Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 29.1913

Seite: XI
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flrchitekfoniiche Rundfchau

1913,6

Seife XI

Bücherbeiprechungen und Bücheranzeigen (forfie^ung)

Dos Bismarck-llationaldenkmal. eine Crörterung des Wettbewerbs oon
111 n x D c 11 o i r und Hermann 111 u t h ef i us. Verlag Don fügen Diederichs,
Jena. Preis m. —.60.

Gefchäftliche Ulitteilungcn

Die Bedeutung des ITlattiubaues aus rheinifchen Schroemmtfeinen
für das Wohnroeien. ln einem Auffaß oon Profeffor H. Chr. 11 ußbaum,
Hannooer, im Gefundheitsingenieur 1911 heilst es u. a.:

„Die Verwendung des Schmemmfteines für den illaffiobau hat immer
deutlicher erkennen lallen, dal] mir in ihm einen Baultoff befißen, dem die
Hlängel des Bruchlteines und des Ziegels nicht anhaften. Der aus Bims
und Dolomitkalk hergeftellte rheinifche Schroemmftein befteht aus einem Zell-
gewebe oorteilhafter Art. Die Zellen find im Stein ziemlich gleichmäßig oer-
teilt und meilen eine Größe auf, die dem Stein eine hohe Durchläffigkeit für
Cuft und Wafferdampf oerleiht, mährend fie dem findringen oon Hlüffigkeiten,
z. B. Schlagregen und frdfcuchtigkeit, in die Tiefe des lllauerroerks eine
mirkungsoolle Schranke entgegenfeßt. Die rauhen Zellroände rufen ferner
durch Reibung eine ausreichend langfame Beroegung der oon den Zellen
umfchloffenen Cuft heroor, fo daß fie im Sinne des Wärmefchußes als ruhend
bezeichnet roerden darf und dadurch dem Stein ein ungemein niederes Wänne-
leitungsoermögen oerleiht. fs beträgt beim Bims felbft 0,08 und mächft
(nach meinen ITteffungen) im Stein je nach der Art feines lllortels auf 0,085
bis 0,09, bleibt alfo hinter dem des Ziegels und des Bruchfteins um das
fechs- bis oierzehnfache zurück.

Die Wahrungen über die Heftigkeit des Schmemmfteinmauermerks find
günftig. Sein geringes Gemicht im Verein mit dem hohen Haftoermögen des
Steines am Alörtel und feiner innigen chemifchen Verbindung mit ihm gleicht
die geringere Druckfeftigkeit des Schmemmfteines gegenüber gut gebrannten
Ziegeln aus.

Will man in kürzefter Hrift eine erhebliche Heftigkeit des Schroemmftein-
mauermerks erzielen, dann geht es — ohne Schaden für feine hygienifchen
Cigenfchaftcn — an, Zementmörtel zu oermenden, fobald fandreiche Gemenge
oon ihm geroählt merden. Und zroar hat ein Gemenge oon 1 : 6 bis 8 fich
in jeder Beziehung als zweckmäßig ermiefen, meil es angemeffene Heftigkeit
mit ausreichender Durchläffigkeit oereint.

ln hygienifcher Beziehung entfprechen die Crfahrungen ebenfalls den
oben gefchilderten Cigenfchaftcn des Schmemmfteines. Das Klima der aus
ihm errichteten Häufer ift — auch nach meinen perfönlichen Beobachtungen
ein ungemein günftiges: Trockenheit, angenehme Wärmeoerhältniffe zu jeder

(Sortld]ung Seite XII)

Baumeister! Architekten!

Wenn Sie wirklich vorteilhaft und gut

bauen

wollen, so liegt es in Ihrem eigensten Interesse,

mit Rhein. Schwemmsteinen

die sich glänz, bewährt haben u. seit langem von Fach-
autoritäten (Architekten, Wohnungshygienikern, Medi-
zinern u. dergl.) hervorragend begutachtet werden,

hygienische, trockene und
schallsichere lOohnungen

zu errichten. Auch für landwirtschaftl., industrielle
und Geschäftsgebäude hervorragend geeignet, bei
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Auskunft, auch Ingenieurbesuch kostenlos.

Rheinisches Schwemmstein-Syndikat Neuwied

Techn. Abteilung. Telegr.-Adresse: Syndikat Neuwied. Fernspr. 10, 57, 93 u. 988

Preisausschreiben der „Architektonischen Rundschau"

Ergebnis

Das Preisgericht, bestehend aus den Herren:

Richard Dollinger, Regierungsbaumeister in Stuttgart,

Martin Elsäßer, Architekt B.D.A., Dozent an der Tech-
nischen Hochschule in Stuttgart,

Walther Schreiber, Verlagsbuchhändler in Eßlingen a.N.,

Otto Voepel, Architekt B. D.Ä., Herausgeber der Archi-
tektonischen Rundschau in Eßlingen a.N.

hat einstimmig die Preise wie folgt verteilt:

Den 1. Preis von M. 150.— erhält Herr Emil Pohle, Düsseldorf (Kennwort: „Muschelkalk und Bronze“),

den 2. Preis von M. 100.— erhält Herr Chr. E. Zauleck, Hamburg (Kennwort: „Hotmannspief“),

den 3. Preis von M. 50.— erhält Herr Karl Erbs, Stettin (Kennwort: „Freude“).

Zum Ankauf empfohlen wurden die Entwürfe der Herren Otto Lohr, München (Kennwort: „Sonne Homers, scheine

auch uns“) und Alois Mezera, Prag (Kennwort: „Buvez de la source de vie“).

Eßlingen a. N., 14. Februar 1913 PAUL NEFF VERLAG (Max Schreiber)

Nachschrift. Der Verlag bittet um gefl. Angabe der Adressen der Herren Einsender unter Beifügung des Kennwortes bis
spätestens 1. April. Nach diesem Zeitpunkt werden die Hüllen mit dem Kennwort zur Feststellung des Namens ge-
öffnet, um die Arbeiten zurücksenden zu können.
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