Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 29.1913

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Brchifekfonifche Rundfchau

1913,3

des Ingenieurs in gleicher Weife bennfprucht. Durch den Bahneinfchnitt uom
eigentlichen flusftellungsgelände getrennt find noch zwei behindere Ver-
anftaltungen zu ermähnen, der Vergnügungspark mit einer Anzahl fehr inter-
effanfer und charakteriftifcher Kieinbauten, roie das meftfälifche Bauern-
haus, ein ländliches Arbeiterroohnhaus, Scheunenbauten u. a. m., und eine
in der Hauptfache aus Kirche, Pfarrhaus, ITluftergut und Dorfgafthaus be-
ftehende Dorfanlage, in der neuzeitlich roirtfchaftliche Anforderungen mit
beroährten überlieferten formen glücklich oereinigt find.

Als befonderes Zugftück der Ausftellung fei endlich noch die alte Stadt
ermähnt, „Heipzig um das Jahr 1800“ (Abb.S.V), deren ftimmungsoollePlaßbilder,
umrahmt oon getreu uerkleinerten Hachbildungen teils noch erhaltener, teils
längft uerfchmunüener Bauten, die ganze Heimatliebe ihres (Erbauers, Sritj
Drechflers (B.D.A.), miderfpiegeln. 6s hätte oielleicht etmas mehr getan
roerden können, auch in Bezug auf Koftüme das ganze Zeitbild fchärfer
miederzugeben, aber das fall den Wert gerade diefer Schöpfung nicht herab-
mindern, es roird fich auch fo jeder gern in die Jugendtage zurückfräumen,
die er in der Heimatftadt oerlebte.

Und menn alle Hiebe und mühe, die auf die Ausftellung oermendet
rourde, in gleichem Ulaße ihren Hohn findet, dann mird die Ausftellungs-
leitung auch mit dem (Erfolg zufrieden fein können.

Büchcrbcfprechungen und Büchcranzcigen

Ggon und Waldemar Helling, Alt-Paris. II. Die frührenaiffance,
Stil H o u i s XII. undfrancois I. mit 60 Hichtdrucktafeln und 40 Seifen
illuftricrtem Text. Verlag non Bruno Heßling, Berlin. Preis Ul. 60.

Die Verfaffer "lagen in der Einleitung, daß fie oor allem eine Sammlung
guter Vorbilder zu geben beabfichtigten, hier für die frührenaiffance in Paris,
mie fie das bereits im I. Band für das mitfelalter getan haben. Sie haben
aber auch zugleich eine architckfurhiftorifche bücke auszufüllen uerfucht, indem
fie eine fehr ausführliche Studie über das Schlofj zu öaillon und das Haus
franz I. aus lUoret hinzufügten. Das hebt ihre Arbeit aus der Reihe der bloßen
hiftorifchen ITlaferialfammlungen — deren Tage übrigens auch faft uorüber
fein dürften — hinaus und ift mirklich oerdienftlich.

6s fei gleich getagt, daß die 60 Tafeln Architekturen und Details als im
ganzen oorfrefflich ausgemählf und miedergegeben zu bezeichnen find. Die
photographifchen Aufnahmen find mit nicht oielen Ausnahmen fehr gut und
haben eine der Heliograoüre fich nähernde Erfcheinung, ftehen überhaupt
hinter den berühmten Archifekturaufnahmen ITlieufements nicht allzuoiel zurück,
llur hie und da ift ein graues oder unklareres Detail. Im ganzen aber ift
die Wiedergabe in erfreulich großem ITtaßftabe oorfrefflich ausgeführt.

Das Buch enthält das, mas in der Stadt Paris an Architekturen und
dekoratioer Skulptur aus der frühen Renaiffancezeit noch oorhanden ift -
und dazu zählen ja auch die Überbleibfel oon öaillon in der (:cole des Beaux
Arfs, mie das Haus 5ranz I. heute am Cours de la Reine. Allzuoiel ift im
ganzen ja nicht mehr da, leider, oon dem einft unübersehbaren Parifer Kunft-
fchaß jener außerordentlichen Zeit, und das rnenige ift nur noch in Samm-
lungen oder fonft mufeumsmäßig aufgeftellt. Aber es ift doch alles oon
höchfter Feinheit und Vollendung und dem gleichzeitigen Itolienifchen formal
oöllig ebenbürtig, um fo gemiffer, als ein großer Teil daoon überhaupt italieni-
fcher Import ift. Aber auch das hat eine fpezififch franzöfifche Färbung an-
genommen — und es kann nicht als ganz richtig anerkannt roerden, roenn die
Verfaffer überall die franzöfifche Auffaffung an der itolienifchen und an einer
ftrengen Tektonik im Sinne der Antike meffen. Wir find heute doch fo meit,
daß mir jede Sonderrichtung in ihrem eigenen Sinne zu oerflehen und zu
roürdigen fuchen und nicht ftets nur doktrinär eine Kunftauffaffung als die
allein richtige anerkennen. Vielmehr ift jede örtlich entroickelte Richtung in
ihrem guten Rechte und kann in ihrer Art ebenfo gut fein, als jene keines-
roegs allein feligmachenden klaffifchen lllufter. So gehen mir mit uoller ?reude
in den uns hier gebotenen Reichtum hinein und find den Verfüttern dankbar
für eine Zufammenftellung, die uns gerade fo bisher fehlte und ftilgefchichtlich
mirklich nüßlich ift. — llur hätte man roohl gedacht, roenn felbft der Palaft
Carnaoalet fich hier mit eingereiht findet, daß auch noch der Houorehof und
andere Werke Hescots ebenfogut da fein dürften — \ roo diefer Schloßbau doch
mindeftens in feinen Anfängen auf 5ranz I. zurückgeht und in feinem Wefen
noch zur ?rühzeit gehört, nicht minder aber hätte dann die herrliche
Euftachius-Kathedrale zugefügt roerden dürfen, ohne Zroeifel der prachtoollfte
kirchliche Bau der frührenaiffance im ganzen lTorden. Vielleicht mird das
noch ein folgender Band bieten. — (fartidjung Seite xii)

^i Bestellungen sich stets auf die „Archi-
Ol | I EL tektonische Rundschau“ zu beziehen ::



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