Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 29.1913

Seite: Tafel 32-33
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Kgl. Hoftheater in Stuttgart
(Tafel 20 — 25)

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Tutherkirche in Beuerbach. Von Schmahl & Staehelin in Stuttgart (Tafel 26 —27)

Da der Bauplab ringsum uon Grundftücken begrenzt ift, die mehr oder roeniger bebaut roerden können,
wurde die Kirche mit den uerichiedenen Flebengebäuden fo gruppiert, daf3 tlachbargebäude, insbelondere Hinterhäuter
nicht ttörend auftreten können.

Von der Stuttgarterftrabe aus kommt man durch eine Baumallee in einen geräumigen Hof, der mit ein-
ttöckigen Häuschen eingerahmt itt. Ilordötflich fchliehf fich an dielen Hof die Kirche an. Durch eine offene Vorhalle
gelangt man toroohl rechts roie links zunächft in einen großen getchlotfenen Vorplab, an den fich die Eingänge
zu der Kirche und zu dem Konfirmanden- und Sitjungsfaal antchliefjen.

Von der metjftrafje aus find der Kirche ebenfalls geräumige Vorhallen, Sakriftei und Warteraum oorgelagert
und dadurch ift zu erroarten, dab Straljenlärm nicht ftörend auf den Gottesdienft eintuirken kann.

Das Kirchengebäude rnurde etroa 5,00 — 6,00 m hinter der Baulinie der JTletjftrafje zuriickgeftellt, um oor
den Ausgängen einen geräumigen, freien Plab zu haben, ohne den Straijenuerkehr zu ftören.

Altar und Kanzel find hintereinander in einer flachen Chornifche angeardnet, die Orgel mit oorgeiagertem
Plab für den Kirchenchor auf der gegenüberliegenden Empore.

Jn dem Hot der Kirche, gegenüber der letzteren ift ein Dlesnerhaus oorgefehen, welches roefentlich zu einer
harmonifchen Raumgeftaltung in dem gefchloffenen Hof mitroirken wird. Es könnte an Stelle des ITlesnerhaufes auch

HINTERBÜHNE

Architektonifche Rundfchau 1

eine Kleinkinderfchule treten, oder die letjtere kann in einem der beiden Säle,
welche fich an die Kirche anlchliefjen, untergebracht werden. Der Hof und die
bedeckte Halle wären hierzu eine fchöne Ergänzung.

Die Baukoffen betragen für die Kirche mit den beiden Sälen, für das
ITlesnerhaus und die nebenanlagen zufammen 165 000 mark.

CDangelifchesKrankenheimflchelriede bei Osnabrück.

Von Dr. W. Jänecke, Osnabrück. (Tafel 30)

Die im Frühjahre 1912 fertiggeftellte Bauanlage (13 km uon Osnabrück
entfernt) umfafjt ein Hauptgebäude für etwa 30 Betten mit angebautem kleinem
Infektionshaufe, ein nebengebäude mit Desinfektionsräumen, Leichenkammer
und Stall, ein Brunnenhaus und die Klärgrube für Abfallffoffe. Die Bauftelle
liegt für Krankenhauszwecke befonders günftig am Süd-Abhange des Achel-
rieder Berges in unmittelbarer nähe des Waldes, uor Winden gefchütjt, mit
Südlage für die Krankenzimmer. Die Raumabmeffungen find, den geringen
Baumitteln entfprechend, knapp. Das Erdgefchofj dient weiblichen Kranken
und enthält im mittelbau Schwefternzimmer, Bade- und Aborträume und
Haupttreppe. Das erfte Stockwerk dient männlichen Kranken und enthält
auch Arzt- und Operationszimmer, weiterhin mädchenzimmer u. dergl. Im
ausgebauten Dachgefchoffe follen Sieche untergebracht werden. Die 2,50 m
breiten Krankenflure der drei öefchoffe dienen gleichzeitig als Tagesräume. An
der Weftfeite ift eine zweigefchoffige Liegehalle angebauf. — Unter dem, der
herrfchenden Weftwinde wegen, öftlich gelegten dnfektionshäuschen, welches
feinen eigenen Zugang, befondere Bade- und Aborträume und eine Theeküche
befibt, liegt die Hauswartsmahnung, ebenfalls mit eigenem Eingänge, und
die Anftaltsküche nebft Vorratsräumen. Ein Speife- und Wäfcheaufzug geht
tfon hier durch das ganze Gebäude. Das tiefer liegende Kellergefchofj enthält
neben Wafchküche, Plättftube und Vorratsräumen auch eine Zelle für einen
Geifteskranken, fowie die Zentralheizung (niederdruck-Dampf). Zur Herauf-
fchaffung des Waffers aus dem rd. 50 m tiefen Brunnen dient eine im Brunnen-
häuschen untergebrachte ITlotoranlage, welche das Waffer in 2 Hydrophoren
drückt, die im Keller des Hauptgebäudes aufgeftellt find. Die Abwäffer werden
in der rd. 25 m uam Hauptgebäude entfernten dreikammerigen Klärgrube
durch Koksfilter gereinigt und durch Tonrohre in den rd. 100 m entfernten

Dorfgraben geleitet; zur belferen Spülung der Tonrohre dient die als Vorflut
in diefelben geleitete Regenwafferleitung.

Die Bauart ift möglichft maffin mit Beton- und Eifenbetondecken, Kunft-
ffeintreppen u. dergl. und feilweifer Bruchfteinoerblendung im fluijeren. Das
Dach ift mit roten Hohlpfannen gedeckt. Zur Belebung dienen in den Rauhpub
gedrückte farbige Briefe und in den höheren Teilen fachwerk heimifcher Art.
Ein Dachreiter faugt die uerbrauchte Luft ab. frifche Luft wird durch Z-Kanäle
in den Aubenmauern der Krankenzimmer (uon den Heizkörpern), fowie durch
Schiebe- und Kippflügel der fenfter (z. T. Stumpf’fche Reformfchiebefenfter)
eingeführt. Die Türen der Krankenzimmer fiben in eifernen ITlannftaedt-
Rahmen, als Belag dient Linoleum. Die Beleuchtung gefchieht durch elektrifches
Licht (Übcrlandzentrale).

Einfchlieblich Architektenhonorar haben die getarnten Baukoften rd.
75 000 TiTark betragen, was einem Einheitsfabe oon rd. 23 mark für einen cbm
umbauten Raumes des Hauptgebäudes entfpricht.

Vrholungsheim der Rudolf-Sophien-Sfiftung in Stuttgart. Vntrourf
uon JTlartin tlfäfjer (B.D. fl.), Stuttgart. (Tafel 28 — 29)

Die langgeftreckte, konaex gekrümmte form des örundriffes ergab fich
aus dem Beftreben, den Bau dem Gelände gut anzupaffen und möglichft fämt-
liche Zimmer der Pfleglinge nach Süden oder Südoften zu legen. Zwei Rifalite
nehmen in oerfchiedenen Stockwerken die Tagesräume der männlichen und
weiblichen Abteilung auf und bieten auf ihrer oberen Plattform Gelegenheit
zum Luftbad. Die gewünfehte enge Verbindung zwilchen Wirtfchaftsbau und
Hauptbau legte es nahe, einen Hof anzulegen, der durch den Hauptbau und
Küchenbau gebildet wurde mit dem Speifefaal als Zwifchenflügel. Die uierte
Seite diefes Hofes bildet den Haupteingang. Der Aufbau ift fehr einfach
gehalten, wobei damit gerechnet wurde, dab die reich bewaldete Umgebung
jeden Aufwand an Architekur unnötig macht; Sockel in Bruchftein, mauern
in Backftein uerpubt, mit ITlajoIikaoerkleidungen an der uorderen Terraffe und
Spalier am Erdgefchob- Befondere Rückficht wurde auf tunlichfte Schonung
des gegebenen Geländes mit feinem Waldbeftand oerwendet, der nur in der
Hauptausfichtsrichtung gelichtet und durch eine Gartenanlage mit Terratfen,
Sibpläben, Spazierwegen ufw. erlebt wurde. Die Gefamtkoften find auf
560 000 mark oeranfchlagt.

(ITlax Schreiber) in Ebingen a. II.
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