Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 29.1913

Seite: VII
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flrchitektonifche Rundfchau

1913,4

Seite VII

flbb. 1, Der „Schöne Brunnen“ in llürnberg

Diele zierliche gotilche Pyramide fall oon drei Brüdern Georg, frÜ3
Ruprecht und Sebald Schonhofer wurden lie nach Bergau erlt fpäfer ge-
nannt— in den fahren 1555—1361
erbaut morden lein. Die Brüder
Schonhofer lind nämlich die Bau-
meiffer der nahen fraüenkirche
und deshalb Ichrieben Ipätere
Chronilten ihnen auch den „Schö-
nen Brunnen“ zu. Das im langen
laufe der Jahrhunderte arg mitge-
nommene ITleiltermerk ilt bekannt-
lich noch nicht fo lange gründlich
erneuert morden, fluch die alte
farbenprächtige Bemalung und
Vergoldung ilt möglichlt getreu
wieder hergeltellt. Der Vorläufer
des „Schönen Brunnens“, der
früher auf derlelben Stelle gelten-
den und dellen Geltalt uns eine
alte Abbildung (flbb. 2) überliefert
hat, ilt übrigens auch lo reizend
in feiner einfachen, klaren Kom-
polition geroelen, daß es roohl
angezeigt märe, ihn an paffender
Stelle, etwa am Paniersplaß, wieder

neu erlfehen zu lallen. Aus einem lechseckigen Becken wächlt eine lechsleitige
Säule heraus, fln drei Seiten der Säule lind auf Konlolen lißende Cöwen
als Wallerlpeier angebracht, nicht lange ilt’s her, da wollten hielige Spieß-
bürger den „Schönen Brunnen“ in die mitte des Plaßes rücken, wodurch Plaß
und Brunnen natürlich ungemein an Wirkung uerloren hätten. Jeßt ilt der-
artigen Verfchönerungsgelülten gottlob ein Riegel uorgelchoben, da der oon
Kommerzienrat oon Gerngraß geltiftete lleptunsbrunncn ebenfalls auf dem
Hauptmarkte — auch nicht genau in der mitte — aufgeltellt ilt.

flbb. 3. Brunnen im Rathaushof in Dürnberg

Vom Herrenmarkt ilt’s nicht weif bis zum Siß der weiland regierenden
Herren flürnbergs, dem alten Rathaufe, ln dellen großem Hofe Iteht das
munderlchöne Brünnlein Pankraz Cabenmolfs uom fahre 1557 (flbb. 3). €s er-
fcheinf mir an Zierlichkeit der ?orm und durch deren Llbereinltimmung mit den
Pinien der Wallerltrahlen als das Vollkommenlte feiner Art. Das aus Kupfer
getriebene, auf einem Iteinernen Unterlaß ruhende Becken trägt eine Säule
toskanilcher Ordnung mit Gebälk und Iteht auf einem mit Widderköpfen an

(Sortierung Seite VIII)

flbb. 2. Vorläufer des „Schönen Brunnens“
in llürnberg

Der Name „OSRAM“, der auf dem Glasballon jeder Osram-Draht-
Lampe eingeätzt sein muss, bürgt für Echtheit [und Qualität. '

AUERGESELLSCHAF7, BERLIN O. 17.
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