Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 29.1913

Seite: 23
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franz Zell (B.D.R.), ITlünchen

ITtufeum in Oberammergau. (Vergl. Tafel 83)

Beifpiele der Vergangenheit zeigen, toas für genaue Reglements
die Candesfürften in der abfolutiftifchen Zeit aufftellten, um jede
Willkür nicht nur, fondern fchon faft jede perfönliche Gefchmacks-
regung in den Prioatbauten der Refidenzen zu unterdrücken. ITlufter-
beifpiele bieten Ddannheim und Karlsruhe. Hber auch Dresden,
Berlin und oor allem Potsdam, diefe ganz perfönliche Baufchöpfung
Friedrichs des Großen. Behrendt hat ganz recht, roenn er die
„charakteroolle Cangetoeile“ etroa des Holländifchen Viertels in
Potsdam mit feinen roten Backfteinhäuschen, die „fuggerei“ in
Rugsburg oder die „Kanzelhäufer“ in Danzig den zerriffenen formen

des modernen Baublockes oorzieht. Und fo kommt er denn ganz
folgerecht zu der forderung, dafj die prinate Bautätigkeit in den
Städten einer zentralen Ceitung unterteilt roerden müffe.

Das hätte, non allem Wenn und Rber zunächft abgefehen, geroifj
oieles Gute für fich. Wenn die Bodenbefitjer genötigt find, beim
Bauen einer Rrt „Generalidee“ zu folgen, die oon oornherein für
den einzelnen Baublock feftgelegt fein mul), fo ift der heutigen Willkür
ahnungslofer Bauunternehmer ein Riegel oorgefchoben. Rls Vater
eines folchen Generalplanes mürde der gefchulte Rrchitekt heran-
gezogen roerden miiffen, deffen Anteil an unterer modernen Wohnungs-

flrchitektonifche Rundfchau 1915
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