan zu obenftehendem Entrourf

flrchitektonitche Rundfchau 1915
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